FDP-Stadtrat mit 49 Jahren verstorben

Rosenheim: Nachruf auf Lars Blumenhofer - Trauer um einen Mann der Ideen

Stadtrat Lars Blumenhofer (49)
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Stadtrat Lars Blumenhofer (49)
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Lars Blumenhofer hatte noch viel vor. Für sich selbst, aber auch für die Stadt Rosenheim. Ein Nachruf auf den Rosenheimer Stadtrat und FPD-Politiker, der in der Nacht auf den 9. Oktober 2020 überraschend verstorben ist.

Lars Blumenhofer wollte den Autoverkehr in der Innenstadt reduzieren, mehr Flächen für Fußgänger und Radfahrer schaffen. Er wollte die Wirtschaft fördern, die Stadt attraktiver machen. In seinem letzten Antrag an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) setzte er sich zudem für mehr verkaufsoffene Sonntage ein, wollte damit den Einzelhändlern unter die Arme greifen.

Er war jemand, der sich einbrachte, immer neue Ideen hatte. Und das, obwohl er erst ganz neu im Gremium, auch in der Stadt bis dahin eher unbekannt war. Zum ersten Mal auf sich aufmerksam machte der Manager eines Münchner IT-Unternehmens, als er sich für das Amt des Oberbürgermeisters bewarb. Ein Schritt, der viele überraschte und den andere mutig nannten. Aber Blumenhofer ließ sich davon nicht beirren. Er glaubte an sich, glaubte daran, dass er der richtige Mann für das Amt ist.

Seine politische Karriere begann vor knapp 30 Jahren. Seit Anfang der 1990er-Jahre war er Mitglied der FDP, engagierte sich einige Zeit als Beisitzer im Vorstand der FDP-Rosenheim-Land. Oberbürgermeister März nennt ihn einen „engagierten Mitbürger“, einen „profilierten Liberalen“ und jemanden, der sich immer für das Gemeinwohl eingesetzt habe. Er sei tief getroffen gewesen „vom plötzlichen und völlig unerwarteten Tod seines Stadtrats-Kollegen“. Tief getroffen ist auch Maria Knott-Klausner, die bisherige FDP-Stadträtin. Er sei ein „unheimlich leidenschaftlicher Informatiker“ gewesen.

Aber der gebürtige Recklinghausener war nicht nur Politiker und Informatiker. Er war Autor mehrerer Fachbücher, liebte das Motorradfahren und das Reisen. Er lebte in Berlin, später im Ausland. Vor elf Jahren zog er in die Kastenau, gemeinsam mit seiner Frau und seinem Hund Bobby. „Unsere Gedanken und unsere Mittrauer gelten seinen Angehörigen“, sagte März.

Weil es die Corona-Beschränkungen nicht erlauben, dem Verstorbenen in einer öffentlichen Trauersitzung zu gedenken, wird sich der Stadtrat zu Beginn seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 21. Oktober, bei einem Gedenkakt von Lars Blumenhofer verabschieden. Wer auf Blumenhofer folgt ist noch offen. Die erste Nachrückerin wäre Maria Knott-Klauser.

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