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Krieg und die Märkte: Investieren oder nicht?

Wie sicher sind meine Anlagen? Rosenheimer Finanzexperten über Chancen und Risiken des Ukraine-Krieges

Alexander Korn, Leiter der Vermögens- und Generationenberatung der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, behält für seine Kunden den Überblick über die aktuelle Marktlage.
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Alexander Korn, Leiter der Vermögens- und Generationenberatung der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, behält für seine Kunden den Überblick über die aktuelle Marktlage.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Die Aktienmärkte in ganz Europa sind durch den Krieg in der Ukraine erschüttert. Russland wurde vom Banken-Netzwerk Swift ausgeschlossen, Aktien aus dem Land werden nicht mehr gehandelt und die Energiepreise schießen in die Höhe. Doch was bedeutet diese Krise für die privaten Anleger im Landkreis Rosenheim?

Rosenheim – Mit dieser Frage sehen sich die Vermögensberater aus der Region konfrontiert. Nach den Entwicklungen in den vergangen Wochen und der Erfahrung aus früheren Krisen haben die Finanzexperten eine erstaunliche Antwort auf den unruhigen Markt. Statt sich um die eigenen Anlagen zu sorgen, wäre gerade jetzt eine gute Möglichkeit, neu zu investieren.

Neue Chancen zum Investieren

„Es klingt vielleicht absurd. Doch jede Krise, wie aktuell der Ukraine-Krieg, bietet eine Chance, sich neu zu ordnen und Fehlinvestitionen anzupassen“, berichtet Alexander Korn, Leiter der Vermögens- und Generationenberatung der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Gerade jetzt, da der Markt mehr von der Angst als von der Gier geprägt sei, wäre ein guter Zeitpunkt, um sein Geld langfristig anzulegen. Denn die Erfahrung zeigt laut Korn, dass sich der Weltmarkt selbst nach größeren Krisen immer wieder erholt.

Wer sich dennoch aktuell Sorgen macht, dass seine Anlagen aufgrund der unsicheren Lage in Gefahr sind, solle erst einmal Ruhe bewahren. Zumal gerade die längerfristigen Investitionen wie die Altersvorsorge, Staatsanleihe oder Immobilienanlagen in den wenigstens Fällen betroffen sind.

„Russland ist und bleibt global gesehen ein Randmarkt“, ist Korn überzeugt. Somit gab es sehr wenige Anleger, die überhaupt in Firmen wie Gazprom oder russische Staatsanlagen gesetzt haben. Korn kennt außerdem niemanden, der gleich einen Großteil seines Vermögens investiert hätte. Denn dafür war laut dem Vermögensberater schon vor dem Ukraine-Krieg das Risiko viel zu hoch.

Für Korn ist es daher besonders kurios, dass er gerade jetzt mehr Anfragen denn je nach russischen Aktien erhält. Denn diese seien zwar aktuell extrem günstig, allerdings aufgrund des Ausschlusses Russlands vom Börsenmarkt zurzeit nicht zu kaufen. „In solchen Fällen ist die Gier größer als das Hirn,“ meint der Anlageberater.

„Auf die großen, internationalen Unternehmen und die entsprechenden Aktienfonds ist der Anteil russischer Aktien minimal“, bestätigt auch Jochen Appeltauer, Aktienexperte und Chefredakteur des Rosenheimer Börsenverlages.

Im größten internationalen Aktienindex MSCI World liegt der russische Anteil bei nur 0,4 Prozent. Auch wenn dieser Bruchteil nun kurzfristig stark eingebrochen ist, wird der Verlust durch den Gewinn von großen internationalen Marken wieder abgefangen. Viele Anleger können daher laut Appeltauer beruhigt sein.

Einen ersten Beweis für ihre grundsätzlich positive Einstellung sehen die Vermögensberater darin, dass sich der Markt bereits jetzt regeneriert.

„Der DAX hat sich von seinem Tiefstand unter 13 000 Punkten mittlerweile wieder um mehr als zehn Prozent erholt“, stellt Thomas Grötzinger, Vertriebsdirektor der „meine Volksbank Raiffeisenbank“ mit Sitz in Rosenheim, fest. Insgesamt sei also schon etwas Ruhe an den globalen Kapitalmärkten eingekehrt. Dennoch belastet laut Grötzinger der weitgehende Ausschluss Russlands aus dem weltweiten Wirtschaftskreislauf innerhalb kürzester Zeit die Konjunktur. Höheren Ölpreise und Störungen der Lieferketten sorgten dementsprechend dafür, dass sich die Inflationsrate deutlich erhöht hat.

Inflationsrate steigt sprunghaft

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Inflationsrate im März von 5,1 auf 7,3 Prozent gestiegen. Die Folge: Die Anleger flüchten sich in ‚sichere Häfen‘ wie Qualitätsaktien, Immobilien oder Rohstoffe“, meint Barbara Schlüter-Anderl, Beraterin der MLP Finanzberatung in Rosenheim.

Auch sie empfiehlt, gerade im Hinblick auf längerfristige Kapitalanlagen, Ruhe zu bewahren und keinesfalls panikartig zu verkaufen. Denn auf lange Sicht, da sind sich die Finanzexperten der Region einig, werden die Folgen selbst von größerer Krisen im Regelfall wieder kompensiert.

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