Rosenheimer Gastronomie rüstet sich mit Decken und Heizpilzen für den Corona-Winter

Im „Zum Santa“ von Jasmin Bannas können die Besucher im warmen Wintergarten sitzen.
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Im „Zum Santa“ von Jasmin Bannas können die Besucher im warmen Wintergarten sitzen.

Mit der kälteren Jahreszeit werden Heizpilze mancherorts heiß diskutiert. Doch was sagt die Stadt Rosenheim dazu? Wir haben uns im „Zum Santa“, in der „Essbar Pasta e Caffe“, dem „Arte Vino“ und dem „Kaffe Dinzler am Esbaum“ umgehört, wie sie in der Corona-Krise ihre Gäste warm halten möchten.

Von Anna Hausmann und Korbinian Sautter

Rosenheim – Keiner möchte frierend seinen Kaffee trinken. Mit der kalten Jahreszeit wandern die Gastronomie-Besucher für gewöhnlicher lieber ins Warme. Aber aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und wegen des Mindestabstands in Restaurants wollen viele doch draußen sitzen. Rosenheimer Gastronome erzählen, wie sie sich und ihre Gäste für die kalte Jahreszeit rüsten.

„Wir brauchen keine Heizpilze“

Jasmin Bannas (30) Inhaberin des „Zum Santa“:

„In den Wintermonaten geht es bei uns grundsätzlich weiter wie zuvor: Nach wie vor nehmen wir die Registrierung unserer Gäste sehr ernst. Das ist auch sehr wichtig für die Gastronomie. Wenn es kälter wird, brauchen wir keine Heizpilze, wir setzen schon länger auf Heizstrahler. Die verwenden wir auf unserer Terrasse. Jetzt hängt alles von der Genehmigung des Christkindlmarkts ab, ob wir die Terrasse im Winter nutzen dürfen. Ansonsten haben wir unseren schönen Wintergarten, der ebenfalls beheizt ist. Das haben wir alles schon genehmigen lassen. Auch im Gang können unsere Gäste bequem sitzen. Im Restaurant halten wir schon immer den Mindestabstand ein. Dahingehend hat sich seit Corona nicht alles für uns verändert. Wir sind in guter Stimmung, da wir sehr dankbar sind, dass wir weiterarbeiten dürfen. Allerdings müssen wir immer die neuen Entwicklungen in Rosenheim im Auge behalten, die Regeln können sich auch ganz schnell wieder ändern.“

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„Zum Glück haben wir treue Gäste“

Maria Lancioni (46), Inhaberin der „Essbar Pasta e Caffe“: „In unserem Außenbereich haben wir 60 Sitzplätze, im Café selbst sind es nur 25. Diese Außenplätze machen einen großen Unterschied. Normalerweise lässt die Stadt im November den Außenbereich räumen, um bei starkem Schneefall ordentlich räumen zu können. Wie das heuer aussieht, hängt nun einfach von der Entscheidung der Stadt ab. Sollten wir die Plätze draußen räumen müssen, wirkt sich das natürlich auf den Umsatz auf. Aber zum Glück haben wir treue Gäste. Je kälter es wird, desto größer wird auch die Nachfrage nach Heizstrahlern. Wegen Corona wollen die meisten draußen sitzen. Eigentlich finde ich die Idee von Heizstrahlern nicht so gut, sie sind nicht besonders umweltfreundlich. Zusätzlich gibt es für jeden Besucher Decken. Durch Corona hat uns die Stadt erlaubt, auch draußen mehr Platz nutzen zu können. Das ist komfortabler für die Gäste und jeder kann problemlos den Mindestabstand einhalten.“

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„Hygienestandards in der Gastronomie sind von Haus aus schon sehr hoch“

Josef Zeilinger (30), Inhaber des „Arte Vino“ und „Nenas“: „Im Arte Vino erhalten wir voraussichtlich eine Genehmigung, um über den Winter unsere Terrasse bewirten zu dürfen. Trotzdem, wird sich der Großteil nach Innen verlagern. Die Hygienestandards in der Gastronomie sind von Haus aus schon sehr hoch, daher muss man keine Bedenken haben, im Inneren des Lokals bewirtet zu werden.

Im Arte Vino haben wir für kältere Tage einen elektrischen Heizer, der über Strom läuft. Den haben wir uns schon vor einiger Zeit angeschafft. Die Investition in einen Heizpilz würde sich wahrscheinlich für uns gar nicht lohnen.

Im Nenas prüfen wir die Möglichkeiten, unter den Arcaden mit Heizpilzen oder -strahlern zu arbeiten, dann bleibt es wärmer für die Gäste. Ansonsten gibt es noch Bademäntel an kalten Abenden. Immerhin haben wir nun in beiden Lokalen eine Genehmigung, bis Mitternacht bedienen zu dürfen. Doch diese kam leider viel zu spät, im Sommer hätte das mehr gebracht. Da sitzen die Leute lieber mal draußen.“

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„Außerdem könnten wir immer mal wieder mit Infrarotstrahlern heizen.“

Anke Gibbels (45), Inhaberin des „Kaffee Dinzler am Esbaum“:

„Darf ich sagen, dass ich etwas Sorgen vor dem Winter habe? Wenn wir nur hier drinnen an der Hälfte der Tische unsere Kundschaft platzieren können, wäre das für unser kleines Café viel zu wenig. Ich erhoffe mir eine Genehmigung der Stadt, die derartige Vorhaben derzeit sehr zügig und wohlwollend behandelt, um vor einen Pavillon oder ein Zelt aufbauen zu können. Heizpilze werden wir aber nicht verwenden. Das ist mir viel zu gefährlich und die Luft im Zelt wird auch nicht besser. Wir planen mit einer Bodenerhöhung, um die Kälte von unten zu minimieren. Außerdem könnten wir immer mal wieder mit Infrarotstrahlern heizen. Ansonsten werden wir es machen wie bisher und unter der Überdachung eine Reihe mit Schafsfellen auslegen. Auch mit dem Essen werden wir uns an die Umstände anpassen. Wir können warme Speisen und Getränke anbieten, wie eine Tagessuppe oder Flammkuchen. Für einen Glühwein müssen wir abwarten, wie es mit den Regelungern zum Ausschank von Alkohol aussehen wird.“

Das sagt die Stadt zu Heizpilzen

Heizpilze sind in vielen Städten umstritten, weil sie nicht gerade klimafreundlich sind. In der Stadt Rosenheim besteht kein Heizpilzverbot. Das war das Ergebnis einer Abstimmung von Landkreis und Stadt. Außerdem ist keine Beantragung notwendig. „Die Gastronomen können die Heizpilze einfach aufstellen“, so ein Sprecher der Stadt. Generell gilt allerdings, dass das Verhältnis von Bestuhlung und Heizpilz passen sollte, sprich: nicht ein Heizpilz pro Tisch. Im Zweifelsfall prüfe das Gesundheitsamt das Lokal vor Ort und gegebenenfalls müssen zu viel aufgestellte Heizpilze wieder abgebaut werden.

Im „Kaffe Dinzler am Esbaum“ serviert Anke Gibbels ihren Gästen warme Speisen zum Aufwärmen.
Im „Arte Vino“ verlagert sich der Großteil der Gäste wahrscheinlich ins Innere, denkt Josef Zeilinger.
Maria Lancioni von der „Essbar Pasta e Caffe“ setzt auf Heizstrahler und Decken.

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