Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ökumenische Woche für das Leben

Rosenheimer Kirchenvertreter und Hospizverein wollen, dass mehr über den Tod gesprochen wird

Krankheit, Schwäche, Sterben und Tod werden in unserer Gesellschaft nur selten thematisiert. Die Aktion „Woche für das Leben – Leben im Sterben“ soll das ändern.
+
Krankheit, Schwäche, Sterben und Tod werden in unserer Gesellschaft nur selten thematisiert. Die Aktion „Woche für das Leben – Leben im Sterben“ soll das ändern.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
    schließen

Mit der Pandemie dringt die Endlichkeit des Menschen wieder ins Bewusstsein. Doch nur selten werden Krankheit, Schwäche, Sterben und Tod in unserer Gesellschaft thematisiert. In den kommenden Tagen soll sich das ändern. Dann findet die Aktion „Woche für das Leben – Leben im Sterben“ statt.

Rosenheim – Das Sterben gehört zum Leben dazu. Das weiß wahrscheinlich niemand besser als die Koordinatorin des Rosenheimer Jakobus Hospizvereins, Barbara Noichl. Sie betreut – gemeinsam mit 50 ehrenamtlichen Hospizbegleitern – Menschen, deren Leben zu Ende geht, lindert Symptome und spricht Trost zu. Daran habe auch die Corona-Krise nichts geändert, obwohl vieles durch sie erschwert worden ist.

Abschiednehmen wird durch Pandemie erschwert

„Die Pandemie hat das Abschiednehmen nicht nur beeinträchtigt, sondern teilweise sogar unmöglich gemacht“, sagt Barbara Noichl. In den vergangenen Monaten sei ihr Beruf dadurch noch herausfordernder geworden.

Lesen Sie auch: Das Chiemseehospiz in Bernau begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg (Plus-Artikel OVB-Online)

Umso wichtiger findet sie es, gemeinsam mit den Mitarbeitern ihres Vereins, an der ökumenischen Woche für das Leben unter dem Thema „Leben im Sterben“ teilzunehmen.

Bewusster Umgang mit dem Lebensende

Nachdem die Woche im vergangenen Jahr aufgrund des bundesweiten Lockdowns nicht stattfinden konnte, wird die Sorge um Schwerkranke und sterbende Menschen durch palliative und seelsorgliche Begleitung erneut aufgegriffen. „Wir wollen die Menschen für einen bewussten und wertschätzenden Umgang mit dem Lebensende sensibilisieren“, sagt Barbara Noichl. Stattfinden sollen unter anderem Führungen, Workshops und Gespräche zur Endlichkeit – entweder online oder corona-konform (siehe Kasten).

Hilfe, für die Menschen, die Beistand suchen

Doch es ist nicht nur während dieser Aktionswoche, dass sich die Evangelische und Katholische Kirche mit dem Themen Leben und Sterben auseinandersetzt. Das bestätigt auch Dekanin Dagmar Häfner-Becker. Gemeinsam mit den Klinik-Seelsorgern, den Pfarrern der Kirchengemeinde, der Notfallseesorge und den Kräften der Telefonseelsorge leisten die Kirchen in ökumenischer Gemeinschaft sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich einen großen Beitrag für die Menschen, die Beistand suchen.

Blick gilt nicht nur Sterbenden allein

„Das ist gelebte Kirche. Das tun wir schon immer, aber besonders auch jetzt in Zeiten von Corona“, sagt die Dekanin. Der Blick gelte dabei „nie dem Sterbenden alleine“. Auch die Angehörigen und Pflegenden würden Zuwendung benötigen. „Dass Sterben ein Teil unseres Lebens ist, auch lange bevor wir selbst sterben, wird oft verdrängt“, weiß Barbara Noichl.

Unterstützung durch Diakonie und Caritas

Dekan Daniel Reichel weist bei dem Thema Tod auch auf die theologische Dimension hin. „Gerade kurz nach Ostern ist die Auferstehung von Jesus Christus noch sehr präsent.

Lesen Sie auch: Hospizbegleiterin Lilo Schmidt geht offen mit dem Tod um – auch an Weihnachten (Plus-Artikel OVB-Online)

Sie bedeutet seine lebendige Gegenwart im Hier und Jetzt, die durch die Liebe eines Anderen spürbar wird.“ Mit der Gewissheit „Gott liebt mich“ verliere der Tod seinen Schrecken.

Angebot soll erweitert werden

Helfen würde auch, dass die Kirchen über ihre Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas viele Angebote für Menschen haben, die am Ende ihres Lebens angekommen sind und einen Weg suchen, damit umzugehen.

Lesen Sie auch: Priener Hospizbegleiterin erzählt: „Man kommt sich selbst sehr nah“ (Plus-Artikel OVB-Online)

Mit der Aktion „Woche für das Leben – Leben im Sterben“ soll dieses Angebot noch einmal ausgeweitet werden.

Mehr zum Thema

Kommentare