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Organisation feiert Jubiläum

So hat der Rosenheimer Kinderschutzbund in den vergangenen vier Jahrzehnten geholfen

47 Beschäftigte und 200 Ehrenamtliche zählt der Kinderschutzbund Rosenheim. Einige davon waren jetzt nach Rosenheim gekommen, um das 40-jährige Bestehen der Organisation zu feiern.
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47 Beschäftigte und 200 Ehrenamtliche zählt der Kinderschutzbund Rosenheim. Einige davon waren jetzt nach Rosenheim gekommen, um das 40-jährige Bestehen der Organisation zu feiern.
  • VonJohannes Thomae
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Unzähligen Kindern, Jugendlichen und Eltern hat der Rosenheimer Kinderschutzbund in den vergangenen vier Jahrzehnten geholfen – und wird das auch weiterhin tun. Doch der Anfang der Organisation vor 40 Jahren war alles andere als leicht, wie jetzt ein Gründungsmitglied beim Jubiläum verraten hat.

Rosenheim – „Ich bin wirklich glücklich über die jetzige Situation in Rosenheim, es passt und ist rund, alle Beteiligten, Stadt, Landkreis, freie Träger ziehen an einem Strang“. Das sagt Maria Knott-Klausner, Gründungsmitglied des Rosenheimer Kinderschutzbundes anlässlich dessen 40. Geburtstages, den man in den neuen Räumen in der Herbststraße 14 feierte. Und es sind keine Worte, wie man sie auf Jubiläumsfeiern halt so sagt, weil man dort positive Stimmung verbreiten und ansonsten niemand auf die Füße treten will.

Zunächst jede Menge Skepsis

Denn Maria Knott-Klausner, bis 2008 Vorsitzende und dann bis 2012 Geschäftsführerin des Verbandes, verhehlte nicht, dass die Anfänge nicht ganz so einfach gewesen waren. „Jugendämter sind von ihrer Aufgabe her natürlich immer auch die Vertreter des Staates“, so sagt sie, „aber vor 40 Jahren war das noch deutlich zu spüren, ein Jugendamt war damals wirklich noch ein „Amt“. Mit unserm Leitbild „Hilfe statt Strafe“ und der Überzeugung, dass Hilfe nie verordnet werden kann, sondern immer ein Angebot bleibt, dass man annehmen kann oder auch nicht – wir waren eine Einrichtung, die man zunächst durchaus skeptisch betrachtet hatte“.

Heute gehört viel von den Überzeugungen, mit denen der Kinderschutzbund damals angetreten war, zum gemeinsamen Grundkonsens aller an der Jugendhilfe beteiligten. Und ein entscheidender Grundgedanke ist dabei der der Prävention. Natürlich bietet der Kinderschutzbund auch unmittelbare Unterstützung in Situationen an, in denen Probleme schon deutlich spürbar sind, etwa wenn die Eltern nach einer Scheidung so zerstritten sind, dass einer der beiden die gemeinsamen Kinder nur in begleiteter Umgebung sehen darf.

Prävention als wichtiges Ziel

Gründungsmitglied Maria Knott-Klausner erinnerte an die Anfangszeit.

Doch wichtiger ist, dass negative Entwicklungen in einer Familie erst gar nicht zu keimen beginnen geschweige denn Fuß fassen können. Wie weit der Begriff Prävention dabei gefasst ist, zeigen etwa die offenen Eltern-Kind-Treffs. Es sind zwanglose Treffen für Eltern mit Kindern im Alter bis zu drei Jahren, in denen auch die Eltern in Kontakt miteinander kommen können. Gerade für junge Eltern ist es hilfreich, sich mit anderen austauschen zu können – Erziehungsfragen besprechen, reden, einfach mal so, bei einer Tasse Kaffee, während der Nachwuchs spielt. Dieses ist Angebot nur eines von vielen, alle zusätzlich ergänzt durch Vorträge und Elternkurse. Wer schon früh in seiner Elternschaft gelernt hat, dass er mit seinen Fragen und Problemen nicht allein ist, dass andere vor ganz ähnlichen Schwierigkeiten stehen und dass es Stellen gibt, an denen man sich Rat holen kann – so jemand, so die Überzeugung des Kinderschutzbundes, wird nicht so leicht in eine Situation kommen, die dann wirklich verfahren und alleine nurmehr schwer zu lösen ist.

Doch nicht nur an die Eltern wendet sich der Kinderschutzbund, sondern auch an Kinder und Jugendliche. Deshalb gibt es für sie über die „Nummer gegen Kummer“ eine eigene Telefonhotline, unabhängig von der für die Eltern. Beide, so erklärt Geschäftsführerin Marianne Guggenbichler, hätten gerade während der Coronapandemie deutlich verstärkten Zuspruch gefunden. Wenn man von den problemreichen Umständen einmal absieht, auch das eine letztendlich positive Entwicklung.

Viel Dank gab‘s von Vertretern aus Stadt und Landkreis: (von rechts) Barbara Heuel, stellvertretende Geschäftsführerin des Verbandes, Landrat Otto Lederer, Daniel Artmann, zweiter Bürgermeister der Stadt Rosenheim, Sabine Stelzmann vom Kreisjugendamt Rosenheim, Geschäftsführerin Marianne Guggenbichler und Alexa Hubert von der Sparkassenstiftung.

Ein Zeichen von Stärke

Für den Kinderschutzbund war von Anfang an ein wichtiges Motto, dass es kein Zeichen von Schwäche sei, sich Hilfe oder auch nur Rat zu holen, sondern vielmehr ein Zeichen von Stärke. Doch erfreulicherweise scheint es, als ob es da kaum noch Berührungsängste gäbe. Auch das möglicherweise eine Folge der Tatsache, dass die Angebote des Kinderschutzbundes in den vergangenen vierzig Jahren immer vielfältiger und niederschwelliger wurden: Kontakt aufzunehmen scheint für immer mehr Familien eine ganz normale Sache, bei der es vor allem darum geht, ganz selbstverständlich attraktive Angebote wahrzunehmen und schon lange nicht mehr allein darum, wegen einer Problemsituation vorstellig zu werden.

Wie breit die Palette des Kinderschutzbundes in den 40 Jahren geworden ist, zu der unter anderem auch das Mehrgenerationenhauses in Wasserburg gehört, lässt sich hier nicht annähernd wiedergeben. Auch deshalb beschloss man, das vierzigjährige Jubiläum ein ganzes Jahr lang zu feiern, vor Ort, mit Kindern und Eltern. Über das ganze Jahr hinweg wird ein Info-und Spielmobil in achtzehn Gemeinden des Landkreises Station machen ( www.kinderschutzbund-rosenheim.de ). Gelegenheit für alle Interessierten sich selbst von einem zu überzeugen: Kinderschutzbund, das ist natürlich immer noch konkrete Hilfe in schwierigen Familiensituationen, es ist vor allem aber auch eine Möglichkeit für Eltern und ihre Kinder, sich das Leben einfacher und damit fröhlicher zu machen.

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