Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ausschuss und Gastro einer Meinung

Mediterranes Flair mitten in Rosenheim: So geht es mit den Schanigärten weiter

Rosenheim: Schanigärten erfreuen sich steigender Beliebtheit
+
Schanigärten erfreuen sich weiter steigender Beliebtheit
  • VonKarin Wunsam
    schließen
  • Martin Lünhörster
    Martin Lünhörster
    schließen

Während der Corona-Einschränkungen ist ein Trend aus Österreich in die Region herübergeschwappt: die Schanigärten. Sie erfreuen sich auch in Rosenheim großer Beliebtheit. Aber hat diese neue Art von Außengastronomie eine Zukunft?

Rosenheim – Eingeführt wurden die sogenannten Schanigärten in Rosenheim während der Corona-Pandemie, um der Gastronomie die Möglichkeit zu geben, Einbußen während der langen Zeit von betrieblichen Einschränkungen auszugleichen. Darum sollen die Schanigärten nun zu einer festen Einrichtung in der Stadt werden. Das geht aus dem einstimmigen Beschluss des Umwelt- und Haupt- und Finanzausschusses hervor.

Unter „Schanigärten“ versteht man bewirtete Plätze im Freien. Der Begriff „Schani“ kommt aus Österreich. Gemeint ist damit der Kellner.

Natürlich gab es in der Stadt auch schon vor Corona vielerorts die Möglichkeit, im Freien zu sitzen und einen Kaffee, ein Glas Wein oder eine Mahlzeit zu genießen. Während der Corona-Pandemie wurden die Flächen aber großzügig ausgedehnt.

Schanigärten haben sich etabliert

Mittlerweile gehören die Schanigärten für viele Rosenheimer schon ganz selbstverständlich zum Stadtbild und auch die Stadtverwaltung sieht sie als Zugewinn. „In der Summe ergibt sich durch die zusätzliche Einbeziehung beziehungsweise Ausdehnung schon vorhandener Inanspruchnahme öffentlicher Verkehrsflächen ein noch bunteres Straßenbild, was die Attraktivität der Innenstadt durchaus erhöht hat“, hieß es in der Beschlussvorlage. Die Stadträte sahen das bei der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- sowie Haupt- und Finanzausschuss durch die Bank auch so. „Schanigärten haben der Stadt sehr gut getan“, meinte beispielsweise Robert Multrus von den Freien Wählern.

Kritik kam hingegen in den vergangenen Monaten von einigen Anwohnern, insbesondere in der Nikolaistraße, aufgrund der Reduzierung an öffentlichen Stellplätzen. Dies erscheine aber mit Blick auf die positiven Veränderungen hinnehmbar, heißt es dazu von Seiten der Stadtverwaltung. Ein Mindestangebot an Parkplätzen sei gesichert.

Sondergebühr wird auch künftig fällig

Zwei Jahre durften die Gastronomen die Schanigärten gebührenfrei vor ihren Lokalen aufbauen. Denn: Corona stellte in den vergangenen Jahren eine Sondersituation dar, in der die Stadt den Gastronomen unter die Arme greifen wollte. Seit diesem Jahr müssen für die Schanigärten 25 Euro pro Quadratmeter und Saison gezahlt werden, oder sollten wertvolle Parkplätze mitverwendet werden, sind 15 Euro pro Parkplatz und Tag fällig. Zumindest in der Innenstadt. Im Rosenheimer Außenbereich sind es 7,50 Euro pro Tag und Parkplatz.

Insgesamt sind auf diese Art nach Angaben der Stadt Rosenheim 14 öffentliche Parkplätze weggefallen. Aus Sicht der Stadt lohnen sich die neuen Flächen auch. Was an Parkgebühren wegfällt, wird durch die neue Sondernutzungsgebühr kompensiert. 

Die Schanigärten in Rosenheim haben sich in den vergangenen Jahren bewährt. Acht Gastronomen haben derzeit die Genehmigung der Stadt, einen Schanigarten zu betreiben. Drei weitere haben Interesse bekundet, aber noch keinen Antrag gestellt. Das österreichische Konzept scheint auch hier in der Region gut zu funktionieren.

„Verdammt viel Geld“

Das Restaurant Cortina in der Nikolaistraße hat in den vergangenen Jahren ebenfalls einen Schanigarten betrieben. Auch im kommenden Jahr will Inhaber Erdogand Zymberi weitermachen. Allerdings stellt er das Gebührenkonzept der Stadt in Frage. Mit der festgelegten Gebührensatzung würden im Zeitraum von Mai bis August knapp 7000 Euro auf ihn zukommen. „Ich war immer dafür, etwas für die Schanigärten zu zahlen. Aber das ist zu teuer“, sagte Zymberi gegenüber dem OVB. „Die Stadt muss uns entgegenkommen und keine Geschäfte damit machen.“ Aber alleine schon wegen des Flairs will er an seinem Schanigarten festhalten.

Aber es gibt auch Rosenheimer Bürger, die nicht mit den Schanigärten einverstanden sind. So hat die Burrito Company in der Herzog-Otto-Straße derzeit mit einer Klage eines Anwohners zu kämpfen. Der hatte Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen die erteilte Erlaubnis zum Betrieb des Schanigartens und gegen eine Regelerlaubnis ab 2023 eingereicht. Ein Urteil ist hier noch nicht gefallen.

„Bereicherung für die Innenstadt“

Burrito-Company-Inhaber Christopher Meißner will sich dennoch nicht davon abhalten lassen, an seinem Schanigarten festzuhalten. „Ich bin pro Schanigarten. Es ist eine gute Chance, meinen Kunden so einen Platz an der frischen Luft anzubieten.“ Was die Klage betrifft, will er einfach abwarten. Sein Lokal hat nur bis 21.30 Uhr geöffnet. Die Lautstärke könne kein Grund sein, so Meißner. Manche Leute klagten wegen Lappalien. Er habe mit seinem Schanigarten bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Die Stadt und die Gastronomen sehen mit Wohlwollen auf die Zukunft der Schanigärten in Rosenheim. Das bestätigt auch der einstimmige Beschluss des Hauptausschusses, die Schanigärten in den kommenden Jahren weiterzuführen.  

Mehr zum Thema

Kommentare