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Endlich rührt sich wieder was

Wiesn-Streiflichter vom Dienstag: Auf dem Rosenheimer Herbstfest geht‘s weiter rund

Michaela Kaniber kam gleich zweimal auf die Wiesn. Vorne von links: Stellvertretende Landrätin Marianne Loferer, Kaniber und die Rosenheimer FU-Vorsitzende Alexandra Linordner; hinten: Landrat Otto Lederer, Stöttner und OB Andreas März.
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Michaela Kaniber kam gleich zweimal auf die Wiesn. Vorne von links: Stellvertretende Landrätin Marianne Loferer, Kaniber und die Rosenheimer FU-Vorsitzende Alexandra Linordner; hinten: Landrat Otto Lederer, Stöttner und OB Andreas März.
  • Ludwig Simeth
    VonLudwig Simeth
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Auf dem Rosenheimer Herbstfest wimmelt es nur so vor kleinen und großen Geschichten. Dabei träumt der Wiesn-Igel Ignaz nicht nur von Bierhoff und vom FC Saufhemden, er hat einen Aloysius aus Afrika getroffen und vielleicht auch die Miss Herbstfest 2040.

Rosenheim – Vier Tage sind vorbei auf der Wiesn. Die Stimmung ist gut, und auch das Wetter zeigte sich am Dienstag erneut von seiner allerbesten Seite.

Michaela Kaniber kam gleich zweimal auf die Wiesn

Rosenheim ist nicht Hinterdupfing und das Herbstfest keine Wald-und-Wiesen-Veranstaltung. Dort trifft sich auch Bayerns Elite aus Wirtschaft und Politik gern, in lockerer Atmosphäre, ganz ohne das sonst übliche staatstragende Protokoll. Und so kam Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) sogar schon zweimal: am Montag zum Treffen der meine Volksbank Raiffeisenbank eG im Flötzinger und am Dienstag, auf Einladung des Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner, zum Bierbichler. Dort tauschte sie sich mit Unternehmerinnen und Politikern aus der Region aus, unter anderem mit Stellvertretender Landrätin Marianne Loferer, der Rosenheimer FU-Vorsitzenden Alexandra Linordner; Landrat Otto Lederer und OB Andreas März.

Bier zu Null und Bieräus: Wenn der Wiesnigel träumt

Träume an der Torwand: Von Bierhoff bis Olympiakos Bieräus.

Wenn der Wiesnigel Ignaz nach einem langen Herbstfestabend an der Torwand von Zettls Sport-Studio in der Kindergasse vorbeistreift, dann geht ihm das Herz auf. Dann leuchten seine Augen. Dann träumt er von seinen Lieblingsfußballern: Bierhoff, Feinbier, Füllkrug, Bierofka oder Bieroslav Klose. Dann denkt er an sein Lieblingsergebnis: Bier zu Null. Und an seine vielen Lieblingsklubs: Dynamo Tresen, den FC Saufhemden, den AC Weinland, Olympiakos Bieräus oder Steaua Sambucarest.

+++ Weitere Fotos und Artikel zur Wiesn gibt‘s auf der Herbstfest-Webseite +++

Oder wäre der passendere Verein für ihn doch eher Real Litätsverlust? Schließlich träumt er auch von der Einführung der Masstercard als wiesn-massgeschneidertes Bezahlungsmittel, von der Massterarbeit an der TH und einer Happy Christmass...

Ein Prosit auf die „Après-Wiesn“

Jahrhundertelang war das Französische die Sprache der Diplomatie – vermutlich wegen der Möglichkeit, Probleme elegant anzusprechen. Als in den Alpen das Skilaufen zur Mode wurde, entwickelte sich als Entspannung nach dem kräftezehrenden Brettlsport das gesellige Zusammensein zum „Après-Ski“. Das Vordringen der englischen Sprache hat diesen Begriff noch nicht verdrängen können, aber im Umfeld der Rosenheimer Wiesn locken jetzt Lokale für Nachtschwärmer, denen die Wiesn zu früh schließt, mit der „After-Wiesn“.

Irgendwie fände der Wiesnigel Ignaz die Bezeichnung „Après-Wiesn“ angenehmer, auch wenn die „After-Wiesn“ logisch dem Trend zu den Anglizismen folgt, sozusagen geradezu proktologisch. Wobei dem Ignaz nach dem Wiesnmärzen ein Glaserl Wein als Absacker keineswegs am A…. vorbeiginge.

Wirte-Treffen: Endlich rührt sich wieder was

Beim Wirtestammtisch: Auf dem Bild von links: Festwirt Werner Heinrichsberger junior mit Ehefrau Carolin, Dehoga-Kreisvorsitzende Theresa Albrecht vom Gasthof „Zur Post“ in Rohrdorf, Dehoga-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert aus Bad Aibling und Auerbräu-Geschäftsführer Dirk Steinebach.

Sich zuaprosten bei einer herzhaften Brotzeit – endlich geht das wieder. Das freut nicht nur Herbstfest-Besucher, sondern vor allem auch Wirtinnen und Wirten in der Region. Waren es doch gerade die Gastronomie-Verantwortlichen, die lange ohne ihre Gäste auskommen mussten. Umso mehr sind sie jetzt dankbar, dass wieder kleine und größere Feierlichkeiten, Stammtische und Veranstaltungen möglich sind. So kam es beim Herbstfest-Neustart auch wieder zum traditionellen Wirtetreffen, diesmal beim neuen Auerbräu-Festwirt Werner Heinrichsberger.

