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Tag des Ehrenamts am 5. Dezember

„Gesicht des Rosenheimer Frauenhauses“: Christa Sammüller bekommt vom Ehrenamt nicht genug

Christa Sammüller hat sich jahrelang beim Sozialdienst katholischer Frauen ehrenamtlich engagiert.
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Christa Sammüller hat sich jahrelang beim Sozialdienst katholischer Frauen ehrenamtlich engagiert.
  • VonIsabella Wildemann
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  • Anna Heise
    Anna Heise
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Vorlesen in der Stadtbibliothek, Müll sammeln an der Mangfall oder als Schülerlotse auf der Straße: Zwischen 15 und 30 Millionen Deutsche engagieren sich ehrenamtlich und unentgeltlich. Auch in Rosenheim gibt es zahlreiche Ehrenamtliche - eine davon ist Christa Sammüller.

Rosenheim - Es war ein Zufall, der Christa Sammüller und den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Südostbayern zusammengebracht hat. „Eine Freundin hat mir einen Flyer über das Frauenhaus mitgebracht. Nach dem ersten Gespräch mit der Geschäftsführerin war mir sofort klar, dass ich dort helfen will“, sagt die gebürtige Rosenheimerin.

Unterstützung seit 25 Jahren

Und das, obwohl sie bis dahin keine genaue Vorstellung hatte, was der SkF eigentlich macht. Sie wusste beispielsweise nicht, dass der Frauen- und Fachverband bereits seit 25 Jahren Unterstützung für Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien anbietet, hatte keine Ahnung, dass der gesamte Vorstand ehrenamtlich arbeitet. „Das hat mir sehr imponiert“, erinnert sich Sammüller.

Organisation des „Kleiderkellers“

Und weil sie bereits nach ihrer beruflichen Karriere als Schulsekretärin wusste, dass sie sich ehrenamtlich engagieren möchte, beschließt sie, den SkF zu unterstützen. Sie nimmt an Fortbildungen teil, konzentriert sich vor allem auf die Arbeit im Frauenhaus. „Mit dem Team dort habe ich mich von Anfang an gut verstanden“, sagt sie.

Ihre erste Amtshandlung: Die Organisation des sogenannten Kleiderkellers. Jenem Ort, an dem die Kleider- und Spielzeugspenden für die Bewohnerinnen und deren Kinder gesammelt werden. Christa Sammüller bringt Regale an, wühlt sich durch die zahlreichen Spenden und sortiert jene Sachen aus, die ihren Ansprüchen nicht gerecht werden.

Neuer Name hilft bei Spendenakquise

Nach und nach wird Christa Sammüller im Frauenhaus unverzichtbar. Auch wenn sie das niemals selbst über sich sagen würde. Sie regt an den Namen „Sozialdienst katholischer Frauen Prien“ in „Sozialdienst katholischer Frauen Südostbayern“ abzuändern. „Ich fand es wichtig zu zeigen, dass wir nicht nur Prien betreuen, sondern das gesamte Gebiet“, sagt Sammüller. Der neue Name habe auch bei der Spendenakquise geholfen - um die sich die Rosenheimerin von nun an kümmert.

„Am Anfang haben sie mir gesagt, dass der Arbeitsaufwand bei zwei bis drei Stunden alle sechs Wochen liegt. Darüber lachen wir heute noch“, sagt Sammüller. Von der Kleiderkammer arbeitet sie sich in den Vorstand, von dort zur Vorsitzenden des SkF.

Ein Schlussstrich nach 16 Jahren

„Das Ehrenamt hat mir unheimlich viel gebracht. Es hat mir gezeigt, wie dankbar ich sein kann, für meine Art zu leben“, sagt sie. Nach 16 Jahren hat sie vor zwei Jahren dennoch einen Schlussstrich gezogen. Um „die Jüngeren vorzulassen“. Kontakt zu ihren alten Kollegen hat sie auch weiterhin. Nach wie vor bringt sie Spenden vorbei oder meldet sich telefonisch. „Die Verbundenheit ist nach wie vor noch da“, sagt Christa Sammüller.

Vom Frauenhaus zur Schülerlotsin

Das bestätigt auch Marita Koralewski. Sie ist die Leiterin des Frauenhauses und hat in den vergangenen Jahren eng mit Christa Sammüller zusammengearbeitet. „Das Ehrenamt ist das Herz, der Puls unserer Gesellschaft“, sagt Koralewski. Sammüller habe sich mit „Herz und Seele eingebracht“ und dem „Frauenhaus in der Öffentlichkeit in Gesicht gegeben“.

„Für ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz bedanken wir uns zutiefst“, so die Leiterin des Frauenhauses. Ganz ohne Ehrenamt geht es bei Christa Sammüller auch in Zukunft nicht. „Ich engagiere mich jetzt als Schülerlotsin“, sagt sie.

Kinderhospiz sucht nach ehrenamtlichen Mitarbeitern

Doch die Anzahl der Menschen, die bereit sind, ein Ehrenamt auszuführen, geht immer weiter zurück. Das bemerkt auch Margit Röder vom Ambulanten Kinderhospiz München (AKM) mit Sitz in Rosenheim. Momentan gebe es 30 ehrenamtliche Helfer der Stiftung, die in Südost-Oberbayern einmal pro Woche für circa vier Stunden in die Familien gehen und das kranke Kind oder auch die Geschwisterkinder betreuen. Oft seien sie auch für Kinder da, von denen ein Elternteil schwer erkrankt ist.

Ungeteilte Aufmerksamkeit schenken

„Es geht darum, dass man dem Kind ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, mit ihm spielt, lacht, redet oder auch mit ihm traurig ist“, sagt Röder. Als eine Art „Leuchtturm in schwierigen Zeiten“ spenden sie den Betroffenen Hoffnung und Unterstützung. Jeder ab 23 Jahren könne ehrenamtlicher Familienbegleiter beim AKM werden. Auf die Herausforderungen werden diese in circa 120 Unterrichtseinheiten, die an mehreren Wochenenden verteilt sind, vorbereitet. 

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