„Massenverkehr“ befürchtet

Kampf um die Zufahrt: Anwohner in Fürstätt starten eine Unterschriftenaktion

Auf dieser Fläche sollen in Zukunft 70 Wohneinheiten entstehen. Im Moment überprüft die Verwaltung die Erschließungsmöglichkeiten.
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Auf dieser Fläche sollen in Zukunft 70 Wohneinheiten entstehen. Im Moment überprüft die Verwaltung die Erschließungsmöglichkeiten.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Auf der Fläche zwischen der Oberschlesienstraße und der Pürstlingstraße sollen in Zukunft 70 Wohneinheiten entstehen. Doch die Anwohner stehen den Plänen kritisch gegenüber. Und haben eine Unterschriftenaktion gestartet.

Rosenheim – Dieter Schiller ist hartnäckig. Besonders wenn es um Dinge geht, die ihm am Herzen liegen. Wie etwa die Zukunft seiner Siedlung. Seit 26 Jahren wohnt er in der Oberschlesienstraße, seit 15 Jahren weiß er von den Plänen der Stadt. Diese sehen vor, dass dort, wo sich einst die Gärtnerei Fritz befand, ein Wohngebiet entstehen soll.

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Die Eigentümer der Flächen wollen Gebäudetypen entwickeln, die die Realisierung unterschiedlicher Wohnformen ermöglichen. Die Rede ist, so geht es aus den Unterlagen der Stadt hervor, von Loft- oder Maisonetten-Wohnungen.

Sorge um mögliche Durchfahrtsstraßen

Der Bebauungsplan, der jetzt geändert wird, wurde in den 90-er Jahren aufgestellt und sieht bisher Einfamilienhäuser vor. Aufgrund des Baus der Küpferlinger Unterführung musste jetzt die Zufahrt von der Pürstlingstraße geändert werden.

„Die vorgesehene Straßenführung konnte nicht mehr in der bisher festgesetzten Form verwirklicht werden“, teilt die Stadt mit. Der Stadtrat habe deshalb eine Teiländerung des Bebauungsplans für den Bereich „Traminer Weg“ beschlossen. Ziel der Planung sei unter anderem die Sicherung der Erschließung.

Zufahrt nicht mehr über die Pürstlingstraße

Und genau hier gehen die Meinungen zwischen der Stadt und den Anwohnern auseinander. Denn der neue Bebauungsplan sieht vor, dass die Zufahrt nicht mehr – wie es im Moment der Fall ist – über die Pürstlingstraße erfolgt, sondern über die Niederschlesien- und Oberschlesienstraße in den Traminerweg. „Die beiden Straßen dürfen nicht zu Durchgangsstraßen umgewandelt werden“, sagt Schiller.

Straße wird von vielen Schulkindern benutzt

Auch weil es sich um Tempo-30-Zonen handelt, Schulkinder mit ihren Fahrrädern auf den beiden Straßen unterwegs sind. Schiller befürchtet, dass es nach der Bebauung zu einem „Massenverkehr“ kommt, spricht von „mehreren hundert Fahrzeugen täglich“. Für ihn und alle Anlieger steht fest, die Zufahrt über die Pürstlingstraße muss bleiben.

Unterschriftenaktion ins Leben gerufen

Um seiner Forderung mehr Druck zu verleihen, hat er eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. Insgesamt 32 Unterschriften habe er bereits gesammelt.

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Doch die Sorge der Anwohner scheint unbegründet. Jedenfalls vorerst. Denn eine Entscheidung, wie es mit der Zufahrt weitergeht, ist laut Helmut Cybulska, Dezernent für Stadtplanung, Bauwesen und Umwelt, noch nicht gefallen.

Verwaltung sind Sorgen der Anwohner bekannt

Eben auch weil die Bürger diesem Vorschlag kritisch gegenüberstehen. Aber der Baudezernent gibt auch zu bedenken, dass es Vorteile mit sich bringen würde, wenn die Zufahrt über die Pürstlingstraße entfallen würde. Cybulska spricht von einer geschlossenen Bebauung, aber auch davon, dass die dort entstehenden Häuser als Lärmschutz dienen könnten. Denn im Osten des Plangebietes befindet sich die Bahnlinie München-Rosenheim.

Lärmschutzwände ausreichend?

„Die Lärmschutzwände der Bahn sind völlig ausreichend“, entgegnet Dieter Schiller. In den 26 Jahren habe er sich noch nie an dem Lärm der Bahn gestört. Ein zusätzlicher Lärmschutz sei in seinen Augen nicht notwendig. Helmut Cybulska will jetzt, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, überprüfen, ob es auch andere Erschließungsmöglichkeiten gibt. Dann wird sich auch zeigen, ob sich Schillers Hartnäckigkeit ausgezahlt hat. Anna Heise

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