Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Vier Gewinner ausgezeichnet

Umweltpreis verliehen: Rosenheims Auszeichnung für jene, die ein bisschen Zukunft gewinnen

„Nachhaltige Schule“: Lehrerin Beate Englisch, die Schülerinnen Marlene Reissinger und Rosalia Lüftl sowie Schulleiter Dieter Friedel (von links) nahmen für das Ignaz-Günther-Gymnasium den Umweltpreis der Stadt Rosenheim entgegen. Stadt Rosenheim
+
„Nachhaltige Schule“: Lehrerin Beate Englisch, die Schülerinnen Marlene Reissinger und Rosalia Lüftl sowie Schulleiter Dieter Friedel (von links) nahmen für das Ignaz-Günther-Gymnasium den Umweltpreis der Stadt Rosenheim entgegen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
    schließen

Vier Preisträger hat die Stadt Rosenheim mit ihrem Umweltpreis ausgezeichnet – Corona-bedingt ein Jahr später als geplant. Vier Preisträger zeichnete die Stadt aus, darunter nicht nur Einzelpersonen.

Rosenheim – Für sein Engagement in Sachen Schwalben hat die Stadt Rosenheim den Schwalbenbeauftragten der Rosenheimer Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz Bayern, Thomas Juretzky, gewürdigt. „Wer im Frühjahr durch die Rosenheimer Innenstadt geht, hört den unverkennbaren Ruf der Schwalben, wenn er auch in den vergangenen Jahren aufgrund der sinkenden Populationszahlen leiser geworden ist“, sagte Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März zur Preisverleihung.

Lesen Sie auch: Rosenheim gibt Vertreibung von Saatkrähen auf: Erfolglos und zu teuer

Damit der Klang nicht gänzlich verstumme, spreche Juretzky mit Immobilieneigentümern, um diese davon zu überzeugen, vorhandene Nester für die Vögel in ihren Häusern zu erhalten oder sogar Kunstnester aufzustellen. 30 Nester prüfe er einmal die Woche gemeinsam mit seiner Frau darauf, ob es bereits Nachwuchs gegeben hat.

Setzt sich für Erhalt von Schwalbennestern ein: Thomas Juretzky mit Tochter Martine und Enkel Matthias.

Für Gebäudebrüter sensibilisieren

Um Rosenheims Bürger für das Thema zu sensibilisieren, veranstalte er zudem Touren durch die Stadt, um den Bestand an Schwalben zu präsentieren. „Die Gebäudebrüter in Rosenheim stehen allesamt auf der Roten Liste und sie werden immer weniger“, erklärt der Umweltpreisträger seine Motivation, sich für die gefährdeten Tiere zu engagieren. Er ist begeistert, den Preis erhalten zu haben. „Das zeigt, dass dieses Thema auch in Rosenheim angekommen ist.“

Lesen Sie auch: Franz Knarr geht in den „Edelweiß-Ruhestand“ (Plus-Artikel OVB-Online)

Armin Stiegler zeichnet Rosenheim als „maßgeblichen Initiator und Koordinator“ des Bürgerbegehrens in Sachen Radentscheid mit dem Umweltpreis aus. „Nicht zuletzt dank seiner ruhigen und besonnenen Art konnte Armin Stiegler die Mitglieder des Radentscheids dazu animieren, immer wieder Unterschriften von Unterstützern zu sammeln“, würdigte März den Rosenheimer.

Initiator des Radentscheids: Armin Stiegler mit Frau Gertrud.

6000 Unterschriften gesammelt

Insgesamt 6000 Unterschriften kamen zusammen, um Rosenheim für Radfahrer sicherer zu machen, vor allem durch eine klare Trennung von Auto- und Radverkehr. „Ich sehe diese Auszeichnung nicht nur als meinen Verdienst, sondern auch den aller Mitstreiter, die geholfen haben, den Radentscheid auf die Beine zu stellen“, sagte der Prämierte.

Lesen Sie auch: Kommt die Biotonne in Rosenheim? Beschluss auf rechtlich wackeligen Beinen

Auch wenn er sich über den Preis freue, gehe es weiter um die Verwirklichung der Vision, dem Radverkehr in Rosenheim einen „wesentlichen besseren Stellenwert“ einzuräumen.

