Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Interview mit Maic Stäbler vom ADFC

Warum Rosenheim beim Radverkehr noch einen Gang höher schalten muss

Eine Übersicht darüber, was die Stadt in den vergangenen 18 Jahren für den Radverkehr getan hat. Eine genaue Erklärung findet sich im Infokasten (siehe unten).
+
Eine Übersicht darüber, was die Stadt in den vergangenen 18 Jahren für den Radverkehr getan hat. Eine genaue Erklärung findet sich in der ausführlichen Liste am Ende des Artikels.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
    schließen

Rosenheim – In Rosenheim hat sich in den vergangenen 18 Jahren für die Radfahrer einiges getan. Das würdigt auch Maic Stäbler vom Rosenheimer ADFC. Ein Gespräch über die positiven Dinge und warum trotzdem noch allerhand getan werden muss.

Eigentlich hört man in Sachen Radverkehr mehr Kritik in der Stadt als Lob. Wie sieht das der ADFC?

Maic Stäbler: „Natürlich kann kritisiert werden, dass es so wirkt, als wären in den vergangenen fünf Jahren weniger Maßnahmen umgesetzt worden als Anfang der 2000er Jahre (siehe Grafik und Übersicht, Anm. d. Red.). Trotzdem muss man sagen, dass bei fast allen Straßenbaumaßnahmen der vergangenen Jahre die Radverkehrsführung deutlich verbessert wurde.“

Zum Beispiel?

Stäbler: „Die Ellmaierstraße wurde großzügig für den Radverkehr gestaltet. In diesem Jahr wird außerdem im Zuge des Umbaus der Samerstraße ein Radfahrstreifen entgegen der Einbahnrichtung angelegt. Auch das ist etwas, das für Radler gar nicht genug gelobt werden kann. Es ermöglicht ein völlig anderes und freieres Befahren der Stadt als mit dem Auto. Und mit der Herzog-Otto-Straße wurde eine der ersten Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet.“

Lesen Sie auch: Warum in Rosenheim nicht alles, was nach Radweg aussieht, auch ein Radweg ist (Plus-Artikel OVB-Online)

Maic Stäbler vom Rosenheimer ADFC.

In den vergangenen Monaten hat die Stadt zudem zahlreiche Abstellmöglichkeiten geschaffen.

Stäbler: „Ich denke hier müssen vor allem die besonderen Abstellmöglichkeiten am Bahnhof erwähnt werden, beispielsweise die Fahrradstation Gleis 1. Ich weiß, dass es nur wenige bayerische Städte mit einer vergleichbaren Fahrradstation gibt. Auch das Fahrradparkhaus am Südtiroler Platz ist etwas besonderes, denn es ist eines der größten in ganz Deutschland. Leider wird es immer noch sehr schlecht angenommen. Die Radständer, die nun bereits in der Stadt installiert wurden, entsprechen den Maßgaben des ADFC und sind sicher nicht billig. Immerhin stehen bereits 300 der geforderten 1500.“

Lesen Sie auch: Stephanskirchens Radfahrer stellen ihrer Gemeinde Armutszeugnis aus (Plus-Artikel OVB-Online)

Rosenheim plant gemeinsam mit zahlreichen Gemeinden einen Radschnellweg.

Stäbler: „Die Planungen für den Radschnellweg sind unglaublich aufwendig und dennoch wurde hier gemeinsam mit den Nachbarkommunen eine Planung für den Radschnellweg initiiert. Die Wenigsten sind sich bewusst, dass dies der dritte Radschnellweg in Bayern ist, der in Planung ist. Da sind wir einmal ganz oben auf dem Medaillentreppchen.“

Lesen Sie auch: Harte Kritik der Radfahrer: Rosenheim schneidet beim ADFC-Fahrradklimatest schlecht ab (Plus-Artikel OVB-Online)

Keine schlechte Bilanz.

Stäbler: „All das ist bemerkenswert, und als ADFC möchte ich dies auch anerkennen. Daher unterstütze ich auch jeden noch so kleinen Schritt und möchte dies lobend erwähnen. Gleichzeitig zeigt das auch, wie viel schon initiiert wurde und auf dem Weg ist. Es wäre mehr als frustrierend, wenn all dies und die extrem wichtigen Anregungen aus dem Radentscheid nicht zielführend weitergeführt werden würden oder sich verlangsamen.“

Bei all dem würde wahrscheinlich auch eine Radverkehrsbeauftragte helfen.

