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Rosenheim: Lange Wartezeiten an den Ampeln verärgern Fußgänger – Stadt arbeitet an Lösung

Lange Rotphasen: In der Stadt komme es immer wieder vor, dass sich Fußgänger darüber beschweren, dass sie zu lange an einer Ampel warten müssen.
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Lange Rotphasen: In der Stadt komme es immer wieder vor, dass sich Fußgänger darüber beschweren, dass sie zu lange an einer Ampel warten müssen.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Bei manchen Fußgängerampeln hat man das Gefühl, man wartet Ewigkeiten auf die Grünphase. Doch wie schlimm ist die Situation in Rosenheim? Antworten darauf gab es in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Verkehrsfragen und ÖPNV. Fazit: Es gibt Verbesserungsbedarf

Rosenheim –  Falk Skeide kennt sich aus mit Ampeln. Gemeinsam mit seinen Kollegen vom Verkehrsingenieurbüro TSC hat er deshalb die Signalanlagen in Rosenheim untersucht. Denn viele Fußgänger sind der Auffassung, dass sie zu lange an einer roten Ampel warten müssen. Der Plan war, so Skeide, 20 Anlagen zu untersuchen. Weil das aber sehr aufwendig gewesen wäre, konzentrierte man sich vorerst nur auf zehn.

Wartezeit liegt bei rund 80 Sekunden

Schnell stand für Skeide und seine Kollegen fest: Während die Qualitätsstufe der Ampeln für den Auto- und Radverkehr bei der Note „gut bis mittelmäßig“ liegt, ist die Situation für die Fußgänger deutlich schlechter. So beträgt die Grünphase gerade einmal zehn Sekunden, die Wartezeit aber liegt bei rund 80 Sekunden. „Unser Ziel war es, zu untersuchen, wie wir die Qualitätsstufe erhöhen können“, sagt Skeide. Heißt: Wie können die Wartezeiten für die Fußgänger verkürzt werden, ohne dass der restliche Verkehr zu sehr darunter leiden muss.

Wartezeit muss bei maximal 70 Sekunden liegen

Eine bessere Qualitätsstufe kann laut Skeide nur dann erreicht werden, wenn die Wartezeit bei maximal 70 Sekunden liegt. Das Problem hier: „In Rosenheim sind viele Ampeln miteinander gekoppelt. Das sorgt für die sogenannte grüne Welle“, sagt der studierte Verkehrssystemtechniker. Verändert man also eine Ampel, müssten alle Ampeln, die Teil der Koppelung sind, geändert werden.

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Ansonsten würde die grüne Welle verloren gehen, was wiederum zu einer Reduzierung der Leistungsfähigkeit für den Auto- und Radverkehr führen würde. Eine komplizierte Sache.

Einzelanlage soll zuerst optimiert werden

„Um zu sehen, ob die Maßnahmen greifen, würden wir zuerst nur eine Ampel optimieren“, sagt Skeide. Geplant ist eine Einzelanlage, die nicht mit anderen Ampeln gekoppelt ist. An diesem Knotenpunkt müssten die Fußgänger dann nur noch 70 Sekunden an der Ampel warten, statt den bisherigen 80 Sekunden. Stößt die Optimierung auf Erfolg, will man sich an die Ampeln wagen, die miteinander gekoppelt sind.

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Ein Beispiel wäre hier die Situation in der Äußeren Münchner Straße. „Von der Krainstraße bis zur Münchner Straße befinden sich alle Ampeln in einer grünen Welle“, sagt Skeide.

Elf „grüne Wellen“ in Rosenheim

Hier müsste also einiges verändert werden. Überprüft werden soll auch, ob die elf grünen Wellen, die es in Rosenheim gibt, an manchen Stellen gebrochen werden können. Das sei beispielsweise dort möglich, wo die „Knotenpunkte weit auseinander liegen“.

Umstellung in drei bis vier Wochen realisierbar

Interessiert hörten die Mitglieder des Ausschusses für Verkehrsfragen und ÖPNV dem fast einstündigen Vortrag zu. Stadtrat Dr. Wolfgang Bergmüller (CSU) fragte nach, wie lange es dauert, eine Ampel umzustellen. „Es handelt sich um eine minimale Änderung, die in drei bis vier Wochen realisierbar sein sollte“, erklärte Skeide.

Verkehrsinseln sind oft zu klein

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Franz Opperer, machte noch einmal deutlich, dass nicht alle Verkehrsteilnehmer gleich bewertet werden könnten. „Die Ampeln müssen so optimiert werden, dass die Situation nicht nur für die Autofahrer gut ist.“ Zudem seien viele „Verkehrsinseln“ in der Stadt zu klein. „Oft passt noch nicht einmal ein Rad mit Anhänger drauf“, so der Fraktionsvorsitzende. Deshalb müsste auch über eine „bauliche Verbesserung nachgedacht werden“.

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Falk Skeide stimmte diesem Vorschlag zu, sagte, dass wenn er und seine Mitarbeiter ein „technisches Handicap“ sehen, sie auch versuchen wollen darauf Einfluss zu nehmen.

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