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Fraktion reicht Antrag ein

Rosenheimer CSU fordert ein würdiges Gedenken an während der NS-Zeit ermordete Juden

Vor der Heilig-Geist-Kirche in Rosenheim kann sich auch die CSU-Stadtratsfraktion eine Gedenkmöglichkeit an die während der NS-Zeit ermordeten Rosenheimer jüdischen Glaubens vorstellen.
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Vor der Heilig-Geist-Kirche in Rosenheim kann sich auch die CSU-Stadtratsfraktion eine Gedenkmöglichkeit an die während der NS-Zeit ermordeten Rosenheimer jüdischen Glaubens vorstellen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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In der Diskussion um ein würdiges Gedenken an während des Nationalsozialismus ermordete Rosenheimer Juden meldet sich nun die Rosenheimer CSU zu Wort. Deren Fraktion beantragt eine eine Umsetzung des Stadtratsbeschlusses von 2015 zum personalisierten Gedenken für die Opfer des NS-Regimes bis 30. Juni.

Rosenheim – Seither, schreiben die Christsozialen in ihrem Antrag, habe es die Verwaltung versäumt, entsprechende konkrete Vorschläge zu entwickeln und dem Gremium vorzulegen. „Weitere Verzögerungen sind inakzeptabel“, schreibt die CSU-Fraktion in ihrem Antrag. Eine mögliche Umsetzung müsse in Absprache mit Interessensverbänden, insbesondere mit der jüdischen Gemeinde in München, abgestimmt werden.

Dabei wünscht sich die CSU offenbar eine ähnliche Umsetzung des Gedenkens, wie sie in der Landeshauptstadt praktiziert wird. „So könnten wir uns personalisierte Stelen an den Orten der Erinnerung vorstellen.“ Auch der Vorschlag des früheren Zweiten Bürgermeisters der Stadt Rosenheim, Anton Heindl, den Platz vor der Heilig-Geist-Kirche als Ort des Gedenkens zu nutzen, wertet die CSU als „geeigneten Vorschlag“, der auch mit Blick auf den Dialig der Religionen weiterverfolgt werden sollte.

Wie ein großer Teil der Bevölkerung hinterfrage auch die Rosenheimer CSU-Fraktion das Gedenken an ermordete Mitbürger jüdischen Glaubens mittels sogenannter „Stolpersteine“. Dieses lehnen die Christsozialen aus verschiedenen Gründen ab, die bereits mehrfach in der öffentlichen Diskussion über ein angemessenes Gedenken gefallen seien. Allen voran gelte es das „bedenkenswerte Argument“ hochrangiger Vertreter der jüdischen Gemeinden in Deutschland zu beachten. Darunter, dass Gedenksteine „mit Füßen getreten“ würden – auch wenn es innerhalb der jüdischen Gemeinden hierzu unterschiedliche Positionen gebe. „Zudem gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass hinter dem Projekt der sogenannten ‚Stolpersteine‘ ein ausgeprägtes gewinnwirtschaftlich orientiertes kommerzielles Interesse des Künstlers steht“, mahnt die Rosenheimer CSU-Fraktion.

Überaus kritisch sehen die CSU-Stadträte in diesem Zusammenhang die Umgangsweise der Stolperstein-Befürworter mit denjenigen, die für eine andere Form des Gedenkens plädieren.

„Es widerspricht dem berechtigten Anliegen des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in grober Weise, auf Andersdenkende moralischen, politischen und gesellschaftlichen Druck auszuüben“, heißt es vonseiten der Christsozialen. In einer freiheitlichen und pluralistischen Gesellschaft müsse es möglich sein, die Frage eines würdigen Gedenkens aus unterschiedlichen Blickwinkeln offen zu führen. Dass anstelle der Stolpersteine keine anderen Lösungen akzeptiert würden, sei Ausdruck eines „verabsolutierenden Denkens“ und unterstreiche den Standpunkt der CSU-Fraktion. „Gleichwohl sieht es die CSU Fraktion als unerlässlich an, gerade jetzt ein Zeichen des Nichtvergessens zu setzen, um wieder aufkeimenden extremistischen Entwicklungen in der Gesellschaft zu begegnen.“

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