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Nachruf

„Einer, der für andere da war“: Rosenheimer THW-Veteran Horst Hantschel verstorben

Horst Hantschel ist im Alter von 85 Jahren verstorben.
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Horst Hantschel ist im Alter von 85 Jahren verstorben.
  • VonThomas Stöppler
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Der Rosenheimer THW-Veteran Horst Hantschel ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Rosenheim – „Geht net, gibt‘s net“, habe ihr Vater immer gesagt, erzählt Sabine Hantschel. Ihr Vater habe immer für jedes Problem eine Lösung gefunden – vor allem für die Probleme anderer Menschen. Denn er sei, erzählt seine jüngste Tochter, „ein herzensguter Mensch gewesen, der immer für andere da war.“ Am Karfreitag ist Horst Hantschel im Alter von 85 Jahren überraschend verstorben.

Seit 1945 in Rosenheim

Diamantene Hochzeit, drei Kinder, sechs Enkel und zwei Urenkel, dazu über 60 Jahre beim Technischen Hilfswerk zu sein, davon 31 Jahre als stellvertretender Ortsbeauftragter.

Als Neunjähriger kam Horst Hantschel 1945 als Heimatvertriebener aus dem Sudetenland nach Rosenheim. Es waren schlimme Zeiten. Seine Mutter musste ins Krankenhaus, der Vater war noch bis 1948 in Gefangenschaft. Der Bub ging trotz allem seinen Weg. Machte ab 1952 eine Bäckerlehre, aber wechselte im Anschluss zum Holzwerk.

Schließlich ist dann das Jahr 1957. In diesem Jahr trat Horst Hantschel dem THW bei und zum anderen und vor allem heiratete er seine damalige Nachbarin – standesamtlich in Höslwang und kirchlich in Halfing, „weil das mit den Zuständigkeiten damals nicht so ganz einfach war.“ Und seine Aloisia sollte ihm drei Kinder schenken, das erste kam noch im Jahr der Hochzeit. Über 60 Jahre blieben die beiden an der Seite des anderen.

Dass Hantschel „von Haus aus einer war, der für andere da war“ wie seine Tochter erzählt, merkten nicht nur Nachbarn und Menschen in Not. „Er war ein ganz lieber Vater“, sagt sie – auch wenn er oft nicht zu Hause war. Denn für das THW war er oft auch im Ausland unterwegs. Dort war der Angestellte der Stadtwerke Rosenheim ein gefragter Mann. Viele Einsätze forderten das Können des gewieften Technikers. Eine besondere Erinnerung war für Hantschel der Einsatz im 1969 von einem Erdeben zerstörten Banja Luka im heutigen Bosnien und Herzgowina zum Aufbau eines Behelfskrankenhauses für Kinder. „Humanitäre Hilfe, oft unter Zurückstellung eigener Interessen, war mein Bestreben und das bis heute,“ schrieb er in seinen Erinnerungen an seine Zeit im THW.

Bis 2006 blieb das Paar in Rosenheim bis die Wohnung im vierten Stock ohne Aufzug nicht mehr zu erklimmen war. Im Rotter Ortsteil Au, dem neuen Wohnort der Eheleute, war es Ihnen „manchmal vielleicht zu ruhig“, wie Horst Hantschel an seinem 80. Geburtstag erklärte. „Aber schee“, sei es auch. Und zu ruhig konnte es sowieso nicht werden. Dafür sorgten Tochter, Enkel und Urenkel im gleichen Haus.

„Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass unser Horst über Jahrzehnte die Herzkammer des Ortsverbandes war, ohne dessen unermüdlichen Engagements das THW Rosenheim nicht das wäre, was es heute ist“, erklärte der Ortsbeauftragte des THWs Harald Feckl. Unzählige Einsätze begleitete der nun Verstorbenen, dessen selbstloses Wirken mit der höchsten Auszeichnung des Technischen Hilfswerks, dem THW-Ehrenzeichen in Gold, sowie der silbernen Bürgermedaille der Stadt Rosenheim gewürdigt wurde.

Den jüngsten Urenkel knapp verpasst

Sein Motto „Geht net, gibt‘s net“ schmückt bis heute die THW Box auf der Rosenheimer Wiesn. Das jüngste Familienmitglied hat Hantschel knapp verpasst. In diesen Tagen wartet die Familie auf die Ankunft des dritten Urenkels.

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