Vier Spuren für die Kufsteiner Straße im Norden - Rosenheimer Stadtrat hat entschieden

Kufsteiner Straße Entscheidung
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Die Kufsteiner Straße in Rosenheim bekommt im nördlichen Bereich vier Spuren. Der Stadtrat hat entschieden.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Die Eisenbahnunterführung in der Kufsteiner Straße soll von den derzeitigen zwölf auf 24,30 Meter aufgeweitet und damit doppelt so breit werden. Dafür sprachen sich jetzt die Mitglieder im Haupt- und Finanzausschuss aus. Eine endgültige Entscheidung fällt heute im Stadtrat.

Update 22 Juli, 18.15 Uhr: 

Kufsteiner Straße bekommt vier Spuren

Die Entscheidung ist gefallen: Der nördliche Teil der Kufsteiner Straße, von der Klepper- bis zur Brianconstraße, soll vierspurig ausgebaut werden. Im Stadtrat stimmten die Mitglieder mit 31:12 ab. Die Grünen und die Republikaner stimmten dagegen.

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Update 22. Juli: 

Heute Entscheidung im Stadtrat

Am Mittwoch, 22. Juli, fällt die endgültige Entscheidung über den Ausbau der Kufsteiner Straße im Stadtrat. Dann wird auch darüber entschieden, wie gegebenfalls der Teil der Kufsteiner Straße von der Klepper- bis zur Brianconstraße ausgebaut werden soll.

Wir berichten an dieser Stelle live aus der Sitzung des Stadtrats ab ca. 17.20 Uhr. 

Auch ein Thema am 22. Juli:  Corona-Krise: Rosenheimer Stadtrat entscheidet heute über Haushaltssperre

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Update 16. Juli: 

Rosenheim – Die Bahnunterführung in der Kufsteiner Straße beschäftigt Rosenheim seit Jahren. So hatte die Bahn bereits 2011 gesagt, dass Untersuchungen gezeigt hätten, dass die Bahnbrücke höchstens noch fünf Jahre halten würde. 2014 änderte die Bahn ihre Meinung, sagte, eine Erneuerung sei aufgrund der Komplexität der Aufgabenstellung nicht vor 2017/18 möglich.

Auch interessant: So soll der südliche Teil der Kufsteiner Straße aussehen.

Optisch kein guter Eindruck: Eisenstücke sind von Rost befallen, das Mauerwerk wirkt bröckelig. Schlecker

Optisch in keinem guten Zustand

Zwei Jahre später steht die Brücke noch immer – befindet sich aber rein optisch in keinem guten Zustand. Das Mauerwerk wirkt bröckelig, der Rostbefall an den Eisenstücken ist deutlich zu sehen. Und auch der enge Rad- und Gehweg sowie die zweispurige Fahrbahn ärgern viele Bürger. Doch eine Lösung scheint in Sicht: Mit dem geplanten Ausbau der Kufsteiner Straße soll jetzt auch die Eisenbahnunterführung erneuert werden.

Beidseitiger Geh- und Radweg

Eine Diskussion dazu gab es im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss. Geplant ist laut Verwaltung eine Aufweitung der Unterführung auf 24,30 Meter. So soll es beidseitig einen 4,55 Meter breiten Geh- und Radweg geben. Die Radwege sollen zwei Meter breit werden, die Gehwege 1,80 Meter. Hinzu kommen drei Sicherheitsstreifen von jeweils 0,25 Meter.

Zusätzliche Flächen müssen erworben werden

Die Straße selbst soll vierspurig werden mit einer Breite von 15,20 Meter. Hinzu kommen – an beiden Seiten – ein sogenannter Schrammbord (0,50 Meter), sowie eine Stützwand zum Geh- und Radweg (0,60 Meter). Für die Verbreiterung sei laut Verwaltung eine Verschiebung in Richtung Westen erforderlich. Dazu müssten zusätzliche Flächen erworben werden. „Das wird als realisierbar angesehen“, teilt die Verwaltung mit. Für die Aufweitung der Brücke fallen für die Stadt Kosten in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro an. An diesen Kosten beteiligt sich der Bund als Folge der Umstufung der B15 zur Staatsstraße mit rund 2,2 Millionen Euro.

Grüne wollen keine Vierspurigkeit

Die Stadtratsfraktion der Grünen sprach sich gegen eine Ausweitung aus. Fraktionsvorsitzende Franz Opperer sagte, seine Fraktion habe lange über das Thema diskutiert, wäre sogar bereit gewesen, dem Beschluss einer Aufweitung mitzutragen. Allerdings nur dann, wenn von der geplanten Vierspurigkeit abgesehen und die Ziele des Radentscheids beachtet werden.

Lesen Sie auch: Streit zwischen Rosenheimer CSU und den Grünen wegen Kufsteiner Straße

Radentscheid nicht bei ersten Bauprojekt vernachlässigen

So sehe das Bürgerbegehren vor, Radstreifen, Schutzstreifen und Sicherheitstrennstreifen breiter auszulegen als vom Gesetzgeber vorgesehen. Heißt: 2,25 Meter statt den wie in den derzeitigen Planungen vorgesehenen zwei Metern. „Wir können die Ziele des Radentscheids nicht gleich bei dem ersten großen Bauprojekt vernachlässigen“, kritisierte auch seine Fraktionskollegin Sonja Gintenreiter.

„Für alle Verkehrsteilnehmer da“

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler/UP, Robert Multrus, sagte, er sei gerne bereit, den Radentscheid umzusetzen, aber eben nicht „auf allen Haupt- und Verkehrsstraßen“. „Dort, wo es möglich ist, werden wir es auch tun. Aber wir sind für alle Verkehrsteilnehmer da.“

Eine Sache der Markierung

Helmut Cybulska, Dezernent für Stadtplanung, Umwelt und Bauwesen, gab zu bedenken, dass der Platz, den Radweg weiter zu verbreitern, durchaus gegeben sei. „Es ist eine Sache der Markierung“, sagte er und fügte hinzu: „Es wäre möglich, den Radentscheid umzusetzen.“

SPD-Vermittler Erdogan

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Abuzar Erdogan, versuchte, als Vermittler zu fungieren. Es sei unumstritten, dass der Rad- und Gehweg Priorität haben sollte. „Ich verstehe nicht, warum wir uns das Leben schwer machen, wenn es noch keine konkrete Idee für eine Gestaltung gibt“, sagte er. So sei durchaus vorstellbar, dass eine der vier Spuren als Busspur verwendet werden könnte.

Entscheidung im Stadtrat

Eine Meinung, die auch Oberbürgermeister Andreas März (CSU) teilte. So liege es an den Stadträten, was letztendlich mit den Spuren passiere. Auch Radschnellwege seien eine Option. Im Moment gehe es einzig um die Aufweitung, dann könne entschieden werden, wie die Flächen verteilt werden. Trotz des „Schönwaschens von Erdogan“, wie es Opperer nannte, stimmten die Grünen mit 3:8 gegen die Aufweitung.

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