Es weihnachten schon

Helmut Görgmaier ist der Mann, der Rosenheim zum Leuchten bringt

Einsatz in luftiger Höhe: Helmut Görgmaier montiert einen Teil der Rosenheimer Lichterketten.
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Einsatz in luftiger Höhe: Helmut Görgmaier montiert einen Teil der Rosenheimer Lichterketten.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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Helmut Görgmaier kümmert sich seit 1974 um die Weihnachtsdekoration in Rosenheim. Zwei Wochen vor dem ersten Advent zieht der Obermonteur mit seinem Team einmal quer durch die Innenstadt. In den vergangenen 46 Jahren hat er dabei schon so einiges erlebt.

Rosenheim – Seit 46 Jahren bereitet Helmut Görgmaier Rosenheim auf die Weihnachtszeit vor. .Bei seinem ersten Einsatz im Jahr 1974 war er selbst noch ein junger auszubildender Lehrling. Bis heute ist der Obermonteur jedes Jahr zwei Wochen vor dem ersten Advent unterwegs und sorgt mit seinem Team für die passende Beleuchtung in der Rosenheimer Innenstadt.

Fahrbahre Hebebühne sorgt für Entlastung

Seit dem Beginn seiner speziellen Aufgabe hat sich einiges verändert. Wo man früher noch mühselig Leitern aufstellen musste, steht heute eine fahrbare Hebebühne. „Das macht die Sache schon viel einfacher. Mit der neuen Technik sind wir zu dritt jetzt genauso schnell wie vor zehn Jahren mit fünf Leuten.“ An seiner Seite hat er Waldemar Bahn und Markus Reif, zwei weitere Monteure des Elektrizitätswerks „Stern“ aus Bad Endorf, die im Auftrag der Stadt Rosenheim agieren. Einer fährt dabei die Hebebühne, der Zweite rollt die lange Lichterkette aus und reicht sie nach oben, wo der Dritte sie an den elektrischen Spannleitungen befestigt. So arbeitet sich das Team zwischen dem Ludwigsplatz und der Herzog-Otto-Straße einmal quer durch die Innenstadt.

Lichter-Montage am Ludwigsplatz: Das Technik-Team zieht mit der fahrbaren Hebebühne durch die Stadt.

Montage der Lichterketten sorgt für Abwechslung

Für den erfahrenen Techniker ist die optische Verschönerung eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Gerade bei gutem Wetter genießt es der 63-Jährige, nicht „jeden Tag neue Glasfaserkabel vergraben zu müssen.“ Stattdessen sorgt er viel lieber für eine festliche Weihnachtsdekoration, für die er auch zuhause zuständig ist. Dort nennt man ihn bereits den „Christbaumdesigner“, da er sich mit Hingabe um den hauseigenen Schmuck kümmert. Eine ordentliche Dekoration gehöre eben an Weihnachten einfach dazu.

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Um diese zu gewährleisten musste Görgmaier in seiner langen Dienstzeit auch einige ungemütliche Tage in Kauf nehmen. Denn egal ob es regnet, stürmt oder schneit: „Die Arbeit muss immer innerhalb von zwei Wochen pünktlich zum ersten Advent fertig werden, komme was wolle.“ Defekte Lichterketten, uneinsichtige Ladenbesitzer und andere Verzögerungen können da schon einmal für gehörigen Druck in den letzten Tagen sorgen. Der Obermonteur bleibt allerdings meistens die Ruhe in Person. Bisher habe es schließlich noch jedes Jahr irgendwie funktioniert, rechtzeitig fertig zu werden.

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Corona macht die Arbeit einfacher

Einen kleinen Vorteil bei seiner Arbeit bietet dem Techniker-Team dieses Jahr das Coronavirus. Denn normalerweise musste man, vor allem bei der Montage auf dem Max-Josef-Platz, immer wieder den Ständen ausweichen, die für den alljährlichen Christkindlmarkt aufgestellt werden. Da der Markt wie berichtet nicht stattfinden wird, haben die Elektro-Arbeiter deutlich mehr Platz als bisher. „Das drum herum tragen bleibt uns dieses Jahr erspart“, sagt Görgmaier. „Auch wenn die meisten Budenbetreiber immer freundlich reagiert und zügig Platz für uns gemacht haben.“

An engen Stellen braucht man noch die Leiter: So werden in der Rosenheimer Fußgängerzone die Lichter angebracht.

Die Stadt übernimmt die Deko-Kosten

Eine weitere Neuheit durch Corona ist dieses Jahr das Finanzierungsmodell. Normalerweise müssen sich die Geschäfte, vor denen die Lichterketten angebracht werden, überlegen, ob sie für die Beleuchtung bezahlen wollen. Entschieden sich die Inhaber dagegen, blieb das Leuchten aus und es entstanden die sogenannten schwarzen Löcher. Doch aufgrund der aktuellen Situation übernimmt die Stadt Rosenheim in diesem Jahr die Kosten für die komplette Dekoration.

Beleuchtung bleibt bis Mitte Januar

So bleibt eine durchgehende Lichterkette bis zum Montag, den 11. Januar. 2021, garantiert. Dann rückt Görgmaier mit seinen Leuten wieder an, um die Dekoration innerhalb von vier Tagen abzunehmen und im Lager zu verstauen. Solange bis sie nächstes Jahr zwei Wochen vor dem ersten Advent „wieder augegraben“ wird.

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