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Besserung der Situation 2026

Kita-Platzmangel und Personalnot: So ist die Lage in der Stadt Rosenheim

Kindergartenplätze in der Stadt sind Mangelware. Bis 2026 soll sich die Situation verbessern – doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
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Kindergartenplätze in der Stadt sind Mangelware. Bis 2026 soll sich die Situation verbessern – doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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In Rosenheim fehlen derzeit 91 Kindergartenplätze. Im kommenden Jahr sind es sogar noch mehr. Die gute Nachricht: Ab 2026 soll sich die Situation deutlich verbessern – doch schon jetzt bahnt sich ein neues Problem an. Denn es mangelt an qualifizierten Fachkräften.

Rosenheim – In vier Jahren wird alles besser. Zumindest in Sachen Kindergartenplätze. Das hat Oberbürgermeister Andreas März (CSU) während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugendliche und Familien angekündigt. „Das Ziel ist es, in vier Jahren einen Überschuss an Plätzen zu schaffen“, sagt März.

Um herauszufinden, was alles möglich ist, hat die Arbeitsgruppe „Kita“ – vertreten durch Oberbürgermeister März, Dezernenten und Vertretern aus der Verwaltung – den Bedarf für den Kindergartenbereich mit den Bauplanungsständen des Zentralen Gebäudemanagements (ZGM) und dem Finanzplan zusammengeführt.

Fortlaufende Evaluierung

„Mit Gründung der Arbeitsgruppe ist ein direkter Austausch notwendiger Informationen auf operativer Ebene gewährleistet“, heißt es aus dem Rathaus. Die Bedarfsplanung werde zudem fortlaufend evaluiert, auch um auf die Auswirkungen der Pandemie und auf die Versorgung von Kriegsgeflüchteten reagieren zu können. Läuft alles nach Plan, könnte es ab 2026 zu einem Platzüberangebot kommen.

Bestehende Gebäude aufstocken und sanieren

Das wiederum würde bedeuten, dass die Stadt dann auch in der Lage wäre, bestehende Gebäude zu sanieren, aufzustocken und momentane Übergangslösungen zurückzubauen. Und da sei einiges zu tun. So gibt es in der Stadt im Moment zehn Provisorien, die Platz für rund 306 Kinder bieten – unter anderem beim Eisenbahner Sportverein in der Hochfellnstraße, in Oberwöhr und in der Meraner Straße. 100 weitere Container-Plätze sollen im Fischerweg entstehen, zudem können 20 Kinder in Zukunft im Bauwagen des MTV Rosenheim unterkommen.

Waldkindergarten bleibt wohl bestehen

Gute Nachrichten gibt es auch in Sachen Waldkindergarten. Nachdem die Awo die Trägerschaft, wie berichtet, abgegeben hat, soll die Einrichtung wohl fortbestehen. Wer der neue Träger ist und ob sich an der Situation im Keferwald etwas ändern wird, darüber gab es im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien noch keine weiteren Informationen.

Gespräche mit Bauträgern und Maklern

Um weitere Plätze in der Stadt zu schaffen, würde die Verwaltung zudem immer wieder das Gespräch mit Bauträgern und Immobilienmaklern suchen. „Alles, was an uns herangetragen wird, prüfen wir“, heißt es aus dem Rathaus.

Ein Blick auf den Bedarf der Kindergartenplätze in der Stadt: Während in den kommenden drei Jahren Plätze fehlen, könnte es 2026 erstmals zu einem Überschuss kommen.

Sonja Gintenreiter, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sorgte sich vor allem darum, wie die Plätze, die zusätzlich geschaffen werden, aufgrund des Fachkräftemangels bespielt werden sollen.

Dass es in Rosenheim schon jetzt zu Engpässen kommt, zeigt die Tatsache, dass aufgrund erheblichen Personalausfälle die Öffnungszeiten in den Kindergärten reduziert werden mussten. „Die ersten Erschöpfungserscheinungen machen sich breit. Wir kommen an unsere Grenzen“, sagte auch Erwin Lehmann, Kreisgeschäftsführer der Caritas.

230 000 Erzieher fehlen bis 2030

Es ist ein Problem, das es nicht nur in Rosenheim gibt. So hat der Deutsche Städtetag bereits in der Vergangenheit mitgeteilt, dass in den kommenden Jahren rund 230 000 Erzieher in Krippen, Kindergärten und Horten fehlen würden.

Laut dem Städtetag müssen daher mehr Berufs- und Quereinsteiger für die Arbeit der Erzieher begeistert oder Fachkräfte aus dem Ausland angeworben werden. „Zudem müssen Anreize für die bestehenden Fachkräfte geschaffen werden“, sagte Stadträtin Sonja Gintenreiter.

Lob für die Arbeit der Verwaltung

Während der Fachkräftemangel bei vielen während der Sitzung auf die Stimmung drückte, scheint man sich zumindest um die 91 fehlenden Kindergartenplätze im Moment noch keine Gedanken zu machen. „Bis jetzt musste noch keine Familie ihren Platz einklagen“, sagte Elisabeth Jordan (SPD), die auf die gute Arbeit des Jugendamts vertraue. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass keine Familie auf der Strecke bleibt. „Seit 2019 haben wir 306 Kitaplätze geschaffen. Das ist eine gute Leistung“, sagte auch Ulrike Plankl (CSU).

Bedarf bei Krippenplätzen gedeckt

Wie es in Sachen Krippenplätze in der Stadt aussieht, soll in einem anderen Ausschuss separat vorgestellt werden. „Mit der Neuschaffung von je zwei Gruppen im Kindergarten Apostelkirche und bei Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration in der Gießereistraße sowie jährlich zwei weiteren Großtagespflegen kann der Bedarf voraussichtlich gedeckt werden“, heißt es aus dem Rathaus.

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