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„Wir sind in der Pflicht, etwas für das Ehrenamt zu tun“

Rosenheimer Stadträte treiben Planungen für den Neubau des Happinger Feuerwehrhauses voran

Weil das Feuerwehrhaus in der Inntalstraße nicht mehr den modernen Anforderungen gerecht wird, soll es neues Gebäude an der Happinger Straße gebaut werden.
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Weil das Feuerwehrhaus in der Inntalstraße nicht mehr den modernen Anforderungen gerecht wird, soll es neues Gebäude an der Happinger Straße gebaut werden.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Es ist ein Thema, das die Stadt seit 15 Jahren beschäftigt: Weil das Feuerwehrhaus in Happing den modernen Anforderungen nicht mehr gerecht wird, muss ein Neubau her. Jetzt sollen die Planungen für den neuen Standort an der Happinger Straße vorangetrieben werden.

Happing – Es gibt wahrscheinlich keinen Rosenheimer Politiker, der sich die Situation im Happinger Feuerwehrhaus noch nicht angeschaut hat. Man kennt das Platzproblem, weiß um die fehlenden Parkmöglichkeiten und die knapp bemessene Übungsfläche. Zudem gibt es in dem Gebäude direkt neben der Kirche lediglich einen größeren Raum.

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Diesen nutzt der Kommandant nicht nur als Büro, er dient auch als Aufenthalts- und Schulungsfläche. „Das ist weder zeitgemäß noch lattraktiv um neue Mitglieder zu gewinnen“, sagt Stadtbrandrat Hans Meyrl. Er bemängelt auch die Anordnung der Einsatzfahrzeuge, die – anders als üblich – nicht nebeneinander, sondern hintereinander stehen. Hinzu komme, dass das Mauerwerk schimmlig sei und im gesamten Gebäude ein modriger Geruch in der Luft liege. „In ein Feuerwehrhaus, das sich in diesem Zustand befindet, kann man eigentlich niemanden mehr guten Gewissens reinschicken“, sagt der Stadtbrandrat.

Emissionen sind kein Problem

Umso erleichterter sei er gewesen, als sich die Mitglieder des Bauausschusses am Donnerstagabend dafür ausgesprochen haben, die Planungen voranzutreiben. „Für uns ist das ein Licht am Ende des Tunnels“, sagt Meyrl. Der Standort für den Neubau, der sich zwischen den beiden Ortsteilen Alt-Happing und Kaltmühl befindet, würde sich in seinen Augen optimal anbieten.

Es mangelt an Alternativen

Zu diesem Schluss scheint auch die Stadt gekommen zu sein – zumal es an Alternativen mangelt. „Das Grundstück bietet sowohl für das Feuerwehrhaus als auch für den erforderlichen Außenbereich mit den Stellplätzen ausreichend Fläche“, heißt es aus dem Rathaus. Zudem liege das Plangebiet sowohl in der Nähe des Einzugsbereichs der Einsatzkräfte als auch in der Nähe des Einsatzbereichs.

Viele Einsatzkräfte kommen aus dem Süden

„Die Mehrzahl der Einsätze erfolgt in nördlicher Richtung, viele der Einsatzkräfte kommen aus dem südlichen Teil Happings“, teilt die Verwaltung mit. Da sich in der näheren Umgebung keine Wohnbebauung befindet, würden die im Rahmen der Einsätze und Übungen der Feuerwehr auftretenden Emissionen kein Problem darstellen.

Positiv an dem Standort sei außerdem die verkehrliche Anbindung. So könnte das Grundstück über die Happinger Straße erschlossen werden, die laut Stadt eine ausreichende Breite aufweist, um das Verkehrsaufkommen abzuwickeln.

Grünen kritisieren Standortvorschlag

Soweit, so gut. Und doch gab es Kritik. Vor allem vonseiten der Grünen. Zwar braucht es auch in ihren Augen einen Neubau, allerdings nicht an der von der Stadt vorgeschlagenen Stelle.

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Stadtrat Franz Lukas (Grüne) regte an, das Vorhaben vorerst zurückzustellen, bis ein geeigneter Ort gefunden werden kann. Oberbürgermeister Andreas März (CSU) erinnerte daran, dass dieser Versuch in den vergangenen 15 Jahren schon nicht geklappt habe. Sollte sich bis zum Satzungsbeschluss eine bessere Lösung auftun, dann sei es so.

Standort mitten in der Landschaft

„Wir sind in der Pflicht, etwas für das Ehrenamt zu tun“, sagte Beate Burkl (Freie Wähler/UP). Zwar kritisierte auch sie, dass sich der Standort „mitten in der Landschaft“ befindet, dennoch steht ihre Fraktion hinter dem Vorschlag.

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„Wir müssen uns diesen Standort jetzt sichern, um nicht wieder mit leeren Händen dazustehen“, ergänzte Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU.

„Besserung muss kommen“

„Eine Besserung muss kommen“, hieß es auch von der SPD. Deren Fraktionsvorsitzender Abuzar Erdogan erinnerte an den Feuerwehrbedarfsplan, der erst kürzlich verabschiedet worden ist und in dem es unter anderem auch darum ging, das Ehrenamt zu stärken.

Endgültige Entscheidung im Stadtrat

Mit 8:3 sprachen sich die Stadträte dafür aus, dass sowohl der Flächennutzungsplan, als auch der Bebauungsplan für die Beteiligung der Öffentlichkeit freigegeben werden. Eine endgültige Entscheidung fällt am kommenden Mittwoch im Stadtrat. Schon jetzt sei der Beschluss laut Dezernent Herbert Hoch ein „wichtiges Signal an die Einsatzkräfte“.