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Nach Zwangspause wegen Corona

Schmerzlich vermisst: Palliativstation im Rosenheimer Romed-Klinikum öffnet endlich wieder

Begleitung auf dem letzten Weg: Nach Einschränkungen wegen Corona arbeitet die Palliativstation bei Romed wieder.
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Begleitung auf dem letzten Weg: Nach Einschränkungen wegen Corona arbeitet die Palliativstation bei Romed wieder.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Nach coronabedingter Schließung soll sie Todkranken jetzt wieder in vollem Umfang dienen können: Die Palliativstation im Klinikum Rosenheim wird nach ihrer Corona-Zwangspause am Wochenende wiedereröffnet. Allerdings: Die Personallage am Romed-Klinikum ist weiter angespannt.

Rosenheim – Menschen mit unheilbaren Erkrankungen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebensweges ein Begleiter sein – das ist das Anliegen von Palliativmedizinern und Pflegern. Ein Anliegen, das während Corona an seine Grenzen stößt: Romed fuhr seine Palliativ-Station in Rosenheim kürzlich herunter. Grund: Aufgrund Corona waren zu viele Mitarbeiter ausgefallen. Jetzt soll die Station in vollem Umfang ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Wegen Corona hatten zu viele Kräfte abgezogen werden müssen

„Aufgrund zunehmender Krankheitsausfälle und Personalengpässe im pflegerischen und ärztlichen Bereich“ habe man die Station vorläufig schließen und die palliativmedizinische Arbeit einschränken müssen, sagte Romed-Sprecherin Elisabeth Siebeneicher vor wenigen Wochen. Jetzt bringt sie eine gute Nachricht: Am Samstag soll die Station wieder öffnen. „Derzeit laufen die Vorbereitungen, damit zum 1. Oktober die Palliativstation im Haus 1 wieder mit den zehn – maximal - belegbaren Betten zur Verfügung steht.“

Im August und September war eine palliativmedizinische Versorgung mit nur wenigen belegbaren Betten auf der so genannten Premiumstation zu leisten gewesen, weil das Personal nach Auskunft von Romed unterstützend in der Notfall- und Covid-Versorgung tätig war.

Palliativmedizin gewinnt mehr und mehr an Bedeutung

Wo sich eine Lücke auftut, gibt es meistens Einbußen, wie auch Barbara Noichl bestätigte. Die Geschäftsführerin des Jakobus-Hospizvereins begrüßte gegenüber dem OVB die Wiedereröffnung der Palliativ-Station im Romed-Klinikum. „Wir sind sehr froh, dass die Station wieder öffnet“, sagte Noichl. „Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil, eine ganz wichtige Stütze unserer Arbeit.“ Nun sei die Lage im Gesundheitswesen derzeit sehr angespannt, sagte Noichl, dennoch hoffe man, dass es sich um eine einmalige Zwangspause handele. Man finde im Notfall andere Wege, nur sei es so, dass der herkömmliche Weg in der Betreuung unheilbar kranker Patienten „sehr zur Beruhigung der Menschen beträgt“.

Palliativmedizin sei in den vergangenen Jahren stärker ins Bewusstsein der Menschen gerückt. „Da hat sich viel getan“, sagt Noichl. In der Region Rosenheim arbeiten verschiedene Gruppen und Institutionen in der Begleitung Sterbender eng zusammen. Schließlich sei es mit Medikamenten nicht getan, auch seelische und geistige Zuwendung tue not, sagt Noichl.

Betreuung zu Hause besonders stark nachgefragt

Vor allem die Möglichkeit, den letzten Abschnitt des Lebensweges zu Hause zurücklegen zu können, ist in den vergangenen Jahren und erst recht seit Beginn der Corona-Pandemie immer stärker in den Vordergrund getreten. In der Region Rosenheim kümmert sich das Team der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung - kurz SAPV - darum, dass Menschen in ihrem gewohnten Umfeld und im Kreise ihrer Familie sterben können.

Während SAPV zu Beginn darauf ausgelegt war, pro Jahr 250 bis 300 Patienten in Stadt und Landkreis zu Hause oder im Pflegeheim zu begleiten, liegt die Zahl mittlerweile bei 1000. Und der Trend werde sich wohl auch nicht mehr umkehren, sagte SAPV-Geschäftsführer Dr. Jörg Eberhardt kürzlich den OVB-Heimatzeitungen. Auch um das Netzwerk der Palliativversorgung in der Region insgesamt zu entlasten, sei die Romed-Station so wichtig.

Personal umschichten, um die Palliativstation zu betreiben

Man wolle alles daransetzen, die Station in vollem Umfang zu betreiben, sagte Dr. Hanns Lohner, Chefarzt und Pandemie-Beauftragter bei Romed. Viele Mitarbeiter der Station seien zuletzt etwa in der Notaufnahme eingesetzt gewesen, sie kehrten nun aber zurück, weil man einerseits ärztliches Personal hinzugewonnen habe. Andererseits wird wohl improvisiert werden müssen. „Das erhöht die Personalnot in anderen Bereichen“, sagte Lohner. „Die Personallage ist angespannt. Wir verfolgen aber die Philosophie, dass Patienten, die besonderer Zuwendung bedürfen, diese Zuwendung auch erhalten.“

Grund für die angespannte Lage ist die nach wie vor hohe Zahl von Corona-Patienten im Gefolge des Herbstfestes. Dass sich diese Zahl schnell senken wird, ist nicht zu erwarten: Die Wiesn in München zieht eben auch Besuch aus der Region Rosenheim an. Derzeit befinden sich allein im Klinikum in Rosenheim 50 Menschen auf der Corona-Station. „Die meisten von ihnen mit respiratorischen Symptomen“, betont Lohner. Das bedeutet: Sie wurden nicht mit einer anderen Erkrankung eingeliefert und dann positiv getestet, sondern sie kamen an Covid erkrankt ins Klinikum.

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