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Interview mit Initiator Christian Hlatky

Rosenheimer „Paten für Geflüchtete“ geht von Bürgerstiftung Rosenheim an Caritas über

Das Ehrenamt hat viele Facetten: Für die Geflüchteten gab es in den fünf Jahren auch ein Lern- und Hausaufgabenprojekt – so wie hier, weit vor Corona .
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Das Ehrenamt hat viele Facetten: Für die Geflüchteten gab es in den fünf Jahren auch ein Lern- und Hausaufgabenprojekt – so wie hier, weit vor Corona .
  • Anna Hausmann
    vonAnna Hausmann
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Die Bürgerstiftung Rosenheim wird das Projekt „Paten für Geflüchtete“ zum Ende des Jahres an den Caritas Fachdienst Asyl – Migration übergeben. Christian Hlatky, Leiter des Patenprojektes bei der Bürgerstiftung Rosenheim, blickt auf eine ereignisreiche Zeit zurück:

Herr Hlatky, wie ist das Projekt damals zustande gekommen?

Christian Hlatky: Das Projekt ist ursprünglich aus dem Netzwerk der Sozialen Stadt entstanden. Bis 2015 war die Soziale Stadt bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (GRWS) angegliedert. Dort haben wir mit vielen ehrenamtlich Engagierten zusammengearbeitet. 2013 kamen die ersten Flüchtlinge nach Rosenheim. Damals gab es noch keine Gemeinschaftsunterkünfte, deshalb wurden sie in den Wohnungen der GRWS untergebracht. Dann sind wir auf die Idee gekommen, das bestehende Netzwerk an Ehrenamtlichen zu nutzen, um die Geflüchteten bei der Integration zu unterstützen.

Im Gespräch: Christian Hlatky.

Eine unabhängige Institution sollte her

Was steckt nun hinter der Übernahme?

Das Städtebauförderprogramm Soziale Stadt ist 2015 von der GRWS zur Stadtverwaltung in das Sozialamt gewechselt. Für viele Ehrenamtliche entstand somit ein bei der Ausführung ihres Ehrenamtes ein Interessenskonflikt, da ja das Sozialamt für die Unterbringung der Flüchtlinge verantwortlich ist, die Ehrenamtlichen aber selber vom Sozialamt beraten wurden. Die Ehrenamtlichen wünschten sich eine unabhängige Institution, die sie bei ihrer Arbeit unterstützt – keine, die bei der Stadtverwaltung angegliedert war.

Somit hat die Bürgerstiftung 2015 dieses Projekt von der Sozialen Stadt übernommen. Mehrere Stiftungen und Spender halfen uns dabei, dieses Vorhaben zu finanzieren, darunter die Sparkassen-Stiftung und die OVB-Medienhausstiftung. Es gab damals noch keine staatlichen Strukturen und Finanzierungen, für die Koordination des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe, deshalb sprang die Bürgerstiftung als Träger ein. Mittlerweile gibt es diese aber. Das bayerische Innenministerium hat nämlich das Programm „Integrationslotsen“ geschaffen.

Was bedeutet das genau?

Hier wird genau diese Koordinierungsarbeit für Ehrenamtliche gefördert. Die Bürgerstiftung hatte immer das Bestreben dieses Projekt nur so lange zu unterstützen, bis es geregelte Strukturen dafür gibt. Am Anfang dieses Jahres sind wir dann mit der Caritas und der Stadt Rosenheim ins Gespräch gegangen. Die Caritas hat daraufhin angeboten, dieses Projekt zu übernehmen.

Kein sturer Integrationsunterricht

Welche Aufgaben hat ein Pate?

Der Grundgedanke der Patenschaft ist, den Geflüchteten ein Ankommen in Rosenheim zu ermöglichen. Viele Ehrenamtliche sind gut vernetzt, sind in Sportvereinen tätig. Sie können Türöffner für die Geflüchteten sein, die aus ihrem eigenen Kulturkreis herausgerissen wurden. Statt sturem Integrationsunterricht können die Ehrenamtlichen Werte vorleben und Begegnungen ermöglichen. Am Anfang ging es um ganz fundamentale Hilfe, da mussten Wohnungen ausgestattet werden, Kleiderspenden waren gefragt. Helfen war einfach. Ein großer Schub an Helfern kam, als 2015 die Luitpoldhalle als Flüchtlingsunterkunft diente. Die Menschen haben sich unglaublich solidarisiert.

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Wie hat sich die Patenschaft im Laufe der Jahre entwickelt?

Zu Hochzeiten hatten wir über 300 Ehrenamtliche, nicht alle von ihnen waren allerdings Paten. Mittlerweile hat sich die Zahl bei etwa 50 Helfern eingependelt. Das Ehrenamt hat nachgelassen, war die Flüchtlingssituation doch am Anfang noch sehr medial präsent. Das Ehrenamt wurde immer differenzierter und schwieriger, nach und nach ging es immer mehr um die harte Integrationsarbeit. Aber durch Deutschkurse und Integrationsberatungsstellen wurden die Ehrenamtlichen auch bei ihrer Arbeit entlastet.

Welche Neuerungen sind mit der Übernahme geplant?

Erst einmal soll das Projekt so weiterlaufen wie bisher. Wir hatten bereits die ersten Abstimmungsgespräche. Die Caritas möchte die Menschen bei ihrem Ehrenamt unterstützen. Klassische Patenschaften gab es eh nicht mehr, die Arbeit hat sich verlagert auf Projekte, Nachbarschafts- und Hausaufgabenhilfe oder auch Umzugsaktionen

Vor welchen Herausforderungen standen Sie?

Es gab auch Rosenheimer, die kritisch waren, wie das Zusammenleben mit Geflüchteten funktionieren soll. Ehrenamtliche Patenprojekte eignen sich vor allem für Geflüchtete, die integrationswillig sind, sie schaffen Begegnungen um Vorurteile abzubauen.

Einige Ehrenamtliche waren aber auch mit den alltäglichen Herausforderungen überfordert. Aber wenn die Geflüchteten Teil der Gesellschaft werden wollten, waren sie sehr gut aufgehoben in unserem Projekt.

Auf welche Höhepunkte blicken Sie zurück?

Das Projekt hat für den sozialen Frieden in der Stadt mitgesorgt. Es waren unglaublich spannende fünf Jahre, die Ehrenamtlichen haben viel geleistet. So viele Menschen konnten ein Leben in Rosenheim mit dieser Unterstützung starten. Bis heute gibt es Freundschaften zwischen den Ehrenamtlichen und den Geflüchteten.

HINWEIS: Ab dem 1. Januar ist Juliana Spindler (julianaraissa.spindler@caritasmuenchen.de; 08031 3531121) die neuen Ansprechpartnerin für ehrenamtliche Helfer.

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