Rosenheimer Band „Maybe“ startet unter dem Namen „Kaffkiez“ mit deutschen Songs neu durch

  • vonKilian Schroeder
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„Es ist ein Bruch, ein kompletter Neuanfang“, sagt Janik Schüttler. Der 23-Jährige ist Mitglied der Band „Kaffkiez“, die derzeit mit dem Song „Nie Allein“ für Furore sorgt. Bisher waren die Rosenheimer als „Maybe“ unterwegs, doch es war Zeit für eine Veränderung. Ein Neustart, der aufzugehen scheint.

Rosenheim – Schon seit ihrer Schulzeit spielen Johannes Eisner, Gesang und Gitarre, Niklas Mayer am Schlagzeug, Johannes Gottwald am Piano, Florian Weinberger an der Leadgitarre, Benedikt Vodermaier am Bass und Janik Schüttler zusammen. Schüttler steht als einziger nicht auf der Bühne, arbeitet aber im Hintergrund als vollwertiges Bandmitglied mit.

Vom Starkbierfest bis zum Triangelball

Als „Maybe“ traten sie am Rosenheimer Starkbierfest auf, machten Stimmung auf dem Triangelball und waren für Abibälle in der Region engagiert. Auf der Playlist standen vor allem Coversongs, aber auch eigene, eher experimentelle Lieder auf Englisch. „Eigentlich lief es ganz gut“, sagt Eisner.

Im letzten Herbst fingen sie an, deutsche Musik zu machen. „Wir haben das einfach ausprobiert und besonders unser neuer Song hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir ein neues Kapitel aufschlagen wollten.“ Die Namensänderung sei überfällig gewesen, meint Niklas Mayer: „Wenn man auf Google ,Maybe‘ eingibt, findet man uns eher selten. Wenn man aber ,Kaffkiez‘ googelt, sind wir gleich der erste Vorschlag.“

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„Kaffkiez“, das ist der neue Name, den sich die Jungs gegeben haben. Er vereint das „Kaff“, aus dem die Band kommt, mit dem „Kiez“, wo ihre Musik sie hinführen soll.

Sie stehen als „Kaffkiez“ auf der Bühne: (von links) Benedikt Vodermaier, Florian Weinberger, Niklas Mayer, Johannes Eisner und Johannes Gottwald.

Der Weg zu diesem Neuanfang sei lang gewesen und speziell die Entscheidung zur Namensänderung schwierig. „Wir haben zwei bis drei Wochen mit uns gerungen. Aber wir haben uns gesagt, wenn wir jetzt deutsche Musik machen wollen, dann verkörpert ,Maybe‘ das nicht mehr“, erklärt Johannes Gottwald. „Wir haben uns selbst eine Deadline gesetzt, jeder hat Ideen mitgebracht und irgendwann sind wir auf ,Kaffkiez‘ gekommen.“

"Nie allein" alles andere als eine traurige Liebesballade

Ein ganzes Konzept für das Marketing wurde erarbeitet, Schüttler erstellte eine neue Website und die Social Media-Kanäle wurden auf Vordermann gebracht – alles in Eigenregie.

Angefangen hat alles mit dem ersten deutschen Song der Rosenheimer namens „Nie Allein“. Eisner singt davon, wie jemand über seine Exfreundin hinwegkommen will und vortäuscht, das es ihm dabei gut geht. Das Lied ist aber alles andere als eine traurige Liebesballade. Der Text steckt voller Ironie, die Musik ist eindeutig zum Tanzen gemacht. Wenn der Refrain einsetzt, fällt es schwer, nicht mitzusingen. Im dazugehörigen Musikvideo fahren die Jungs Dreirad, zertrümmern Gitarren oder saugen auf einer Startbahn.

Kaffkiez – deutsche Texte, die jeder mitsingen kann

„Kaffkiez“ will rohe, einfache Musik machen, die im Gegensatz zu anderen deutschen Bands weniger melancholisch ist, dafür energetischer und tanzbarer. Eine Kombi, die scheinbar gut ankommt. „Die Rückmeldung ist gigantisch“, sagt Mayer. „Teilweise haben sich Freunde wieder bei mir gemeldet, von denen ich seit fünf Jahren nichts mehr gehört habe.“

Auf Spotify wurde „Nie Allein“ in nicht einmal zwei Wochen über 30.000 Mal gespielt, das Video hat über 10.000 Aufrufe auf Youtube (Stand: 28. Juli). Auf verschiedenen Radiosendern ist der Song immer wieder zu hören. „Wir hatten eigentlich keine große Erwartung, weil wir schon lange nichts mehr rausgebracht hatten. Aber das Feedback gerade ist riesig“, freut sich Gottwald. Der deutsche Text sorge dafür, dass jeder mitsingen könne. „Der Text ist jetzt nicht mehr Mittel zum Zweck. Es ist auf deutsch einfacher, sich auf verschiedenen Ebenen auszudrücken“, so erklärt es sich Schüttler.

Sehnsucht nach der Bühne

Wann das nächste Mal live zu „Nie Allein“ getanzt werden darf, ist aufgrund der Corona-Auflagen allerdings unsicher. „,Maybe‘ war eine gute Liveband, und das soll auf jeden Fall überleben“, meint Schüttler. Die Zeit der Bühnenabstinenz will „Kaffkiez“ nutzen, um weiter an neuen Songs zu arbeiten.

Eisner zu den Plänen der Band: „Wir sind aktuell im Studio und machen Demos fertig“. Wie es genau weitergehe, wisse man noch nicht. „Dieses Jahr kommt aber sicher noch eine Single von uns.“ Die immer mehr werdenden Fans von „Kaffkiez“ dürfen also gespannt sein.

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