Brandbrief der Eltern

Eltern wollen eine Maskenpflicht an der Rosenheimer FOS/BOS – das sagt das Gesundheitsamt

Noch vor wenigen Wochen heiß diskutiert, wünscht sich nun die Initiative die Maskenpflicht im Unterricht zurück.
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Noch vor wenigen Wochen heiß diskutiert, wünscht sich nun die Initiative die Maskenpflicht im Unterricht zurück.
  • vonAnna Hausmann
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Die Initiative „Schüler – Eltern – Bürger“ geht mit der FOS/BOS scharf ins Gericht. In einem Brandbrief wandte sie sich an Ministerpräsident Markus Söder sowie die Kultus- und Gesundheitsministerien. Angeblich soll die Schule keine Hygienemaßnahmen einhalten. Die Schulleitung sieht das ganz anders.

Update 7. Oktober:

Maskenpflicht „nicht vorgesehen“

Das Rosenheimer Gesundheitsamt teilte mit: Die vom Verein geforderte Maskenpflicht im Unterricht wäre erst ab Stufe 2 des Rahmenhygieneplans vorgesehen. Dieser richte sich nach dem aktuellen Infektionsgeschehen. „Eine Abstandsregelung in Schulklassen ist in dieser Stufe nicht vorgesehen, da diese aufgrund der räumlichen Verhältnisse in den Schulen oft nicht realisiert werden kann.“ Die Maßnahmen lägen nicht im Verantwortungsbereich des Gesundheitsamtes, sondern seien durch das Kultusministerium vorgeschrieben.   

6. Oktober:

Offener Brief an Söder und die Ministerien

Rosenheim –Viele Eltern haben sich gegen eine Maskenpflicht an Schulen gewehrt, andere fordern sie nun wieder: Weil die FOS/BOS Rosenheim angeblich gegen die geltenden Hygienemaßnahmen verstößt, hat sich Teresa Pöller, Sprecherin des Vereins „Schüler – Eltern – Bürger“ nun in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder sowie an die Kultus- und Gesundheitsministerien gewandt. Der Verein fordert vehement die Wiedereinführung der Maskenpflicht in den Schulen.

Eklatante Zustände auf den Gängen

Der Verein erhebt schwere Vorwürfe gegen dieFOS/BOS, gar von einer „tickenden Zeitbombe“ ist die Rede. Durch die Nichteinhaltung der Hygieneregeln gefährde die Schule etwa 1500 Mädchen und Buben, heißt es in dem Schreiben. „Daheim bleiben müssen ist also nur eine Frage der Zeit.“ Ohne Masken und vor allem ohne Abstand dicht nebeneinander säßen pro Klasse etwa 25 Schüler im Klassenzimmer. Und das bis zu sieben Stunden lang, jeden Tag – „schutzlos einer Ansteckung ausgesetzt“. Selbe Situation auf den Gängen: zu wenig Platz, zu viele Menschen. Oft würden Schüler die Maske gar nicht oder nicht korrekt tragen.

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Vom Gesundheitsamt abgesegnet?

Weiter prangert Pöller (69), pensionierte Volksschullehrerin, an, dass dieser Zustand angeblich vom Gesundheitsamt Rosenheim erlaubt sei, beziehungsweise unter den Drei-Stufen-Plan des Bayerischen Kultusministeriums falle.

Mangelhafter Online-Unterricht

Außerdem seien die Digitalkompetenzen der bayerischen Lehrer unzureichend, allen voran an der FOS/BOS. Es hätte so gut wie keinen Online-Unterricht im vergangenen Schuljahr gegeben.

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Forderung der Maskenpflicht

Der Verein fordert: Die Klassen sollen in kleinere Gruppen aufgeteilt werden, die elften Klasse Online-Unterricht erhalten, damit Klassenzimmer frei werden. Und vor allem: Die Kinder sollten wieder mit Masken im Unterricht sitzen.

Selbe Forderung wie damals

Es ist nicht das erste Mal, dass der Verein die FOS/BOS kritisiert und dort eine Maskenpflicht fordert – so zuletzt im Frühjahr (wir berichteten).

Die Schulleitung weist die Vorwürfe aber zurück. „Wir halten uns an die Vorgaben vom Kultusministerium und dem Gesundheitsamt“, erklärt Dr. Marko Hunger. An der Schule gelte aktuell der Rahmenhygieneplan Stufe 1: Danach sollten die Kinder nur bis zum Platz eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Hunger weiter: „Der Brief geht an die Politik, dafür fühle mich nicht zuständig.“ Von einer Gefährdung könne keine Rede sein. Die Einzeltische hätten so viel Abstand wie möglich, in den Räumen werde durchgehend gelüftet.

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Elfte Klassen weiter im Präsenzunterricht

Von der Forderung, die elften Klassen nach Hause zu schickem, um so mehr Klassenzimmer zur Verfügung zu stellen, hält der Schulleiter nichts: „Jede Klasse hat einen Anspruch auf Präsenzunterricht.“ Technisch gesehen sei die FOS/BOS eine Vorreiterschule, ist Hunger überzeugt. Durch das Equipment in den Klassenzimmern könnte der Unterricht sowohl von dort nach Hause oder von zu Hause ins Klassenzimmer übertragen werden. Der Online-Unterricht vor den Sommerferien hätte gut funktioniert: „Wir haben jede Stunde nach Plan gehalten.“

Falsche Schülerzahl im Brandbrief

Obendrein, so Hunger, sei die vom Verein genannte Schülerzahl falsch: An der FOS/BOS gebe es nur 1100 Schüler und 100 Lehrer. Letztere kontrollierten auf den Gängen auch die Einhaltung des Mindestabstands, mit Erfolg. „Als Schulgemeinschaft ziehen wir alle an einem Strang.“

Die Antwort des Kultusministeriums

Unterstützung bekommt die FOS/BOS aber vom Kultusministerium aus München. Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen teilte ein Sprecher mit: „Nach den uns vorliegenden Informationen setzt die Schulfamilie der FOS/BOS Rosenheim die Hygienerichtlinien gewissenhaft um.“ Dazu zähle auch das Einhalten der Stufe 1 des Hygieneplans. Außerdem weist das Ministerium darauf hin, dass die Schule im Bereich der Digitalisierung gut aufgestellt sei. „Es wurde in den letzten drei Jahren ein detailliertes Medienkonzept entwickelt und massiv in die digitale Infrastruktur investiert.“

Die Stellungnahme des Gesundheitsamts steht noch aus.

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