Vielen Tieren ist der Lärm, der sie vertreiben soll, egal

Rosenheim wird der Krähen nicht Herr: Abschuss als Alternative?

Lautstark, aber nicht überall unbeliebt: Saatkrähen fühlen sich inzwischen auch in Städten wohl.
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Lautstark, aber nicht überall unbeliebt: Saatkrähen fühlen sich inzwischen auch in Städten wohl.
  • Jens Kirschner
    vonJens Kirschner
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Seit vergangenem Jahr versucht die Rosenheim, mit technischen Mitteln, der Krähenplage in der Stadt Herr zu werden. Lärm sollte die Vögel vertreiben. Die Anwohner sind mit dem Ergebnis nicht sehr zufrieden.

Rosenheim – Die Beschwerden über die große Krähenpopulation in Rosenheim halten an. Das berichtete der Leiter des Rosenheimer Amts- für Umwelt und Grünflächen, Ralf Seeburger, in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Im März begann die Schonzeit für die Vögel, noch im Februar hatte die Stadt versucht, die Krähen akustisch zu vergrämen. Zwischen 6.000 und 7.000 Euro bezifferte der Amtsleiter die Anschaffungskosten für die Geräte.

Die Reaktion der Tiere auf die Geräte sei „sehr unterschiedlich“ ausgefallen, berichtet das Umweltamt. Einige hätten die Laute schlicht ignoriert, andere indes wie gewünscht die Flucht ergriffen. Doch zumindest nach der Wahrnehmung vieler Anwohner hatte die Aktion offenbar wenig, bis gar keinen Erfolg.

Abschuss von Krähen nicht erlaubt

Große Alternativen, um den Anwohnern ruhe vor den Krähen zu verschaffen gibt es für die Stadt Rosenheim indes keine, ein Abschuss der Vögel sei seitens der Regierung von Oberbayern nicht Genehmigungsfähig, sagte Umweltamtsschef Seeburger.

Lesen Sie auch: Zu viele und zu laut: Rosenheimer Umweltamt will Saatkrähen mit Technik vertreiben (Plus-Artikel ovb-online.de)

Und auch die Vertreibung der Krähen habe ihre Tücken, wenn diese sich in den ländlich geprägten Stadtteilen niederlassen. CSU-Stadträtin Maria Bichler berichtete im Umweltausschuss, dass die Tiere dort mitunter die Silos vollkoteten. Sie hatte zuvor den Vorschlag eingebracht, sich mit anderen Kommunen zusammenzutun und einen Abschuss der Tiere zu beantragen, um deren Population zu vermindern.

In Sachen Nahrung nicht wählerisch

Dass sich die Vögel inzwischen auch im urbanen Umfeld wohlfühlen, liege daran, dass die Krähen dort nicht befürchten müssten, als Beute erlegt zu werden, sagte Seeburger. Zudem: In Sachen Nahrung seien die Tiere nicht gerade wählerisch, und das Angebot in den Städten entsprechend hoch.

Nicht überall ungeliebt

Während die Tiere hierzulande auf wenig Gegenliebe stoßen, erinnert die Vorsitzende der Bayerischen Ostgesellschaft, Iris Trübswetter daran, dass sich dies in anderen Kulturkreisen anders verhalte.  In Russland erwarteten die Menschen die Rückkehr der Saatkrähen sehnsüchtig, berichtet sie. Dies, weil sie mit ihrer Rückkehr das Frühjahr ankündigten.

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