Parkhaus an der Klepperstraße in Rosenheim: SPD- und Grüne-Stadträte streiten über CSU-Vorschlag auf Facebook

Tests für autonomes Parken geplant
+

Für ein Parkhaus oder Parkdeck an der Klepperstraße in Rosenheim spricht sich die CSU-Stadtratsfraktion in einem Antrag an die Stadt aus. Und erntet heftigen Gegenwind.

Update 30.01.

Ein neues Parkhaus in der Rosenheimer Klepperstraße – dieser CSU-Vorschlag erregt nach wie vor die Gemüter. Franz Opperer, Oberbürgermeister-Kandidat der Grünen und Rosenheimer Stadtrat, schreibt dazu auf seiner Facebook-Seite: "Die Stadt Rosenheim verfügt laut VerkehrsexpertInnen über mehr als genug Parkplätze in der Innenstadt! (...) Eine Gleichberechtigung aller Verkehrsmittel ist mit so einer Politik vollkommen ausgeschlossen." 

Pendler-Parkhaus im Süden vom Bahnhof

Dazu muss sich Opperer aber in der Kommentarspalte unter anderem den Vorwurf gefallen lassen, dass es um Parkplätze für Pendler gehe – und eben nicht um einen Standort in der Innenstadt. Andere unterstützen den Vorwurf – es müsse Anreize geben, die es Pendlern ermöglichen, auch ohne Auto zum Bahnhof zu kommen.

Auf der Facebook-Seite der OVB Heimatzeitungen liefern sich die Stadträte Abuzar Erdogan (SPD) und Daniel Artmann (CSU) derweil einen verbalen Schlagabtausch. "Die Rosenheimer CSU hat wohl das Ziel, erste Stadt zu werden, in der es mehr Parkplätze im Parkhaus gibt, als zugelassene Autos in der Stadt", giftet Abuzar in offensichtlicher Wahlkampflaune, was von Artmann schlussendlich mit "es steht einer Opposition natürlich zu, Sachverhalte verkürzt und plakativ darzustellen" gekontert wird. 

Bus und Rad statt Auto? 

Auch Lars Blumenhofer, FDP-Oberbürgermeisterkandidat, sieht den Vorschlag für ein neues Parkhaus in kritisch. Er sei ein Beleg dafür, „dass es in Rosenheim bislang kein wirkliches Gesamtverkehrskonzept gibt“, schreibt er in einer Stellungnahme. Ein weiteres Parkhaus in der Stadtmitte lenke „nur weiteren Verkehr in Richtung Bahnhof“. Blumenhofers Vorschlag zur Sache: „Eine vernünftige Parkmöglichkeit für Fahrräder am Eingang Klepperstraße“ und dazu „Parkhäuser am Stadtrand mit einem kostenlosen Pendelverkehr im Zehn-Minuten-Takt zu Stoßzeiten“.

Erstmeldung 28.01.

Es soll einen Teil der bestehenden 400 Pendlerparkplätze ersetzen, die derzeit auf zwei Flächen verteilt sind, links und rechts der Unterführung. Im Auge hat die CSU dabei das größere der beiden Areale. Ob die dort vorhandenen 250 Parkplätze überbaut werden können, soll die Stadt prüfen. Bis zu 750 Stellflächen könnten allein auf dieser Fläche entstehen, meldet die CSU-Stadtratsfraktion.

Ohne Probleme zum Rosenheimer Bahnhof

Ziel des Vorstoßes ist es, dass jeder Pendler mit dem Verkehrsmittel seiner Wahl ohne Probleme zum Rosenheimer Bahnhof kommen kann. Die Realität derzeit sei, dass viele Pendler vor allem im Winter schon am Morgen, ab etwa 6.30 Uhr, keinen Parkplatz mehr fänden, meldet die CSU-Stadtratsfraktion.

Parkhaus unerlässlich

Die Situation werde verschärft, weil auf der Nordseite des Bahngeländes kaum Parkplätze für Pendler vorhanden seien und viele Autofahrer die Flächen an der Klepperstraße nutzten, ohne überhaupt zu pendeln. Erschwerend käme dazu, dass die Anwohner im Süden der Klepperstraße über den allmorgendlichen Parksuchverkehr der Pendler klagen. In Summe sei ein Parkhaus oder ein Parkdeck unerlässlich.

Zugang nur mit Bescheinigung

Wie man Nichtpendlern den Zugang zu den Parkflächen versperren kann – auch das will die Rosenheimer CSU-Stadtratsfraktion zur Diskussion stellen. Denkbar sei etwa eine Bescheinigung der Deutschen Bahn für alle Inhaber von Wochen-, Monats- oder Jahreskarten, die die Autofahrer ins Fahrzeug legen könnten. bw

Kommentare