Stäbler: „Ja. Wobei ich nach wie vor nicht nachvollziehen kann, dass eine Radbeauftragtenstelle bei rund 65.000 Einwohner als Ehrenamt besetzt werden soll. Da kann ich als ADFC nur hoffen, dass sich für eine solch schwach ausgestattete Stelle bei dieser Herkulesaufgabe niemand findet. Denn die- oder derjenige wird in dieser Weise nur Frust bei allen Beteiligten erzeugen. Die Chance, dies nun besser auszustatten, steht im Raum, nachdem sich die erste Radbeauftragte nach wenigen Monaten Engagement aus dem Amt zurückgezogen hat.“

Lesen Sie auch: Hitzige Diskussion um die Äußere Münchener Straße in Rosenheim: Bald 3 statt 4 Spuren? (Plus-Artikel OVB-Online)

Dass es auch anders geht, zeigen Städte wie Konstanz und Erlangen.

Stäbler: „Das zeigt, wo die Reise hingehen müsste, um die beschlossenen Ziele ernsthaft zu verfolgen.“

Lesen Sie auch: Rosenheim: Lange Wartezeiten an den Ampeln verärgern Fußgänger – Stadt arbeitet an Lösung (Plus-Artikel OVB-Online)

Fazit: Es tut sich etwas, aber es muss trotzdem noch viel getan werden, um die Forderungen des Radentscheids umzusetzen.

Stäbler: „Natürlich werden all diese Schritte nicht annähernd ausreichen, um den beschlossenen Radentscheid umzusetzen. Ebenso wenig werden diese Maßnahmen genügen, um bei der Befahrung durch die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ ein zufriedenstellendes Ergebnis zu produzieren. Spätestens dann wird auch öffentlich die Debatte losgehen, wieso eine Stadt sich nicht besser aufstellt, um die selbst gesetzten Ziele zu erreichen. Wenn man sich die seit geraumer Zeit herrschende Personalnot und die Stellung des Radbeauftragten in der Verwaltung anschaut, müsste man eher in Staunen verfallen, dass in den vergangenen Jahren überhaupt etwas umgesetzt werden konnte.“

Übersicht über die Maßnahmen der vergangenen 18 Jahre:

2003 bis 2008

  • Äußere Münchener Straße (Am Gries bis Zufahrt Komar), Neubau von Radwegen in beiden Richtungen im Rahmen des Straßenausbaus
  • Äußere Münchener Straße (Stillerbach bis Georg-Aicher-Straße), Neubau von Radwegen in beiden Richtungen im Rahmen des Straßenausbaus
  • Äußere Münchener Straße (Mangfallbrücke bis Mangfallkanalbrücke), Verbreiterung der gemeinsamen Geh-/Radwege in beiden Richtungen
  • B 15 (Zugspitzstraße bis Grünfeldstraße), Neubau gemeinsamer Geh-/Radweg auf Westseite durch staatliches Bauamt
  • Chiemseestraße (Innstraße bis Simsseestraße), Anlage von Schutzstreifen in beiden Richtungen
  • Georg-Aicher-Straße, Markieren von Schutzstreifen in beiden Richtungen
  • Gießereistraße (Kufsteiner Straße bis Salinstraße), Markieren eines Schutzstreifens in Richtung Bahnhof
  • Happinger Straße (Kufsteiner Straße bis Isarstraße), Markieren eines Radfahrstreifens ins Richtung Süden
  • Happinger Straße (Isarstraße bis Miesbacher Straße), Neubau eines Radwegs
  • Hohenofener Straße (Miesbacher Straße bis Pösling), Verbreiterung des gemeinsamen Geh-/Radwegs
  • Hubertusstraße, Anlage von Schutzstreifen in beiden Richtungen
  • Innstraße (Chiemseestraße bis Innbrücke), Neubau eines Radwegs in Richtung stadtauswärts und Anlage einer Busspur „Radfahrer frei“ in Richtung stadteinwärts im Rahmen des Straßenausbaus
  • Klepperstraße, Anlegen eines Radfahrstreifens in Richtung Osten und Neubau eines gemeinsamen Geh-/Radweges in Richtung Westen
  • Prinzregentenstraße (Hohenzollernstraße bis Kloeckelstraße), Markieren von Schutzstreifen in beiden Richtungen
  • Prinzregentenstraße (Westermayerstraße bis Kloeckelstraße), Neubau eines Radwegs in Richtung stadtauswärts
  • Prinzregentenstraße (Stemplingerstraße bis Wittelsbacherstraße), Neubau eines Radwegs in Richtung stadteinwärts
  • Schönfeldstraße, Anlage von Schutzstreifen in beiden Richtungen
  • Westerndorfer Straße (Burgfriedstraße bis Ebersberger Straße), Markieren eines Schutzstreifens in Richtung stadtauswärts
  • Westerndorfer Straße (Prinzregentenstraße bis Lena-Christ-Straße) Neubau eines Radwegs in Richtung stadtauswärts
  • Innradweg (Kastenauer Straße bis St2095), Verbreiterung des gemeinsamen Geh-/Radweges (Neubau)
  • Mangfallradweg (Unterführung unter Eisenbahn, Westseite) Verbreiterung des gemeinsamen Geh-/Radwegs und Verbesserung der Rampen
  • Überprüfung aller Einbahnstraßen auf die Möglichkeit einer Freigabe für den Radverkehr in Gegenrichtung und Öffnung der meisten Einbahnstraßen
  • Aufstellung von circa 500 Fahrradständern in der Innenstadt