Umweltteam gegründet

Für ihren Einsatz in Sachen Nachhaltigkeit erhielt auch die Schulgemeinschaft des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums den Umweltpreis der Stadt Rosenheim. Mit der Gründung eines Umweltteams unter der Leitung der Lehrkräfte Franziska Wünsche und Dr. Henriette Hörner machten dessen Mitglieder die Schulgemeinde auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam.

Lesen Sie auch: Die Grundschule Eggstätt spart in einem Monat 901 Kilogramm CO2 ein (Plus-Artikel OVB-Online)

Den Anfang bildete das Thema Plastikmüll. Um Einwegflaschen aus Kunststoff zu vermeiden, tauschte die Schule ihren Limoautomaten gegen einen Trinkwasserspender. Doch auch die Produktion anderer Lebensmittel und deren Auswirkungen auf das Klima waren Thema.

Eigene Versorgung durch den Schulgarten

Trinkwasserspender statt Kunststoffflaschen: Schulleiterin Brigitte Würth, Schüler Hari Pottyil und Lehrerin Franziska Wünsche (von links) vom Sebastian-Finsterwalter-Gymnasium freuen sich über die Auszeichnung ihres Einsatzes mit dem Umweltpreis der Stadt Rosenheim.

„Eine eigene kleine Versorgung mit Lebensmitteln kann der neue Schulgarten sicherstellen, der nebenbei durch Insektenhotels auch zur Biodiversität in der Stadt beiträgt“, berichtete Bürgermeister Andreas März. „Es ist sowohl den Schülern wie auch den Lehrkräften ein Anliegen, für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren“, erklärte Schulleiterin Brigitte Würth das Engagement ihres Gymnasiums in Sachen Nachhaltigkeit.

Lesen Sie auch: Bürger packen in Wasserburg bei der Müllbeseitigung mit an (Plus-Artikel OVB-Online)

„Wir alleine können zwar die Welt nicht retten, doch wenn es gelingt, durch verschiedene Aktionen und Projekte unserer Jugendlichen zu bewusstem Verhalten im Umgang mit unserer Umwelt zu führen, so ist für die Zukunft viel gewonnen.“ Deswegen sei es für ihre Schule eine besondere Freude, mit dem Umweltpreis der Stadt Rosenheim neben der zweimaligen Auszeichnung als Umweltschule eine weitere Anerkennung für diesen Einsatz zu erhalten.

Kleine Handgriffe, große Wirkung

Auch das Ignaz-Günther-Gymnasium erhielt für seinen Einsatz in Sachen Nachhaltigkeit den Umweltpreis der Stadt Rosenheim verliehen. Im Jahr 2019 wurde dort der Arbeitskreis „Nachhaltige Schule“ ins Leben gerufen.

„Um unsere Ressourcen zu schonen, wurden unter anderem Umweltwarte in den Klassen eingeführt, die bereits mit kleinen Handgriffen einiges bewirken können“, meinte Andreas März.

Lesen Sie auch: Arbeitskreis Umwelt und Nachhaltigkeit fordert die Rotter zur Bepflanzung von freien Flächen auf (Plus-Artikel OVB-Online)

Die Schüler kontrollieren, ob Heizung und Licht in den Klassenräumen abgestellt sind, ob der Abfall richtig entsorgt wurde und dass im Winter korrekt stoßgelüftet wird. Ebenso verzichte die Schule auf Einwegflaschen, für die Pfandbehälter gebe es Sammelstationen. Die Pfanderlöse aus diesen kämen finanziell schwächeren Schülern zugute.

Kleidung tauschen, statt neu kaufen

Auch in Sachen Kleidung macht das Ignaz ernst: Eine Börse soll den Konsum an neuen Kleidungsstücken bremsen und damit Ressourcen schonen, die aufgebraucht werden, um neue zu produzieren. Das Engagement seines Gymnasiums für Nachhaltigkeit sei aus dem Interesse der Schüler, aber auch des Kollegiums erwachsen, berichtete Schulleiter Dieter Friedel. Unter den Schülern gehörten Schülersprecherin Marlene Reissinger und Rosalia Lüfts zum „harten Kern“ der Umweltgruppe im Ignaz-Günther-Gymnasium an.

Mehr zum Thema

Kommentare