Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Pläne für Ende August

Rosenheimer Herbstfest 2022: Veranstalter will Wiesn trotz Restrisikos heuer „unbedingt“ durchziehen

Wieder Volksfeststimmung ab Ende August: Der Wirtschaftliche Verband Rosenheim plant für dieses Jahr wieder mit der Rosenheimer Wiesn. 
+
Wieder Volksfeststimmung ab Ende August: Der Wirtschaftliche Verband Rosenheim plant für dieses Jahr wieder mit der Rosenheimer Wiesn. 
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
    schließen

„Unbedingt“ will Rosenheims Wirtschaftlicher Verband in diesem Jahr das Herbstfest veranstalten. Das kündigte die Gemeinschaft während ihrer jüngsten Jahreshauptversammlung an. Doch trotz guten Mutes: Ein Restrisiko, das Fest coronabedingt kurzfristig doch absagen zu müssen, bleibt.

Rosenheim – Vom 27. August bis zum 11. September soll das Rosenheimer Volksfest heuer wieder auf der Loretowiese laufen. Hierfür will der Veranstalter, der Wirtschaftliche Verband Rosenheim (WV), mehrere Szenarien prüfen. Darunter auch, welche pandemiebedingten Auflagen noch verschmerzbar sind, damit das Herbstfest seinen Charakter aufrecht erhält. So berichtet der Geschäftsführer des WV, Klaus Hertreiter. „Ein gewisses Restrisiko bis zum Tag, an dem es losgeht, besteht“, ergänzt Hertreiter, dass es dem Herbstfest schlimmstenfalls so ergehen könnte wie dem Christkindlmarkt 2021.

Verschiedene Szenarien

Diesen sagte die Stadt im Dezember vergangenen Jahres mit Blick auf die Corona-Lage kurzfristig ab. Sehr zum Ärger der Marktbeschicker, die ihre Ware größtenteils schon eingekauft hatten und denen drohte, auf dieser sitzen zu bleiben.

Aktuell diskutiere man besagte Szenarien mit den beiden großen Partnern der Rosenheimer Wiesn, den Brauereien Flötzinger und Auer. Dort wiederum rennt man mit den Plänen quasi offene Türen ein: „Das freut uns“, erwidert der Geschäftsführer der Flötzinger Brauerei, Lorenz Stiglauer, auf die Nachricht, dass der Wirtschaftliche Verband wieder mit einem Herbstfest plant.

Flötzinger beteilige sich auf jeden Fall mit einem Zelt auf der Loretowiese. „Die Vorbereitungen, die hierfür zu tun waren, haben wir alle getroffen“, versichert Stiglauer. Auch Auer Bräu zeigt sich erfreut über die Absicht des Wirtschaftlichen Verbands: „Wir begrüßen, wie viele Rosenheimerinnen und Rosenheimer, die Nachricht, dass der WV eine Durchführbarkeit des Herbstfestes signalisiert“, sagt deren Sprecher MIchael HInterseer. Dort rechnet man jedoch mit einem größerem Aufwand in diesem Jahr, da die Brauerei vor dem Herbstfestaufbau noch „umfangreiche Arbeiten“ an der Inntalhalle vornehmen will.

Um zu wenige Attraktionen für das Herbstfest muss sich Klaus Hertreiter so oder so keine Sorgen machen. Nach seinen Angaben haben sich nahezu all jene wieder für einen Stellplatz beworben, die auch schon bislang bei der Rosenheimer Wiesn vertreten waren. Das führt er auch darauf zurück, dass die staatlichen Corona-Hilfen die wirtschaftlichen Sorgen der Schausteller und Markthändler weitestgehend abgefedert hätten.

Optimistisch mit Blick auf das Herbstfest gab sich der WV-Geschäftsführer bereits im September vergangenen Jahres. „Die Pandemie wird auslaufen, wenn auch nicht ganz weg sein“, gab er sich seinerzeit überzeugt, dass es heuer wieder ein Herbstfest in Rosenheim geben wird. Und Hertreiters Optimismus scheint noch nicht verflogen. Er ist guter Dinge, dass sich die Dinge in Coronazeiten wieder zurück in Richtung Normalität entwickeln - auch wenn das Virus noch da ist und wohl noch geraume Zeit bleiben wird.

