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Verwaltung erntet Kritik wegen Engpässen

Trotz Rechtsanspruch: Stadt Rosenheim erteilt 205 Absagen an Eltern für Kita-Platz

205 Kinder haben für das kommende Kindergartenjahr keinen Platz in ihrer Wunschkita bekommen. Aber es gibt Alternativen.
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205 Kinder haben für das kommende Kindergartenjahr keinen Platz in ihrer Wunschkita bekommen. Aber es gibt Alternativen.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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In Rosenheim einen Kindergartenplatz zu bekommen, ist alles andere als einfach. Allein in diesem Jahr musste die Verwaltung zahlreichen Familien eine Absage für ihre Wunschkita erteilen. Und auch in der Mittagsbetreuung und bei den Hortplätzen gibt es Engpässe. Das haben gleich mehrere Stadträte berichtet.

Rosenheim – Frank Leistner kam vorbereitet. „Ich habe mit der Frage gerechnet“, sagte der Leiter des Amtes für Schulen, Kinderbetreuung und Sport während der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Zuvor hatte sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Sonja Gintenreiter, erkundigt, wie viele Kinder für das kommende Schuljahr keinen Kita-Platz bekommen – und wie diese Nachricht den Eltern kommuniziert wurde. „Bislang mussten wir 205 Absagen erteilen. Das ist merklich weniger als in den vergangenen Jahren“, sagte Leistner.

Kopfschütteln während der Sitzung

Und doch ist es eine Zahl, die während der Sitzung für das ein oder andere Kopfschütteln sorgte. Eben auch, weil das Thema nicht neu ist. Erst in der Juli-Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugendliche und Familien hatte es Diskussionen gegeben, als die Verwaltung den Stadträten mitteilte, dass derzeit 91 Kindergartenplätze in der Stadt fehlen.

Zwar versprach Oberbürgermeister Andreas März (CSU), die Sache anzugehen und sich dafür einzusetzen, in vier Jahren einen Überschuss an Plätzen zu schaffen. Für die Eltern, die jetzt auf einen Kitaplatz angewiesen sind, ist das allerdings nur ein schwacher Trost.

Plätze in Absprache mit Kita-Trägern vergeben

„Die Plätze werden von den jeweiligen Kindertageseinrichtungen in Absprache mit den Kita-Trägern vergeben – in eigener Zuständigkeit“, teilt die Verwaltung mit. Es gebe allerdings eine grundlegende Vereinbarung zwischen Stadt und Kita-Träger über die Aufnahmepraxis in Rosenheimer Kindertageseinrichtungen. „Darin ist speziell der Umgang mit sozialen Härtefällen geregelt“, sagt der Pressesprecher der Stadt, Christian Schwalm, auf Nachfrage. Gemeint seien beispielsweise alleinerziehende Elternteile oder von Krankheiten betroffene Familien.

Bei der Stadt den Platzbedarf geltend machen

Wer kein „sozialer Härtefall“ ist und in seiner Wunschkita keinen Platz bekommen hat, kann sich bei der Stadt melden, um den Platzbedarf geltend zu machen. Bislang hätten 103 Eltern diese Möglichkeit in Anspruch genommen. Frank Leistner rechnet damit, dass diese Zahl in den kommenden Wochen noch weiter steigen könnte. Sorge, diese Kinder nicht in der Stadt unterbringen zu können, hat er nicht.

Zweigeschossiger Modulbau am Fischerweg

So soll, wie berichtet, am Fischerweg ein zweigeschossiger Modulbau errichtet werden, der Platz für 100 Kindergartenplätze bietet. Hinzu kommen Unterbringungsmöglichkeiten im Bauwagen des MTV Rosenheim sowie beim Eisenbahner Sportverein in der Hochfellnstraße. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Bedarf decken können“, fügt der Amtsleiter hinzu.

Allerdings könne man nicht jedem Kind einen Platz in der Wunschkita anbieten. Wäre die Stadt nicht in der Lage, einen Kita-Platz zur Verfügung zu stellen, hätten Eltern die Möglichkeit, den Rechtsweg einzuschlagen. Seit August 2013 haben Ein- bis Dreijährige in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte. Kommunen sind seitdem verpflichtet, Eltern innerhalb von drei Monaten einen verfügbaren Betreuungsplatz zuzuweisen. „In der Stadt Rosenheim hat bisher noch niemand den Kitaplatz eingeklagt“, heißt es aus dem Rathaus.

Plätze in der Mittagsbetreuung sind knapp

Doch es sind nicht nur die fehlenden Kitaplätze, die den Stadträten Kopfzerbrechen bereiten. „Auch die Plätze in der Mittagsbetreuung und im Hort sind knapp“, sagte Stadträtin Elisabeth Jordan (SPD) während der Sitzung.

In der Grundschule Erlenau würden beispielsweise 90 Hortplätze fehlen, zudem gebe es 40 Anmeldungen bei der Mittagsbetreuung, aber lediglich 20 Plätze. „Mit der Mittagsbetreuung sind wir im Gespräch“, sagte Frank Leistner. So gebe es Ideen, die Räume in der Philipp Neri Schule oder bei der Arbeiterwohlfahrt zu nutzen.

Auch in Aising gibt es Probleme

„Ein ähnliches Problem gibt es bei der Mittagsbetreuung in Aising“, berichtete Stadtrat Florian Ludwig (CSU). Auch darüber wusste der Leiter des Amtes für Schulen, Kinderbetreuung und Sport bereits Bescheid. Hier stehe die Stadt ebenfalls unterstützend zur Seite, um mögliche Räume zu finden.

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