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Von der Kaffeebranche zum Dressman

Von Athen bis Singapur: Wie ein Rosenheimer die Model-Welt auf den Kopf stellt

Diese Aufnahme ist 2021 in Griechenland entstanden. Mitch Brohmeyer
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Diese Aufnahme ist 2021 in Griechenland entstanden.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Die Modebranche ist ein hartes Pflaster: Viel Konkurrenz, wenig Kohle - und die Corona-Pandemie hat die Probleme noch verschärft. Dennoch hat ein Rosenheimer den Schritt gewagt, um in diesem Geschäftszweig Fuß zu fassen. Auch er musste lernen, dass deutlich mehr dahinter steckt, als einfach nur „gut“ auszusehen.

Rosenheim - Markantes Gesicht, stählerner Körper, blonde Mähne und eine gewisse Portion Selbstbewusstsein: Michel Brohmeyer hat es nach mehreren Jahren harter Arbeit tatsächlich geschafft. Er kann trotz Corona seinen Lebensunterhalt als Model bestreiten, doch leicht war es nicht. Was viele als einfaches „Posen“ für die Kamera belächeln, ist für den 30-Jährigen harte Arbeit.

Von der Kaffeebranche zum Model

Nach über acht Jahren als Mitgründer einer Münchner Kaffeerösterei zog Michel einen Schlussstrich - verabschiedete sich aus seinem geregelten Leben und wagte den Schritt ins Ungewisse. Ein wirklicher Kindheitstraum sei es nicht gewesen, erklärt Michel im Gespräch mit rosenheim24.de, doch nach dem positiven Feedback bei einer Werbekampagne für die Rösterei in Kooperation mit FCB Basketball sei für ihn die Zeit gekommen, etwas Neues auszuprobieren.

Im Jahr 2020 war die Zeit gekommen, das Modeln in Vollzeit anzugehen“, führt Michel aus. Das Schwierigste zu Beginn sei definitiv die Umstellung eines sehr strukturierten Tages zu stark variierenden Tagesabläufen gewesen. „An einem Tag hast du komplett frei, am nächsten Tag hast du ein Casting, am dritten Tag hast du einen Job in Hamburg“, das bedürfe eine gewisse Anpassungszeit.

„Wenn’s blöd läuft, hast du eine Woche keine Jobs. Dabei mental fit und fokussiert zu bleiben, war am Anfang eine große Herausforderung“, so der 30-Jährige.

Die erste Buchung als Model

Die erste Buchung hatte der Rosenheimer für ein Hotel in Österreich. Natürlich gebe es immer Vorurteile, was die Modelbranche betrifft. An diesem Tag sei er aber sehr positiv überrascht gewesen. „Das komplette Team war sehr menschlich, freundlich und in keiner Art abgehoben“.

Vor allem die Corona-Pandemie, kurz nach seinem Einstieg, machte es Michel jedoch nicht leicht, in der Branche Fuß zu fassen. Zum einen war die Branche stark eingeschränkt, zum anderen waren Reisen zu Castings etc. nicht möglich. „Gerade als ‚New Face‘ war es zu Beginn nicht immer einfach“.

Michel Brohmeyer hatte seinen Durchbruch in Athen

Seinen endgültigen Durchbruch schaffte Michel dann 2021 durch einen achtwöchigen Aufenthalt in Athen, was gleichzeitig sein bisher schönstes Erlebnis gewesen sei. Vertreten durch seine Agentur vor Ort, habe er einerseits spannende Jobs ergattern können, anderseits warmherzige und hilfsbereite Menschen kennenlernen dürfen.

Doch es geht nicht immer bergauf. „Das Geschäft ist sehr schnelllebig. Wie in der Mode- findet auch in der Modelbranche ein ständiger Wechsel statt. Hat man einen durchtrainierten Körper in den 90er Jahren noch zu schätzen gewusst, werden heute oftmals greifbarere Models mit „normaler Figur“ gebucht. Man braucht eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, da es immer wieder Tiefen gibt“, erklärt Michel hierzu.

Unvergessliche Zeit in Singapur

Nach Jobs in Kroatien, Österreich und der Schweiz erlebte Michel Anfang 2022 auch eine unvergessliche Zeit in Singapur. Man könne nicht immer pauschal davon ausgehen, Jobs an Land zu ziehen, „das Anspruchsprofil ist von Land zu Land auch extrem unterschiedlich.“

Auf die Frage, was sein Erfolgsgeheimnis sei, muss Michel lächeln. Man müsse hartnäckig bleiben, dürfe nicht aufgeben, sich immer wieder ins Gespräch bringen, aber auch nicht jeden Job annehmen, der einem angeboten wird. Natürlich achte auch er auf seinen Body, „Sport ist bereits seit meiner Kindheit ein wichtiger Teil in meinem Leben, dementsprechend darf ich mir da auch die ein oder andere Pizza gönnen. Allerdings ist das ganze Thema mit Vorsicht zu genießen“.

Generell sei die Modelbranche aber auf einem guten Weg, meint Michel. „Ich habe auf meinen Reisen einige weibliche Models getroffen, die sich ihre Figur sehr zu Herzen nehmen.“ Die Branche habe sich diesbezüglich aber weiterentwickelt und „der Druck ist nicht mehr ganz so extrem“.

Große Zukunftsträume

Für Michel soll es in diesem Jahr noch für mehrere Wochen nach Mexiko gehen. „Ich werde so lange modeln, wie es mir Freude bereitet und ich regelmäßig gebucht werde. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Ich bin auch nicht davon abgeneigt, eines Tages nochmal was komplett „Neues“ auf die Beine zu stellen. Mein Ziel ist es, mich international weiter zu etablieren und eines Tages auf jeden Fall in Miami erfolgreich zu arbeiten“, freut sich Michel auf die Zukunft.

mz

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