Stadt bereitet Genehmigung vor

Die Stadt Rosenheim gibt sich hingegen noch vorsichtig mit Blick auf Ende August: „Stand heute können Volksfeste in diesem Jahr durchgeführt werden. Welche Regelungen mit welchen Befugnissen zum Zeitpunkt des Rosenheimer Herbstfestes ab Ende August gelten werden, ist derzeit nicht bekannt“, antwortet das Rathaus auf die Frage, ob aus Sicht der Verwaltung Gefahr drohe, bei entsprechenden Inzidenzen Veranstaltungen erneut kurzfristig absagen zu müssen.

Derzeit bereite die Stadt die Genehmigung für die Rosenheimer Wiesn vor. In diesem Zusammenhang finde auch eine Abstimmung mit dem Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim statt, ob und welche Hygienevorschriften zu beachten sind. „Aktuell können hierzu noch keine abschließenden Aussagen getroffen werden.“

Schausteller Max Fahrenschon ist derzeit beim „Frühling in Rosenheim“ mit seinem Kinderkarussell vertreten. Und bei den Besuchern der Ausgleichsveranstaltung für den ausgefallenen Christkindlmarkt hat er den Eindruck, die Leute sind froh, dass wieder Normalität einkehrt. „Die Leute wollen raus“, berichtet er.

Von Haus aus optimistisch

Fahrenschon engagiert sich für die Bezirksstelle Rosenheim des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und Schausteller. Er berichtet: Jedes Jahr ohne Volksfeste führe dazu, dass immer mehr Betrieben aus seiner Branche die Pleite drohe, spätestens, wenn zusammengesparte Rücklagen endgültig verbraucht seien. „Am schlimmsten ist es für jene, die sich gerade neue Fahrgeschäfte gekauft haben“, sagt er.

Er gibt sich optimistisch, dass die Inzidenzzahlen im Herbst den Behörden keinen Anlass geben, geplante Volksfeste wieder abzusagen. „Wir müssen von Haus aus optimistisch sein“, betont er und erinnert an andere unsichere Faktoren, von denen er und seine Kollegen abhängig seien - und wenn es nur das Wetter ist.

Blick nach München

Er verweist zum einen darauf, dass ein Großteil des Festes sich ohnehin unter freiem Himmel abspiele und damit das Infektionsrisiko gering bleibe. Zum hofft er, dass künftige Covid-Erkrankungen generell milder verlaufen, sodass man den Blick auf das Infektionsgeschehen richten könne, ohne gleich an überfüllte Krankenhäuser denken zu müssen.

WV-Geschäftsführer Hertreiter blickt nun zunächst auf die Landeshauptstadt München und wie man sich dort in Sachen Oktoberfest verständigt. „Das hat eine Signalwirkung für alle anderen“, ist sich Hertreiter sicher. Vom 17. September bis zum 3. Oktober ist die Münchner Wiesen in diesem Jahr geplant. Läuft bei der Genehmigung dort alles glatt, gibt sich Hertreiter überzeugt, stünde auch einem Herbstfest in Rosenheim aller Voraussicht nach nichts entgegen.

Reinhold Frey bleibt an der Spitze des Wirtschaftlichen Verbands:
Zur Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder des Wirtschaftlichen Verbands (WV) auch einen neuen Vorstand gewählt. An der Spitze des Gremiums bestätigten die Mitglieder Reinhold Frey wie auch seinen Stellvertreter Thomas Tomczyk. Neu ins Gremium wählten die Mitglieder Tessa Irlbacher, Sophie Lanzinger und Maximilian Werndl.

Abschied: OVB-Verleger Oliver Döser (links) kandidierte nicht erneut für den Vorstand. Ihm danken Vorstandschef Reinhold Frey (rechts) und sein Vize Tobias Tomczyk.

Als Vorstandsmitglied Finanzen fungiert künftig Tobias Zerbe. Aus eigenem Wunsch sind Tina Paffinger, Oliver Döser, Alfons Maierthaler und Paul Adlmaier nicht mehr zur Wahl angetreten. Neben dem Herbstfest im kommenden Jahr plant der WV für die Zeit vom 26. bis 29. Mai eine Veranstaltung unter dem Titel „Schall und Brauch“ entlang der Münchner Straße und im Salinpark. jek

Der neue Vorstand: (von links) Reinhold Frey (Vorsitzender), Maximilian Werndl (Vorstandsmitglied), Sophie Lanzinger (Vorstandsmitglied), Tessa Irlbacher (Vorstandsmitglied), Tobias Zerbe (Vorstandsmitglied Finanzen), Tobias Tomczyk (stellvertretender Vorsitzender).