Warum 30 Rosenheimer Eltern ihre Kinder nicht in den Bus einsteigen lassen wollten

Haben sich geweigert, den Bus zu nehmen: Rund 30 Eltern haben am Montag für die Verlegung der Haltestelle in die Tannenbergstraße protestiert.
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Haben sich geweigert, den Bus zu nehmen: Rund 30 Eltern haben am Montag für die Verlegung der Haltestelle in die Tannenbergstraße protestiert.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Die Aufregung um den Rosenheimer Stadtverkehr geht weiter: Am Montag (14. September) weigerten sich 30 Eltern, ihre Kinder in den Bus an der Haltestelle Endorfer Au/Krones einsteigen zu lassen. Sie forderten Ingmar Töppel, Geschäftsführer des Stadtverkehrs, auf, die Haltestelle in die Tannenbergstraße zu verlegen.

Rosenheim – Der Start in die neue Woche hatte sich Ingmar Töppel sicherlich anders vorgestellt. Doch wie so oft in letzter Zeit, kam es für ihn anders als gedacht. Gegen 8 Uhr teilte ihm einer seiner Fahrer mit, dass Eltern an der Haltestelle Endorfer Au/Krones protestieren würden.

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Eltern haben „Magenschmerzen“

„Wir werden unsere Kinder nicht mehr an der gefährlichen Haltestelle einsteigen lassen“, teilten die Eltern dem Fahrer mit. So jedenfalls schildert es Jürgen Heinrich (52), der stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats der Grundschule Pang. Die Äußere Münchner Straße gehöre zu den „meist befahrenen in Rosenheim“, viele Eltern hätten „Magenschmerzen“ ihre Kinder dort auf den Bus warten zu lassen.

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Ziel der „spontanen Protestaktion“ sei deshalb, die Haltestelle in der Tannenbergstraße wiedereinzuführen. „Die Straße liegt im verkehrsarmen Wohngebiet“, sagt Heinrich. Dadurch sei eine gefahrlose und wohnortnahe Ein- und Ausstiegsmöglichkeit gesichert – auch für die Erstklässler.

Protestaktion soll zum Handeln auffordern

Mit der Protestaktion wollten die Eltern Ingmar Töppel jetzt zum Handeln auffordern. Doch der reagiert gelassen. Mittlerweile. Denn durch den Streik der Eltern musste er einen zusätzlichen Bus einsetzen, um die Kinder – mit etwas Verspätung – in der Schule abzuliefern. „Das war schon blöd“, sagt er. Verständnis für die Aktion der Eltern hat er nicht.

„Die bestreikte Haltestelle Endorfer Au/Krones ist mangels anderer Straßenverbindungen nicht anders möglich“, sagt er. Gefährlich sei die Situation vor Ort seiner Meinung nach nicht. Er spricht von Verkehrshelfern, einem breitem Bürgersteig und einem Haltestellenhäuschen, in dem die „Schüler sicher auf den Bus warten können“.

Haltestelle soll nicht zusätzlich bedient werden

Es sind Gründe, warum er die Haltestelle in der Tannenbergstraße nicht zusätzlich bedienen wird. Das würde schon allein wegen dem Winterdienst und dem „Problem mit den Parkern“ keinen Sinn machen, sagt der Geschäftsführer. Wie die Eltern auf diese Nachricht reagieren werden, wird sich zeigen. Ob die Protestaktion eine einmalige Sache war oder auch in den kommenden Tagen gestreikt wird, stehe laut Jürgen Heinrich noch nicht fest. hei

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