Nach Lieferproblemen

Rosenheimer Ärzte geben Entwarnung: Grippeimpfstoff in den Praxen wieder vorrätig

Er ist wieder da: Nach wochenlangen Engpässen steht der Grippeimpfstoff in den meisten Rosenheimer Arztpraxen wieder zur Verfügung.
+
Er ist wieder da: Nach wochenlangen Engpässen steht der Grippeimpfstoff in den meisten Rosenheimer Arztpraxen wieder zur Verfügung.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
    schließen

Aufatmen in den Arztpraxen der Region: Nach zwischenzeitlichen Lieferproblemen können die meisten wieder auf den Grippeimpfstoff zurückgreifen. Bei manchen Hausärzten führt das zu einem kuriosen Problem.

Rosenheim – Engpass an Grippeimpfstoff in den Rosenheimer Praxen. Das war vor einem Monat der Stand der Dinge (wir berichteten). Grund dafür war laut den Ärzten, dass sich wegen der aktuellen Corona-Lage viel mehr Leute gegen die Grippe impfen wollten als gewöhnlich. Zu wenig Vorräte, stockende Lieferketten und lange Wartelisten waren die Folge. Nach dem ersten großen Ansturm kehrt jetzt ein wenig Ruhe ein und der Impfstoff steht in den meisten Praxen der Region wieder zur Verfügung. Für manche Stationen hat sich das Problem mittlerweile sogar umgekehrt und es gibt zu viel Vakzine für nur noch wenig Bedarf.

Ärzte können wieder impfen

So geschehen beim Rosenheimer Dr. Reinhard Kuppler. Er hat mittlerweile all seine wartenden Patienten versorgt und sitzt jetzt auf 300 nicht benötigten Einheiten. „Die Lage hat sich bei uns in den vergangenen drei Wochen komplett geändert. Hatten wir vorher noch ein Riesenproblem die Leute zu versorgen, haben wir seit kurzen mehr als genug Impfstoff.“ Gleichzeitig käme allerdings aktuell kaum noch jemand, der sich impfen lassen will.

Lesen Sie auch:

Gegenangriff auf das Coronavirus steht kurz bevor: Die wichtigsten Fragen zum Impfstart

Der Grund für dieses Phänomen liegt dabei laut dem Vorsitzenden des Ärztlichen Kreisverbands Rosenheim, Dr. Fritz Ihler, an der kurzzeitig starken medialen Präsenz der ganzen Thematik. Wenn der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ein großes Spektakel um seine Impfung macht und gleichzeitig Gesundheitsminister Jens Spahn zur Grippevorsorge aufruft, sei es kein Wunder, dass man erst einmal Probleme bekommt.

Das OVB auf Facebook: Folgt uns und diskutiert mit anderen Lesern über Themen, die die Region bewegen.

Ist Impfen dann kein großes Thema mehr, kommt auch kaum noch jemand deswegen in die Praxis. Auch Ihler musste seine Patienten bisher vertrösten und bekommt erst nach und nach wieder neue Lieferungen von den Apotheken.

Nachfrage an Impfstoff in Rosenheim enorm

Ein Problem, dass Dr. Nikolaus Klecker, Bezirksvorsitzender im Bayerischen Hausärzteverband, gerade so vermeiden konnte, indem er gut doppelt so viel Impfstoff bestellt hat als gewöhnlich. Er konnte die extreme Nachfrage im vergangenen Monat überstehen und kann auch jetzt noch auf einen Vorrat von circa 200 Injektionen zurückgreifen.

Lesen Sie auch:

Corona: Deutschland mit zwei neuen Hotspots - spektakuläre Impf-Pläne durchgesickert

Die meisten Rosenheimer Ärzte können sich diesen Luxus allerdings noch nicht leisten und müssen teilweise lange Wartelisten abarbeiten. Laut Dr. Simon Weber eine besondere, wenn auch keine unbekannte Situation. „In den vergangenen Jahren gab es schon immer mal wieder ein Verteilungsproblem, sodass uns der Impfstoff ausgegangen ist.

-

+++ Mit der diesjährigen Weihnachtsaktion unterstützten die OVB-Heimatzeitungen das Haus Christophorus in Brannenburg. Hier finden Sie unsere Themenseite zur OVB-Weihnachtsaktion. Alle Informationen zur Aktion gibt es hier. Sie wollen für die OVB-Weihnachtsaktion spenden? Hier geht‘s zum Spendenformular. +++

So groß wie dieses Jahr war die Nachfrage allerdings wirklich noch nie.“ Langsam aber sicher werde es aber auch bei ihm etwas ruhiger, was wiederum auf die neuesten Corona-Beschränkungen zurückzuführen sei. Auch Dr. .Ihler merkt seit dem zweiten Lockdown „einen fühlbaren Abstand“ der Patienten, die aus Angst vor einer Corona-Infektion nicht mehr so häufig in die Praxis kommen wollen.

Grippeimpfung lohnt sich noch bis Januar

Für Dr. Reinhard Kuppler Grund genug, um seinerseits zur Grippeimpfung aufzurufen, bevor die erste Welle kommt. Denn gerade in Zeiten von Corona, wäre eine Impfung besonders sinnvoll. Erfahrungsgemäß verbreite sich die Influenza ab Januar in Deutschland, womit noch genug Zeit bliebe, um sich dagegen zu schützen. Wer also noch vorsorgen will, hat laut Dr. Kuppler jetzt die optimale Möglichkeit, die Rückkehr des Impfstoffes zu nutzen.

Kommentare