Themen gab es dort genug, denn Energiekrise, explodierende Kosten und Preise, Corona und der Mitarbeitermangel halten die Branche weiter in Atem. Es diskutierten unter anderem: Festwirt Werner Heinrichsberger junior mit Ehefrau Carolin, Dehoga-Kreisvorsitzende Theresa Albrecht vom Gasthof „Zur Post“ in Rohrdorf, Dehoga-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert aus Bad Aibling und Auerbräu-Geschäftsführer Dirk Steinebach.

Mürrisch rein – lustig wieder raus

Besser könnte es der Wiesnigel Ignaz nicht auf den Punkt bringen. 1955 schrieb ein Wiesn-Fan: „Die Wiesn ist ein Gesundbad. Man geht mürrisch hinein und geht lustig hinaus.“ Warum? „Weil man dort erlebte und nicht erlebte Heldentaten erzählen kann, die Nachbarin drücken darf, wenn die eigene Frau gerade trinkt und dem feinen Herrn von gegenüber sagen kann, was man sonst das ganze Jahr über nicht sagen dürfte.“

Vom Aloysius und vom Aloisius

Nigerianische Zurückhaltung beim Bier: Pfarrer Aloysius Ezeoba mit der langjährigen Pfarrhaushälterin im Dekanat Rosenheim, Inge Tschirch.

Aloisius – welcher Bayer denkt bei dem Namen nicht sofort an Ludwig Thomas gleichnamigen „Münchner im Himmel“? Zwar nicht aus höheren Sphären, aber von sehr weit her kommt auch Aloysius Ezeoba. Er ist Pfarrer in Nigeria. Im herbstfestlosen Jahr 2021 verbrachte der Seelsorger sechs Wochen am Chiemsee, jetzt klappte es doch noch mit der Wiesn-Premiere. An eine Mass Bier traute er sich dennoch nicht heran: „Ein Liter Radler – das ist viel genug“, verriet der Aloysius mit „y“ der langjährigen Pfarrhaushälterin im Dekanat Rosenheim, Inge Tschirch. So genügsam und zurückhaltend wäre Ludwig Thomas bayerischer Aloisius mit „i“ in Sachen Bier sicher nicht gewesen..

Erste Karussellrunde zu dritt: Fährt hier da Miss Herbstfest 2040 mit?

Erste Runde zu dritt: Charlotte, Luise und Matilde.

Mit der ganzen Familie in fescher Tracht über die Wiesn bummeln – was gibt es Schöneres? Für die drei Schwestern Charlotte, Luise und Matilde Hofbauer, die mit Papa Michael und Mama Alexandra aufs Herbstfest kamen, dürfte es nach den Wiesn-Ausfällen von 2020 und 2021 die erste Karussellrunde zu dritt gewesen sein. Die drei Chiemgauer Dirndl meisterten diese Premiere sehr souverän. Kamerascheu sind sie offensichtlich auch nicht, weshalb der Wiesnigel Ignaz seine Gedanken in die ferne Zukunft schweifen ließ: Ob da wohl eine künftige Miss Herbstfest am Steuer sitzt? Wer weiß das schon.

Familienbummel: Die drei Schwestern Charlotte, Luise und Matilde Hofbauer mit Papa Michael und Mama Alexandra.

Denkbar wäre für das Trio allerdings auch eine Karriere als eingespieltes Schiedsrichterinnen-Gespann, denn Vater Michael gilt in der heimischen Fußballwelt seit Jahrzehnten als einer der renommiertesten Referees. Hofbauer pfeift für den TSV Bernau, und das hochklassig, unter anderem in der Bayernliga.

Der Redaktions-Wiesnigel Ignaz pfeift ebenfalls, allerdings lieber am Biertisch, und dann eher aus dem letzten Loch, wenn sein Märzenkonsum in hochklassig-hochpromillige Dimensionen vorstößt. Aber bis 11. September muss er durchhalten. Dann kann er sich wieder verpfeifen und auswechseln lassen.

Papagei? Papageno? Papaya? Papalapapp!

Sie ziehen den Papagei dem Papageno vor: Zu sehen sind hier am Stammtisch Benno Köttner, Peter Gurdschick junior und senior, Florian Fleischer (von links), Bertl Aicher, Schorsch Bamberg und Peter Skrzypczyk (von rechts).

Das legendäre „Papagei“ ist in Rosenheim bei der Generation „Ü60“ unvergessen. Über Jahrzehnte hinweg war das Tanzcafé der bekannteste Schuppen zwischen München und Salzburg.

Das „Papagei“ ist Geschichte – der Stammtisch aber nicht. Seit 56 Jahren trifft sich das „Kernteam“ in der Auerbräu-Festhalle auf dem Herbstfest, und zwar an allen 16 Wiesn-Tagen.

Bunte Paradiesvögel gab es im „Papagei“ zwar jede Menge, der Name ist jedoch eine Anspielung an den Namen des Lokalbesitzers: „Papa Geisenfelder“. Vielleicht sind Papaya, Paparazzi und Papageno ja ähnlich entstanden, betrieb der Wiesnigel Ignaz ein wenig Wortkunde. „Papalapapp“,sagten sich die Stammtischler, „dring ma lieber no a Mass auf de oide Zeitn.“.Ruprecht

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