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„Haben geprobt wie die Wahnsinnigen“

Zurück aus der Corona-Pandemie: Musiker des Rosenheimer Ignaz-Günther-Gymnasiums geben zwei Konzerte im Kuko

Clara Neidenberger an der Geige mit dem Kammerorchester unter der Leitung von Stephan Robens.
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Clara Neidenberger an der Geige mit dem Kammerorchester unter der Leitung von Stephan Robens.

Die Präsentation von Filmmusik, Swing, Klassik und Chorgesang sowie Big Band-Power erfüllten zwei Abende den Saal im Kuko. So sah das vielfältige Programm des Rosenheimer Ignaz-Günther-Gymnasiums aus.

Rosenheim – Schulleiter Dieter Friedel freute sich über dieses „Sahnehäubchen“ zum Jubiläum des 125-jährigen Bestehens des Gymnasiums. Er dankte insbesondere den Musiklehrkräften, die mit ihren Schülern „wie die Wahnsinnigen“ geprobt hätten. Wegen der Pandemie hatten ja viele Monate lang weder Proben noch Auftritte stattfinden können. Zweimal hintereinander waren die Frühjahrskonzerte des Gymnasiums abgesagt worden. Jetzt war es endlich wieder soweit.

Das Junge Sinfonische Orchester unter Leitung von Susanna Mette verwandelte mit mächtigen Klängen aus dem Film „Fluch der Karibik“ das ganze Kuko akustisch in ein Piratenschiff.

Sichere Beherrschung ihrer Stimmen bewies der Unterstufenchor beim Auftaktlied „Sejana“ und den rockigeren Nummern „What a beautiful city“ und „Proud Mary“. Die Anspannung der „Kleinen“ verwandelte sich in ein erleichtertes Lächeln, als Dirigent Stefan Unterhuber am Schluss zum Lob die Daumen hob – für einen sehr gelungenen ersten Konzertauftritt.

„Zauberflöten“ spielen „Twilight“

Längere Tradition hat das Ensemble der „Zauberflöten“ unter der Leitung von Christiane Kneer. Gleich zehn Querflöten tauchten den Saal mit dem Stück „Twilight“ in die ruhige Atmosphäre der Dämmerung.

Konzentriert folgten die Sänger des Mittelstufenchors dem Dirigat von Wolfgang Gahabka, der sie durch die melodischen Raffinessen von „One Call Away“ und „We Will Sing“ führte. Die Singlust kam besonders bei dem witzigen Arrangement des Beatles-Klassikers „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ zum Vorschein.

Filigrane und virtuose Töne erklangen beim Auftritt des Kammerorchesters. Leiter Stephan Robens hatte Sätze aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ ausgewählt, um den Solistinnen Magdalena Schmidmayer, Clara Neidenberger, Greta Endemann und Elisabeth Pihusch die Gelegenheit zu geben, ihre Spielkunst auf der Violine zu zeigen. Mit ihnen trat das Kammerorchester und insbesondere dessen hervorragender erster Cellist Rafael Hanusch in einen von klanglicher und rhythmischer Präzision geprägten Dialog.

Starke Solo-Leistung mit „Solveigs Lied“

Solistische Leistungen begleiteten auch das Symphonieorchester. Das melancholische Warten in Solveigs Lied aus „Peer Gynt“ von Edvard Grieg bot Isabella Schulz dar – hinreißend im Ausdruck und mühelos in der Höhe. Mit dem ersten Satz aus dem Klavierkonzert a-moll, ebenfalls von Grieg, begeisterte Severin Weidmann die Zuhörer.

Das Orchester zeigte mit dem „Kaiser-Walzer“ von Johann Strauß und der Ouvertüre aus Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ sein Können. Mette leitete durch anspruchsvolle Takt- und Tempiwechsel.

Die Big Band unter Leitung von Wolfgang Gahabka beeindruckte das Publikum auch mit mitreißenden Hits.

Der Oberstufenchor unter der Leitung von Unterhuber überzeugte durch Klarheit, präzise Dynamik und vollen Klang, nicht nur bei dem Volkslied „Now is the Month of Maying“ oder dem Klassiker „Moon River“, sondern auch im schwungvollen „Ice in the Sunshine“ und dem, von einem Streichquartett einfühlsam begleiteten „Trag mi, Wind“.

Zum Abschluss versetzte die Big Band mit ihrem Leader Gahabka den ganzen Saal in einen mitreißenden Groove, ob mit dem Swing-Klassiker „Pennsylvania 6-5000“, den Latino-Rhythmen in „Copacabana“ oder „Sway“ – charmant gesungen von Fiona Kent–, den fetzigen Hits „Happy“ und „Runaway Baby“ oder dem funkigen „Buckjump“. Getragen von einer Begleitcombo voller Spielwitz entfalteten die Bläser, nicht zuletzt die starken Solisten an den Saxofonen und Trompeten, ihre musikalische Wucht und Raffinesse.

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Der tosende Applaus nach allen Darbietungen bewies nicht nur die Begeisterung über die musikalischen Leistungen, sondern auch die Erleichterung angesichts der Möglichkeit, sie wieder genießen zu können.

Vor dem Konzert am zweiten Abend fiel der Satz, es sei am Tag zuvor gewesen wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Das Gemeinschaftsgefühl und die Früchte der musikalischen Arbeit am Ignaz-Günther-Gymnasium sind wieder da, fast so, als ob nichts gewesen wäre.

re/MN

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