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Mehrheit stimmt im Verkehrsausschuss dafür

Mit diesen Maßnahmen wollen die Rosenheimer Stadträte die Innsbrucker Straße sicherer machen

Soll radscheidkonforme Radfahrstreifen bekommen: Die Situation in der Innsbrucker Straße in Rosenheim soll verbessert werden.
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Soll radscheidkonforme Radfahrstreifen bekommen: Die Situation in der Innsbrucker Straße in Rosenheim soll verbessert werden.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Nach dem tragischen Unfall Anfang November, bei dem ein zehnjähriges Mädchen von einem abbiegenden Lkw an der Kreuzung Innsbrucker-/Chiemseestraße schwer verletzt wurde, gibt es jetzt gleich mehrere Vorschläge, wie die Situation verbessert werden soll – doch einfach war der Weg dorthin nicht.

Rosenheim – Am Ende war es Franz Opperer, der die Nase voll hatte. Nach drei Stunden setzte sich der Grünen-Stadtrat dafür ein, das die restlichen Punkte auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses an einem anderen Tag behandelt werden. Einstimmig nahmen seinen Kollegen den Vorschlag an, vielleicht auch, weil niemand nach dem beiden Punkten zuvor noch Energie für weitere Diskussionen hatte. Denn das Thema rund um die Innsbrucker Straße hatte es in sich.

Wartezeiten würden sich vervielfachen

Die Historie dahinter ist schnell erzählt. Bereits in der Vergangenheit hatten die Vertreter des Radentscheids gefordert, die Anzahl der Kfz-Streifen in der Innsbrucker Straße – zwischen Briancon- und Chiemseestraße – zu reduzieren und stattdessen die Radfahrstreifen auf beiden Seiten auszubauen.

Die Verwaltung schlug stattdessen einen vierspurigen Ausbau mit 2,25 Meter breiten Radfahrstreifen vor, verbunden mit einem Ausbau der Mangfallbrücke.

Prüfung mit Verkehrssimultation

Beide Vorschläge wurden mit einer Verkehrssimulation geprüft. Die Auswertung der Ausbauvariante „Radentscheid“ ergab, dass sich sowohl Wartezeiten als auch Rückstaulängen vor allem in den Spitzenstunden am Abend teilweise vervielfachen würden. Im Gegensatz dazu könnten bei dem Vorschlag der Verwaltung „spürbare Verbesserungen gegenüber dem aktuellen Bestand erreicht werden“.

Stadträte stören sich an Zeitplan

Geplant sei, 2025 mit den Arbeiten zu beginnen. Frühestens aber 2024, wenn man das Vorhaben in der Ebersberger Straße um ein Jahr nach hinten verschieben würde.

Doch es ist genau dieser Zeitplan, an dem sich die Mitglieder des Verkehrausschusses störten. „Wir brauchen eine schnelle, günstige und flächensparende Lösung“, sagte Franz Opperer. Er erinnerte an die vielen Schul- und Kindergartenkinder, die die Innsbrucker Straße fast täglich passieren müssen.

Günstigere und schnellere Variante

Er könne nicht nachvollziehen, warum die Verwaltung so auf einen Ausbau poche, wenn es eine andere Variante gebe, die „günstiger, schneller und effektiver ist“. „Es geht um die Sicherheit der Grundschüler“, sagte Sonja Gintenreiter, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Ein vierspuriger Ausbau mache in ihren Augen eben nicht für jeden Sinn.

„Für die Fußgänger bedeutet es eine Verschlechterung“, sagt sie, da die Kinder „auf der Mittelinsel zusammengepfercht“ werden. Es brauche eine kurzfristige Lösung, dann könne man mit der langfristigen Planung starten. „Ein vierspuriger Ausbau bedeutet eine Verbesserung und berücksichtigt den Radentscheid“, widersprach Dr. Wolfgang Bergmüller (CSU).

Kompromisslösung von SPD und Freien Wählern

Christine Degenhart (Freie Wähler/UP) und Abuzar Erdogan, Fraktionsvorsitzender der SPD, versuchten es schließlich mit einer Kompromisslösung. Sie schlugen vor, es bis zur Umsetzung der Pläne im Jahr 2025 mit dem Vorschlag des Radentscheids zu versuchen. „Wir könnten ein Zeichen setzen und es als Chance begreifen“, sagte Degenhart. An keiner anderen Stelle in der Stadt hätte man so eine Möglichkeit und könnte gleichzeitig schauen, wie die Bürger darauf reagieren. Erdogan ergänzte: „Dadurch könnten wir eine kurzfristige Verbesserung erzielen.“

Keine Zwischenlösung?

Doch genau das sah die CSU-Fraktion eben nicht so: „Die Dreispurigkeit ist keine Zwischenlösung“, sagte Bergmüller. Er verstehe nicht, wieso man etwas ausprobieren will, wenn bereits feststehe, dass es dadurch zu Verschlechterungen kommen würde. Mit 6:5 Stimmen sprachen sich die Mitglieder schließlich für den Vorschlag der Verwaltung aus, den Abschnitt zwischen Briancon- und Chiemseestraße mit radentscheidkonformen Radfahrstreifen zu versehen.

Verkürzung der Grünzeiten

Eine kurzfristige Verbesserung soll es an der Kreuzung Innsbrucker-/ Chiemseestraße geben. So habe ein Ingenieurbüro geprüft, ob Fußgänger und Autofahrer unterschiedliche Grünphasen haben könnten.

„Ein dementsprechender Signalablauf ist grundsätzlich möglich, allerdings nur mit einer Verkürzung der Grün-Zeiten für den Fußgängerverkehr und einer Verlängerung der Wartezeiten“, teilt die Verwaltung mit. Zur Realisierung müsste die Ampelanlage umgebaut, die Verkabelung erweitert und das Steuergerät aufgerüstet werden. „Die Kosten dafür werden auf 150 000 Euro geschätzt“, heißt es aus dem Rathaus.

Kritik aus den Reihen der Grünen

Kritik für diesen Vorschlag gab es von Franz Opperer. Er gab zu Bedenken, dass es nicht sein könne, die Situation an der Chiemseestraße zwar zu verbessern, dafür aber eine Verschlechterung für die Fußgänger in der Innsbrucker Straße in Kauf zu nehmen. „Die Kinder dort müssen länger auf die Grünphase warten“, sagte er. Er forderte die Verwaltung auf, eine Lösung zu finden, die keine Verschlechterung für die Fußgänger bedeuten würde.

Letztendlich sprachen sich die Stadträte dennoch einstimmig für den Umbau der Ampelanlage aus. Diese Übergangslösung wird laut Verwaltung bis zum geplanten vierspurigen Ausbau der Innsbrucker Straße gelten – und Abbiegeunfälle wie in der Vergangenheit hoffentlich verhindern.

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