Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


UNVERSTÄNDNIS ÜBER VORGEHEN DER STADT

Warum es seit Jahren Diskussionen um den Gehweg in der Münchener Straße in Rosenheim gibt

Die Flächen vor dem Rundbau in der Münchener Straße 9a sorgen für Diskussionsstoff: Die Stadt will die Flächen käuflich erwerben, doch die Eigentümer sind daran nicht interessiert.
+
Die Flächen vor dem Rundbau in der Münchener Straße 9a sorgen für Diskussionsstoff: Die Stadt will die Flächen käuflich erwerben, doch die Eigentümer sind daran nicht interessiert.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
    schließen

Der Gehweg entlang der Ecke Kufsteiner-/Münchener Straße sorgt für Verwirrung. Die Stadt will sich die Flächen vor dem Rundbau sichern, doch der Eigentümer hält dagegen. Jetzt hat die Stadt die bereits geltende Veränderungssperre um zwölf Monate verlängert. Das Kuriose: Die Eigentümer haben gar nicht vor, etwas zu verändern.

Rosenheim – Die Fronten sind verhärtet. Das gibt Dominik Corsten, Miteigentümer der Immobilie in der Münchener Straße 9a und Geschäftsführer der Hausgemeinschaft Hamberger ganz offen zu. „Ich versuche bereits seit Jahren, eine vernünftige Lösung mit den Vertretern der Stadt zu finden“, sagt Corsten. Seit 1949 gehört das Haus seiner Familie, seit 2018 gibt es Unstimmigkeiten.

Stadt will Flächen käuflich erwerben

Denn die Stadt will die Flächen vor dem Gebäude käuflich erwerben. „Die Fläche wird seit mehreren Jahren als öffentliche Verkehrsfläche genutzt, weshalb beabsichtigt ist, den bestehenden Gehweg dauerhaft als solchen zu sichern“, teilt die Stadtverwaltung während der Sitzung des Stadtrates mit. Zudem brauche die Stadt die Fläche, um ihr Ziel, die „behutsame Nachverdichtung der Geschossigkeit des bestehenden Wohn- und Geschäftsgebäudes“ auch planungsrechtlich sichern zu können.

Keine Einigung in Sicht

Doch die Eigentümer haben nicht vor, ihren Grund an die Stadt zu verkaufen. „Sollte irgendwann einmal ein Neu- oder Umbau anstehen, möchte ich die planerische Freiheit nicht durch eine Widmung eingeschränkt sehen“, begründet Corsten seine Entscheidung.

Lesen Sie auch : Abriss der Tennishallen: Kommt ein Neubau für Sportvereine in Grassau?

Eine Einigung scheint nicht in Sicht. Im Gegenteil. Bereits 2018 hat die Stadt eine Veränderungssperre verhängt.

Mangelnder Konsens

„Anlass hierfür war insbesondere ein mangelnder Konsens über die Regelung der faktisch als öffentlich genutzten, sich aber im Privatbesitz befindlichen Verkehrsfläche“, teilt die Stadt mit. Zudem hätte die sich im Anwesen befindliche Bäckerei Miedl laut Stadt zunehmend versucht, die Außenbestuhlung in den Gehwegbereich auszudehnen.

Wollen Eigentümer Fußgängerverkehr beenden?

Die Eigentümer hätten der Stadtverwaltung zudem mitgeteilt, dass sie den „bislang geduldeten Fußgängerverkehr“ beenden würden und auf der Fläche stattdessen, dem Mietzweck gemäß, Tische und Stühle aufstellen würden.

Lesen Sie auch: Baugrundstücke sind Mangelware: In Pfaffings Neubaugebiet wollen 72 Bewerber eine Parzelle

„Die Aussage ist eine Lüge. Noch nie war die Rede davon, den Fußgängerverkehr zu unterbinden“, sagt Corsten. Er kritisiert, dass die einzige Regelung, die die Stadt bisher akzeptieren wollte, eine dauerhafte Widmung beinhalte.

Bestuhlung, Verkaufsständer und Fußgänger genügend Platz nebeneinander

„Für eine derartige Regelung sehe ich aktuell keinen Bedarf“, sagt Corsten. Bestuhlung, Verkaufsständer und Fußgänger hätten genügend Platz nebeneinander. „Sollte unsere Familie tatsächlich irgendwann einmal eine Änderung anstreben, so verfügt die Stadt über die weitaus größere Fläche in diesem Bereich“, fährt der Geschäftsführer fort. Es müssten lediglich die Fahrradständer versetzt werden, um einen großzügigen Fußgängerbereich auszuweisen.

Verlegung der Fahrradständer überprüft

Die Verlegung der Fahrradständer hat die Stadt nach eigenen Angaben bereits im Rahmen des Bauleitplanverfahrens untersucht.

Lesen Sie auch: 43 Wohnungen statt einer - Anwohner in Mühldorf sorgen sich um alte Bäume und Verkehr

„Da das öffentliche Interesse aus Sicherheitsgründen die Einhaltung einer Mindestgehwegbreite von 2,50 Metern fordert, wurde untersucht, ob die Gehwegbreite nicht durch Abbau oder Verlegung der Abstellanlagen geschaffen werden kann“, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadt will die Fußgängerfrequenz untersuchen lassen.

Zählung Ende des Jahres

Die Zählung soll Ende des Jahres stattfinden, wenn sich die Situation nach dem Lockdown wieder normalisiert hat. Ziel sei es, die Bereitstellung sicherer Verkehrsflächen zu erarbeiten und „eine gütliche Einigung“ herbeizuführen. Doch mehr Platz zu schaffen, indem man die dort befindlichen Fahrradständer verlegt, lehnt die Stadt ab. Sie erinnert daran, dass im Rahmen des Bürgerbegehrens Radentscheid 1000 zusätzliche Abstellmöglichkeiten aufgestellt werden sollen.

Stadträte stimmen für eine Verlängerung

Aufgrund der vielen Unklarheiten die in ihren Augen bestehen, schlug die Stadtverwaltung vor, die Veränderungssperre um zwölf Monate zu verlängern. Dem folgte der Stadtrat einstimmig.

Lesen Sie auch: Erst mit Nachbarn reden: Investor legt Pläne für Haus an der Töginger Straße in Mühldorf vor

„Da wir keine Veränderung planen, kann die Stadt von mir aus die Veränderungssperre noch ein weiteres Mal verlängern“, sagt Corsten. Er verstehe die gesamte Planung vonseiten der Stadt nicht. Unter anderem auch deshalb weil, wie er sagt, die Eigentümer daran überhaupt nicht beteiligt würden.

Mehr zum Thema

Kommentare