Unterwegs mit einer Streife

Rosenheimer Polizei trifft bei Kontrolle in der Fußgängerzone zahlreiche Maskenmuffel an

Verwarnung: Weil der Mann in der roten Jacke keine Nasen-Mund-Bedeckung getragen hat, muss auch er mit einem Bußgeld in Höhe von 55 Euro rechnen.
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Verwarnung: Weil der Mann in der roten Jacke keine Nasen-Mund-Bedeckung getragen hat, muss auch er mit einem Bußgeld rechnen.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Wer in der Rosenheimer Fußgängerzone ohne Maske unterwegs ist, muss seit einigen Wochen mit einer Geldbuße rechnen. Weil sich viele Fußgänger trotzdem nicht an die Regeln halten, führt die Polizei fast täglich Kontrollen durch. Und stellt dabei immer wieder Verstöße fest. Unterwegs mit einer Streife.

Rosenheim –  Seelenruhig schlendert ein Mann in der roten Jacke über den Max-Josefs-Platz. In der rechten Hand hält er eine Zigarette, die Maske hat er unters Kinn gezogen. Die Polizisten, die auf ihn zusteuern, sieht er erst im letzten Moment. „Auf dem Max-Josefs-Platz gilt eine Maskenpflicht“, klärt ihn Polizeihauptkommissar Robert Maurer auf. Der Mann nickt, sagt, dass er gerade vom Arzt komme und nur kurz eine rauchen wollte. Eine Verwarnung bekommt er trotzdem. Maurer schreibt sich den Namen, das Geburtsdatum und die Adresse des Mannes auf.

Die Daten wird er später an das Ordnungsamt der Stadt Rosenheim schicken, dort wird dann das Bußgeldverfahren eingeleitet. „Der Regelsatz für einen Verstoß gegen die Maskenpflicht beträgt 250 Euro gemäß dem für Bayern geltenden Bußgeldkatalog“ so Maurer.

Mann weigert sich, Attest zu zeigen

Etwas teurer könnte es für einen anderen Mann werden, der ebenfalls ohne Maske auf dem Max-Josefs-Platz unterwegs war. Zwar behauptet dieser, ein Attest zu haben, das ihn von der Maskenpflicht befreit. Zeigen will er das aber nicht. „Er hat sich sehr uneinsichtig verhalten, teilweise sogar aggressiv“, sagt Maurer.

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Nach einer langen Diskussion rückt der Mann dann schließlich doch seinen Ausweis raus. Maurer notiert sich die Daten, Verständnis für ein solches Verhalten hat er nicht. Und auch einige Fußgänger, die die Diskussion aus sicherer Entfernung beobachtet haben, schütteln nur mit dem Kopf. „Das gibt es doch nicht“, murmelt eine ältere Dame, bevor sie ihren Weg fortsetzt.

Fake oder Original?

Polizeihauptmeister Michael Rottmüller hat währenddessen schon den nächsten Mann angehalten. Auch hier fehlt von einer Mund-Nasen-Bedeckung jede Spur. Sofort holt der Mann seinen Geldbeutel raus, zeigt den beiden Beamten sein Attest – oder besser eine Kopie davon. „Wir müssen jetzt überprüfen, ob das echt ist“, sagt Maurer.

Original oder Fake? Polizist Robert Maurer (links) und sein Kollege Michael Rottmüller überprüfen, ob das Attest zur Befreiung der Maskenpflicht echt ist.

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Er macht ein Foto von dem Dokument, nimmt auch hier die Daten auf. Sollte es sich bei dem Schreiben um ein gefälschtes Attest handeln, muss der Mann mit einer Anzeige wegen einer Fälschung von Gesundheitszeugnissen rechnen. Das wäre eine Straftat, die eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe zur Folge hätte.

Zehn Verstöße: Ein ruhiger Vormittag

Es sind drei von insgesamt zehn Verstößen, die die Rosenheimer Polizei heute Vormittag (12. November) feststellte. Für Maurer und seine Kollegen ein ruhiger Tag. „Wir ziehen ein sehr positives Fazit.“

Dass es auch anders geht, zeigen zwei Kontrollen, die am Dienstag (11. November) durchgeführt wurden. „Da mussten wir insgesamt 63 Verwarnungen aussprechen“, sagt der Polizeihauptkommissar.

Immer wieder gibt es Ausreden

Fast alle hätten sich einsichtig gezeigt. Einige versuchten es mit Ausreden, gaben an, nicht gewusst zu haben, dass in der Fußgängerzone eine Maskenpflicht herrscht. Ein Einwand, den die Rosenheimer Polizei so zwar nicht gelten lassen will. Aber es komme tatsächlich immer wieder vor, dass die Schilder, die auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung hinweisen, gestohlen werden.

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Das bestätigte jetzt auch die Stadt Rosenheim. „Viele Schilder werden außerdem beschädigt“, sagt Pressesprecher Christian Schwalm. Diese werden – sobald bemerkt – von den Mitarbeitern des Bauhofs ersetzt.

Optimierung der Beschilderung soll kommen

Und auch an einer Verbesserung der Beschilderung werde im Moment gearbeitet. Am Donnerstag, 12. November, hat deshalb eine Ortsbesichtigung stattgefunden, an der auch Donat Steindlmüller vom Rosenheimer Ordnungsamt teilgenommen hat. „Es wurde überprüft, wo die Beschilderung schlecht sichtbar ist und optimiert werden muss“, sagt Schwalm.

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Ausreden dürfte es dann keine mehr geben. Bis dahin appelliert Polizeihauptkommissar Robert Maurer an die Bürger: „Seid weiterhin vernünftig, tragt die Maske, dann sind wir alle miteinander auf einem guten Weg.“

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