30 Stände mit lokalen Waren

Rosenheimer Ludwigsplatz wird für einen Tag zur Schmankerlstraße: Ein Besuch vor Ort

Ist seit vier Jahren dabei: Georg Loferer aus Rohrdorf weiß, was einen guten Kürbis ausmacht.
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Ist seit vier Jahren dabei: Georg Loferer aus Rohrdorf weiß, was einen guten Kürbis ausmacht.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Honig, Deko-Artikel aus Wolle und Milch aus der Kanne: Unter dem Motto „Wir sind für Euch da“ fand am gestrigen Freitag die Schmankerlstraße auf dem Rosenheimer Ludigsplatz statt. An 30 Ständen verkauften Landwirte aus der Region ihre Erzeugnisse.

RosenheimGeorg Loferer (31) kennt sich aus mit Kürbissen. 60 verschiedene Sorten hat er an seinem Stand aufgereiht, dazu Äpfel und Birnen. Der Kürbisbauer kommt aus Rohrdorf, ist seit vier Jahren ein fester Bestandteil der Schmankerlstraße. „Es ist eine gute Möglichkeit, um sich und seine Ware zu präsentieren“, sagt er.

Ein Kürbis, der wie eine Süßkartoffel schmeckt

Er begrüßt die Kunden, stellt seine Lieblingssorten vor. Da wären „Festival“, „Cream of the Crob“ und „Eden Blue“. Einige kann man roh essen, andere müssen gebacken werden. Sein heimlicher Favorit: die Sorte „Delicata“. „Die schmecken wie Süßkartoffeln“, verrät Loferer. Auch die Zubereitung sei ähnlich.

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Loferer posiert für Fotos, hält die schönsten Kürbisse in die Kamera. Er sei froh, dass die Schmankerlstraße trotz der Coronakrise stattfindet, spricht von einem „wichtigen Zeichen“. Die Ernte sei in diesem Jahr „sehr durchwachsen“ gewesen. „Die Äpfel waren schlecht, Nüsse gab es keine, dafür waren die Kürbisse gut“, sagt er. Und genau die nehmen auch einen Großteil seines Standes ein und locken die zahlreichen Besucher mit ihren unterschiedlichen Farben und Formen an.

Produkte aus Wolle und Filz

Setzen auf Wollen und Filz: Anni Stephan (links) und Elisabeth Berneder aus Neubeuern.

Schräg gegenüber stehen Anni Stephan und Elisabeth Berneder aus Neubeuern. Die beiden verkaufen Produkte aus Wolle und Filz. Es gibt Hüte, Taschen und Dekoartikel. Alles ist handgemacht. „Die Schmankerlstraße holt die Regionalität in die Stadt“, sagt Stephan.

Kreisobmann Josef Bodmaier eröffnete Veranstaltung

Es ist eine Meinung, die auch Josef Bodmaier, Kreisobmann des Bauerverbandes, teilt. Stolz eröffnete er die Veranstaltung, begrüßte Bürgermeister und Abgeordnete aus der Region. Er sagte, wie wichtig es sei, dass sich die Besucher der Schmankerlstraße selber von der „hohen Qualität der Produkte“ überzeugen können.

Drei Brauereien sind vertreten

„Während der Corona-Krise haben wir gesehen, wie wichtig die regionale Versorgung ist“, sagte er. Zwar erinnere die Schmankerlstraße in diesem Jahr mehr an einen „großen Bauernmarkt“, zu entdecken gebe es aber trotzdem einiges – darunter Fleisch-, Fisch-, Brot- und Bierspezialitäten. Außerdem gibt es Milcherzeugnisse, Honig, Obst und Säfte.

Amtierende Bierkönigin wieder dabei

Mittendrin: Honigprinzession Alexandra Krumbachner, amtierende Bierkönigin Veronika Ettstaller und Milchkönigin Beatrice Scheitz. „Ich möchte das bayerische Bier in allen Facetten präsentieren“, sagte Ettstaller. Sie freue sich, dass auch in diesem Jahr drei Brauereien vertreten sind, finde es schön „wie alle zusammenarbeiten“.

Hoheitlicher Besuch: (von links) Milchkönigin Beatrice Scheitz, Bierkönigin Veronika Ettstaller und Honigprinzessin Alexandra Krumbacher.

Ähnlich begeistert zeigte sich Beatrice Scheitz aus Erling. Sie schwärmte von der „wunderschönen Gegend für die Milchwirtschaft“, lud die Gäste auf ein Glas Milch an der Milchkanne ein. Unter den Gästen: Landrat Otto Lederer und Oberbürgermeister Andreas März. März bezeichnete sich selbst als „Fan der Schmankerlstraße“. Es sei wichtig, „sich auf die Stärken in unserer Region zu besinnen, so Oberbürgermeister März. Er erinnerte aber auch daran, dass „hohe Qualität einen Preis hat“.

Frische, Nachhaltigkeit und Nähe

Landrat Otto Lederer fügte ergänzend hinzu, dass er hoffe, dass die Leute auch in Zukunft auf Frische, Nähe und Nachhaltigkeit setzen.

Fünfeinhalb Stunden später sind die Stände zusammengepackt und die übrig gebliebenen Lebensmittel verstaut. Die Schmankerlstraße ist vorbei. Was bleibt, ist die Hoffnung der Erzeuger, dass die Menschen in Zukunft verstärkt zu Produkten aus regionaler Herstellung greifen.

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