2009 bis 2014

  • Brannenburger Straße (Raublinger Straße bis B15), Neubau eines gemeinsamen Geh-/Radweges
  • Chiemseestraße (Simsseestraße bis Innsbrucker Straße), Anlage von Schutzstreifen in beiden Richtungen
  • Hohenofener Straße (Pösling bis Hainzenmühlstraße), Verbreiterung des gemeinsamen Geh-/Radwegs
  • Innsbrucker Straße (Hermann-Gröber-Weg bis Mangfallbrücke), Neubau Zweirichtungsradweg auf der Nordseite
  • Innstraße (Mangfallbrücke bis Schönfeldstraße), Anlage von Radfahrstreifen in beiden Richtungen
  • Prinzregentenstraße (Hohenzollernstraße bis Westerndorfer Straße), Neubau von Radwegen in beiden Richtungen
  • Westerndorfer Straße (Lena-Christ-Straße bis Prinzregentenstraße), Markieren eines Radfahrstreifens stadteinwärts
  • Hermann-Gröber-Weg, Verbreiterung des gemeinsamen Geh-/Radwegs
  • Innradweg (St 2095 bis Lindenweg), Verbreiterung des gemeinsamen Geh-/Radwegs (Neubau)
  • Mangfallradwege (Stadtgrenze bis Kufsteiner Straße), Verbreiterung der gemeinsamen Geh-/Radwege
  • Mangfallradweg (Rathausstraße bis Ellmaierstraße), Verbreiterung des gemeinsamen Geh-/Radweges (Neubau im Rahmen Landesgartenschau)
  • Mangfallradweg (Unterführung unter Eisenbahn, Ostseite), Verbreiterung des gemeinsamen Geh-/Radwegs und Verbesserung der Rampen
  • Nördlicher Mangfallkanalweg (Stadtgrenze bis Hochgernstraße), Verbreiterung des gemeinsamen Geh-/Radweges (Neubau)
  • Neubau Fahrradabstellanlage am Bahnhalt Hochschule
  • Neubau Fahrradabstellanlage am Bahnhof-Südseite (Klepperstraße)
  • Herausgabe Fahrradstadtplan

2015 bis 2020

  • Aisinger Straße (Brannenburger Straße bis Grünfeldstraße), Markierung eines Schutzstreifens stadteinwärts
  • Ebersberger Straße (Hofmillerstraße bis Rechenauerstraße), Anlage von Schutzstreifen in beiden Richtungen
  • Ellmaierstraße, Anlage von Schutzstreifen in beiden Richtungen
  • Innstraße (Am Innreit bis Ludwigsplatz), Markieren eines Schutzstreifens stadteinwärts
  • Kaiserstraße (Rechenauerstraße bis Frühlingstraße, Anlage eines Schutzstreifens stadteinwärts
  • Luitpoldstraße (Anton-Kathrein-Straße bis Münchener Straße), Anlage von Radfahrsteifen in beiden Richtungen
  • Mangfallstraße (Arnulfstraße bis Aisinger Straße), Anlage von Schutzstreifen in beiden Richtungen
  • Münchener Straße (Luitpoldstraße bis Eidstaße), Anlage von Radfahrstreifen in beiden Richtungen
  • Neubau Fahrradparkhaus am Südtiroler Platz
  • Neubau Fahrradstation am Bahnhof (Bauherr GRWS, Betreiber Caritas, Zuschuss durch Stadt)
  • Neubau Fahrradabstellanlage am Bahnhalt Aicherpark
  • Überarbeitung und komplette Erneuerung der Radverkehrswegweisung am Mangfall- und Innradweg.

Mehr zum Thema

Kommentare