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Beitrag für Wettbewerb „Jugend forscht“

Leichteres Leben für Betroffene: Rosenheimer Schüler entwickeln einen Sensor für Stomabeutel

Der Projektgegenstand: Caroline Musin erklärt am Beispiel eines Stomabeutels die Idee des „Jugend-forscht“-Projekts. privat
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Der Projektgegenstand: Caroline Musin erklärt am Beispiel eines Stomabeutels die Idee des „Jugend-forscht“-Projekts. privat
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Ein künstlicher Darmausgang mit Sensor und Nachrichtenfunktion ist das Ergebnis des „Jugend-forscht“-Projekts von drei Schülern des Ignaz Günter Gymnasiums. Mit ihrer Erfindung wollen sie Trägern der sogenannten Stomabeuteln helfen. Doch das ist nicht das einzige Ziel der jungen Forscher.

Rosenheim – Müssen Teile des Darms entfernt werden, kommt dieses sogenannte Enterostoma ins Spiel. Genauer gesagt, der Beutel, in dem der Kot aufgefangen wird. Denn dem künstlichen Ausgang – meist in Bauchhöhe – fehlt etwas Wesentliches im Vergleich zum „normalen Weg“: der Schließmuskel.

Die Schüler des IGG entwickelten eine Vorrichtung, die Stomaträgern anzeigt, wann es Zeit ist, den Beutel zu leeren. Mit ihrer Erfindung gewannen die jungen Forscher den ersten Preis beim Rosenheimer Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“.

Lehrer als Ideengeber

„Das ganze Projekt begann im September 2019“, erinnert sich Caroline Musin. Von ihrem Physiklehrer Thomas Grillenbeck erfuhren sie und ihre Mitschülerin Amelie Aulinger vom Wettbewerb und waren sofort interessiert. Über einen Vorschlag Grillenbecks kamen beide zu diesem für viele wohl eher unappetitlichen Projekt. „Ich wollte mit den Schülern ein praxisnahes Thema erforschen, und habe mitbekommen, dass es bisher noch keine Möglichkeit gibt, die künstliche Blase zu überwachen“, berichtet der Pädagoge. Mehr als 100 Vorhaben habe er bereits begleitet.

Von Anfang an dabei: Amelie Aulinger begann mit ihrer Kollegin bereits im September 2019.

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Um einen Überblick zu bekommen, organisierten die beiden 16-Jährigen eine Umfrage. Über 170 Stoma-Träger beteiligten sich. Nach der Recherche ging es an das eigentliche Problem: Wie lässt sich der Füllstand der Kotbeutel messen? „Wir haben viele Dinge ausprobiert, die zunächst nicht gut funktioniert haben“, erläutert Musin. Von leitender Alufolie bis hin zu Widerstandsstreifen testeten sie verschiedene Methoden. Die Lösung besteht inzwischen aus zwei Antennen an beiden Seiten des Beutels, die ein Signal aussenden. Füllt sich das Behältnis, nimmt auch der Abstand zwischen den Antennen zu. Wird er zu groß, reagieren die beiden Sensoren und senden ein Signal. Um die Innovation technisch zu verbessern, stieß Georg Delp zum „Jugend-forscht“-Duo. Delp half Aulinger und Musin bei der Verarbeitung des Sensorsignals.

Stomabeutel mit Funksignal

Eine Funkverbindung sorgt nun dafür, dass der Füllstand nicht nur angezeigt wird. Geht er über ein gewisses Niveau hinaus, erreicht eine Nachricht ein ein Mobiltelefon, dass der Beutel zu leeren ist. Hilfe gab es zudem vom Vorsitzenden des Rosenheimer Ortsverbands des Deutschen Amateur-Radio-Clubs, Klaus Puppe. Ihn begeistert vor allem der „Enthusiasmus der Schüler: Die haben den Biss, und die machen was“, ist der Funkamateur überzeugt, dass sie beim Landesentscheid punkten werden.

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Eine Besonderheit für den Regionalwettbewerb brachte die Corona-Pandemie mit sich. Anstatt wie üblich einen Stand aufzubauen, an dem man seine Forschung präsentiert, mussten die Rosenheimer Schüler mit einer digitalen Variante vorliebnehmen. „Wir haben ein virtuelles Konzept entwickeln müssen, bei dem wir online über unsere Arbeit berichten konnten“, berichtet Aulinger. Mithilfe von Plakaten, Beschreibungen und einem Video konnten die drei Rosenheimer ihre Erfindung präsentieren.

Online-Präsentation wird zum Erfolg

Auch wenn den Forschern ein Messestand lieber gewesen wäre, konnten sie die Juroren aus dem Landkreis überzeugen und sich mit dem ersten Preis für den Landeswettbewerb Ende März qualifizieren, wie Udo Segerer, Schulleiter des Ignaz Günter Gymnasiums, stolz unterstreicht. Musin, Delp und Aulinger wollen schlussendlich noch weitere Tests vornehmen, damit ihr Stomabeutel vielleicht künftig auch in der medizinischen Praxis Einzug hält.

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