Rosenheimer Abiturienten Spitze trotz Corona - Abschied vom „Geist des Ignaz“

Mit Abstand die Besten: Die Abiturienten des IGG legten einen rekordverdächtigen Schnitt hin.
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Mit Abstand die Besten: Die Abiturienten des IGG legten einen rekordverdächtigen Schnitt hin.

Acht Jahre lang forschen und lernen - dann ein Abschied mit Wehmut und Freude: Die Abiturienten vom Iganz-Günther-Gymnasium in Rosenheim feierten den Abschluss. Was die Schüler am meisten bedauerten.

Rosenheim – Schulabgänger bekommen oft zu hören, dass sie es jetzt „geschafft“ hätten und nun „endlich“ in die Freiheit entlassen würden. Jedoch: Nach acht Jahren die Schule verlassen zu können und zu müssen, mit der so viele Erinnerungen verbunden sind, fällt vielen Schülern dann gar nicht so leicht. Und wenn es beim Abschied keine Umarmungen, ja nicht einmal einen Händedruck geben darf, ist das Ganze vielleicht noch schwieriger.

Seltsamer Abschied von vertrauten Menschen

Josephine Schneider und Felix Lauber, die heuer die Rede der Abiturienten am Ignaz-Günhielten, formulierten es so: „Wir finden es ziemlich seltsam, bei diesem Abschied auf Entfernung zu Leuten bleiben zu müssen, an deren Nähe wir uns über die letzten Jahre doch so gewöhnt haben.“

Auch Schulleiter Dieter Friedel war anzumerken, dass er den 119 erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten ihr Zeugnis lieber anders verliehen hätte als mit Handschuhen und mit Sicherheitsabstand.

Würdevoller Abschied trotz Corona-Abstands

Eine würdevolle Abiturfeier wurde der Abschied des 121. Jahrgangs trotzdem: Die Schüler saßen diszipliniert, mit Abstand und den engsten Angehörigen an ihrer Seite vor dem ehrwürdigen Schulgebäude mit der alten Schuluhr, die Abiturienten ließen den „Entertainer“ von Scott Joplin und den „March“ von Jeremiah Clarke erklingen. Und trotz der Distanz wegen der der Abstandsregeln spürte man überall auf dem Schulhof Stolz, Anerkennung und Freude.

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Für Freude und Respekt gab auch allen Grund: den herausragenden Schnitt. „Unter solchen Umständen ein Abitur mit einem Gesamtschnitt von 2,11 zu erreichen, ist eine große Leistung, vor der wir alle den Hut ziehen“, lobte der Schulleiter. Dazu hat er auch allen Grund, denn immerhin war dieser Schnitt noch ein Tick besser als der vom vergangenen Jahr,den die OVB-Heimatzeitungen als „besten Abijahrgang aller Zeiten“ gefeiert hatten. Jedenfalls ein herausragender Schnitt, trotz Corona. „Spannend“ sei das gewesen, sagte etwa Matthias Heidinger. „Keiner wusste, was passieren würde, geschweige denn, ob das Abitur überhaupt stattfindet! Die Abi-Vorbereitung war relativ entspannt, man wurde mit genügend Lernmaterial versorgt und fühlte sich dann gut vorbereitet.“ Überraschend gut sei‘s gelaufen, befand Joséphine Schneider. „Weil man mehr Zeit hatte, um sich nur noch auf seine Abitur-Fächer zu konzentrieren.“ Julia Sragner klagte über die Mängel beim Apres Abi ohne „Abi-Ball und Abi-Streich“.

Dreimal ein makelloses Zeugnis

Über das beste Abitur der Schule darf sich Deborah Bacher freuen. Ebenfalls ein Abitur mit 1,0 schafften Stephanie und Caroline Geier. Zahlreiche Abiturienten erhielten neben ihrem Abiturzeugnis Urkunden und Preise von Verbänden oder Firmen für besondere Leistungen oder für herausragendes Engagement.

Schulleiter verspricht: Ihr seid jederzeit willkommen

Aber neben Stolz, Anerkennung und Freude war eben auch Wehmut zu spüren. Wie bei Felix Lauber, der die „gute Atmosphäre an der Schule“ vermissen wird, „den Geist des Ignaz“.

Schulleiter Friedel lud die Abiturienten deshalb ein: sie könnten jederzeit wieder mal an ihrer Schule vorbeischauen. „Seid gewiss: Wir freuen uns, euch immer wieder zu sehen – ganz ohne Maske und Abstandregeln.“

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