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Corona findet prominentes „Opfer“

Warum ein absoluter Kultclub in Rosenheim nach fast 30 Jahren den Besitzer wechselt

Thomas Ottitsch in seinem neuen „oidn Kiosk“ am Simsee
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Thomas Ottitsch in seinem neuen „oidn Kiosk“ am Simsee
  • Tim Niemeyer
    VonTim Niemeyer
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Auch wenn sich langsam die Hoffnung breit macht, dass die Corona-Pandemie vielleicht bald ein Ende findet oder die Gesellschaft zumindest zu einer Art präcoronalen Normalität zurückkehrt - aktuell hält der Dauer-Lockdown zumindest in der Clubszene noch an. Die seit Ewigkeiten geschlossene Tür, hat mit dem Tatis nun ihr erstes prominentes „Opfer“ gefunden.

Rosenheim - Vor einigen Wochen hat rosenheim24.de über die Perspektivlosigkeit im Rosenheimer Nachtleben berichtet, viel getan hat sich seitdem nicht. Zumindest was die Öffnungsmöglichkeiten betrifft. Abseits davon hat sich das Leben von Tatis-Institution Thomas Ottitsch komplett auf den Kopf gestellt. Am 17. März diesen Jahres feierte er ein trauriges Jubiläum - 365 Tage hatte er seinen Club zu diesem Zeitpunkt geschlossen, nachdem er davor quasi 30 Jahre am Stück geöffnet hatte. Mittlerweile sind es fast 500 Tage.

Natürlich konnte und wollte Ottitsch nicht einfach nur däumchendrehend rumsitzen und die Situation über sich ergehen lassen. Nachdem er zwischenzeitlich sogar auf dem Bau mit angepackt hat, übernahm er im April eine weitere Kultstätte in der Region Rosenheim - den Simseekiosk in Baierbach. Eigentlich hatte Ottitsch den Plan mit dem Tatis wieder groß durchzustarten, wenn es die Situation wieder zulässt, im März sagte er noch „das Tatis gehört zu mir und das bleibt auch so.“

Doch nun auf einmal die plötzliche Wendung, Ottitsch hat das Tatis abgegeben und wird sich künftig nur noch auf den „oidn Kiosk“ am Simsee konzentrieren. In Zukunft nimmt Markus Wunderlich, seines Zeichens Inhaber der One-Bar und des Eiskellers in Aschau, das Tatis unter seine Fittiche. Ottitsch und Wunderlich klären gegenüber rosenheim24.de auf wie es dazu kam.

Ergeben hat sich das Ganze mehr oder weniger aus einem spontanen Gespräch heraus. Ottitsch ist die Entscheidung freilich nicht leicht gefallen. Gegenüber rosenheim24.de erzählt er, dass er zusammen mit seiner Frau lange überlegt hat, aber sich im Endeffekt dann dazu entschied , die Bar abzugeben - auch weil ihm zwei Faktoren die Entscheidung erleichtert haben.

Zum einen hat Ottitsch mit seinem neuen „oidn Kiosk“ alle Hände voll zu tun, ist vor allem bei den heißen Temperaturen teilweise 15 Stunden am Tag vor Ort. Außerdem weiß er, dass das Tatis bei Markus Wunderlich in guten Händen ist, sonst hätte er den Club, der quasi sein Lebenswerk darstellt, niemals abgegeben. Die beiden Größen des Rosenheimer Nachtlebens kennen sich schon seit Jahren. Als Ottitsch bei Wunderlich wegen eines Verkaufs nachfragte, konnte dieser einfach nicht nein sagen, im Gegenteil.

Gegenüber rosenheim24.de berichtet er: „Das Tatis ist eines der besondersten Nachtlokale in Rosenheim und das seit Jahrzehnten, das passt einfach, auch als Kontrast zur One Bar.“ Ottitsch und Wunderlich sind sehr darauf bedacht, mögliche Skeptiker schnell zu besänftigen. Beide erzählen, dass sich am Tatis nicht viel ändern wird. Die Bar soll ihren Grundcharakter behalten und selbst die Getränkekarte bleibt größtenteils so wie sie ist. Deswegen behält das Lokal auch seinen Namen. Lediglich einen Ausbau des Innenhofs plant Wunderlich für die Zukunft: „wir wollen eine Bar im Innenhof aufbauen, die schon ab 19 Uhr zum gemütlichen Draußensitzen einlädt.“

Am liebsten würde er beim Tatis zumindest den neuen Außenbereich ab 1. August wieder öffnen, aber die Planungen hierfür gestalten sich noch mit sehr viel Vorsicht. Die One Bar soll dann wieder aufgesperrt werden, sobald man ohne Bedenken mehr als zehn Personen an die Tische bekommen kann und - darauf liegt der Fokus - ohne Sperrstunde. Für den Eiskeller gibt es keine Planungen. Hier bleibt abzuwarten, wann auf Regierungsebene eine Entscheidung zur Öffnungsperspektive für Clubs und Diskotheken fällt.

Thomas Ottitsch nutzt im Gespräch mit rosenheim24.de noch die Gelegenheit, um sich einmal zu bedanken. Seine Grüße gehen raus an alle Gäste, die ihn jahrelang unterstützt haben und fleißig ins Tatis gekommen sind. Ohne sie wäre der Laden nie zu der Rosenheimer Institution geworden, die er jetzt ist. Außerdem richtet er seinen speziellen Dank an sein treues Personal, das ihn teilweise über Jahre hinweg begleitet hat. Er freut sich besonders, dass ein Teil davon auch unter der neuen Führung erhalten bleibt. Und selbstverständlich richtet er seine Wertschätzung auch seine Familie, die ihm immer zur Seite steht.

nt

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