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Was tun im Ernstfall?

3402 Bunker-Plätze für 63.000 Einwohner: So ist die Stadt Rosenheim für den Krisenfall gerüstet

Ein Blick in den ehemaligen Stasi-Bunker in Gosen in Brandenburg bei Berlin. Auch in Rosenheim gibt es Schutzräume. Diese werden im Moment zum Großteil als Tiefgarage genutzt.
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Ein Blick in den ehemaligen Stasi-Bunker in Gosen in Brandenburg bei Berlin. Auch in Rosenheim gibt es Schutzräume. Diese werden im Moment zum Großteil als Tiefgarage genutzt.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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  • Karin Wunsam
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Der Krieg in der Ukraine weckt bislang unbekannte Ängste: Wo gibt es Schutz vor radioaktiven Bedrohungen? Wo kann ich in Rosenheim hin, wenn ein Luftangriff befürchtet wird und wie viele Menschen passen überhaupt in einen Schutzraum? Antworten auf drängende Fragen.

Rosenheim – Tief unter der Erde befindet sich der Schutzraum der Technischen Hochschule (TH). Dort, wo im Moment noch Autos parken, könnten im Ernstfall 720 Menschen Schutz finden. „Die Bauwerke sind grundsätzlich mit einer von der Außenluft unabhängigen Lüftungs- und Heizungsanlage so ausgelegt, dass im Belegungsfall ein autarker Betrieb möglich ist“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Durch entsprechende Schutzeinrichtungen wie Filteranlagen. Sandvorfilter und eine verwinkelte Bauart sei eine Gefährdung soweit eingedämmt, dass „ein Betrieb über 14 Tage in einem von der Außenwelt isolierten Zustand möglich ist“.

2029 Menschen haben Platz im Schutzraum des Finanzamts

Der Schutzraum in der TH ist einer von insgesamt drei öffentlichen Bunkern, die den Rosenheimern zur Verfügung stünden. Die beiden anderen befinden sich im Finanzamt und in einer Wohnanlage in der Carl-Orff-Straße. Im Finanzamt haben laut Verwaltung 2029 Menschen Platz, in der Carl-Orff-Straße 653. Ein vierter – allerdings nicht öffentlicher Schutzraum – befindet sich im Rosenheimer Rathaus.

„Der Schutzraum steht für Mitglieder der Führungsgruppe Katastrophenschutz zur Aufrechterhaltung der städtischen Verwaltungsstrukturen im Krisenfall zur Verfügung“, teilt die Stadt mit.

Zahl der Anlagen in Stadt reduziert

Weil das Innenministerium mit Zustimmung des Finanzministeriums entschieden hatte, die Aufgabe der Abwicklung und Bewirtschaftung der öffentlichen Schutzräume zum 1. September 2020 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu übertragen, habe sich auch die Zahl der Anlagen in der Stadt reduziert.

Eine Übersicht über die Schutzraumplätze in der Stadt: Der größte Schutzraum befindet sich im Finanzamt, gefolgt von einer Wohnanlage in der Carl-Orff-Straße und der Technischen Hochschule.

Neuerliche Inbetriebnahme mit Vorlaufzeit möglich

Eine neuerliche Inbetriebnahme der noch bestehenden Schutzräume wäre mit einer entsprechenden Vorlaufzeit möglich und würde laut Stadt dann Sinn machen, wenn die Atmosphäre um die Anlage radioaktiv kontaminiert beziehungsweise biologische oder chemische Stoffe vorhanden sind. „Durch die entsprechenden Schutzeinrichtungen eine Gefährdung soweit auszuschließen“, heißt es aus dem Rathaus.

Sollte es tatsächlich zum Ernstfall kommen, würde die Belegung mit einer Vorlaufzeit von 48 Stunden erfolgen. Einen konkreten Belegungsplan, welcher der 64 000 Einwohner einen Platz in einem Schutzraum bekommen würde, gebe es derzeit nicht. Eine Information würde zum einen über die Medien und sozialen Netzwerke erfolgen, zum anderen über Lautsprecherdurchsagen.

Vorhandene Bebauung bietet Schutz

Auch wenn das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) derzeit davon ausgeht, dass ein Luftangriff auf Deutschland im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg eher unwahrscheinlich ist, gibt die Behörde auf ihrer Homepage Empfehlungen, was in diesem Fall zu tun wäre. „Guten Schutz bietet generell die vorhandene Bebauung, sowohl vor fliegenden Objekten als auch vor Kontamination mit chemischen oder nuklearen Stoffen“, teilt das BBK mit.

Im Fall eines Angriffs rät die Behörde dazu, in einen „innen liegenden Raum mit möglichst wenigen Außenwänden, Türen und Fenstern“ zu gehen. Wer sich zur Zeit des Angriffs nicht zu Hause befindet, sollte ein Gebäude mit Innenräumen beziehungsweise unterirdische Gebäudeteile aufsuchen – also beispielsweise Keller oder Tiefgaragen.

Lebensmittel für zehn Tage ohne Einkauf

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt zudem Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser anzulegen, die einen zehn Tage ohne Einkaufen überstehen lassen. Die Behörde rechnet – unter anderem – pro Person 20 Liter Getränke, vier Kilo Gemüse und Hülsenfrüchte (als Konserven) und 2,6 Kilo Milch und Milchprodukte. Nicht fehlen sollten Kerzen, Streichhölzer, Campingkocher und Eimer.

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