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Veranstaltung am Samstag, 28. Mai

Kaffee, Kuchen und der Tod: So will das „Death Café“ in Rosenheim die Angst vorm Sterben nehmen

Birgit Graf (links) und Susanne von Müller (rechts) freuen sich auf das kommende Death Café.
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Birgit Graf (links) und Susanne von Müller (rechts) freuen sich auf das kommende Death Café.

Rosenheim – Gemeinsam mit dem Jakobus Hospizverein veranstaltet die Stadtbibliothek am Samstag, 28. Mai, bereits zum dritten Mal das „Death Café“. Bei Kaffee und Kuchen wird über den Tod und die eigene Endlichkeit geredet. Birgit Graf von der Stadtbibliothek und Susanne von Müller vom Hospizverein erzählen, warum das nötig ist.

von Sophia Mayer

Woher kam die Idee, eine solche Veranstaltung anzubieten?

Birgit Graf: „Das Death Café ist eine internationale Bewegung, deswegen heißt es auch Death Café. Das ist kein Anglizismus, den wir uns irgendwie überlegt haben. Da gibt es auch einen Verein, der weltweit solche Death Cafés veranstaltet. Die Idee ist es, sich mit den Themen Tod, Trauer und eigene Endlichkeit zu beschäftigen und das in einem unverbindlichem Rahmen. Also es ist eigentlich immer ein Treffen von fremden Menschen, die sich vorher nicht kennen, bei Kaffee und Kuchen. Und man spricht dann zwar einerseits über Themen wie Tod und Trauer aber auch über das eigene Leben, da ist ja gleich immer ein direkter Zusammenhang. Wenn das Wetter schön ist, dann gehen wir raus auf den Salzstadel, da war es das letzte Mal auch. Oder wenn schlechtes Wetter ist gehen wir in das Lesecafé.“

Auch im vorigen Jahr haben sie das „Death Café“ angeboten. Merkt man einen Unterschied zu den Veranstaltungen in diesem Jahr?

Susanne von Müller: „Letztes Jahr war es natürlich durch Corona auch einfach bisschen schwierig zu organisieren. Wir haben angefangen mit einem Online-Meeting, das durchwachsen besetzt war. Da haben wir schon gemerkt, das ist nicht so das richtige Medium dafür. Der Kreis war etwas kleiner, aber dieses Jahr sind wieder mehr Interessenten da. Was interessant war, dass viele sich spontan angemeldet haben. Letztes Jahr im Sommer waren wir auch mal draußen und da kamen dann Passanten, die das gelesen haben und gefragt haben, ob sie sich dazu setzen dürfen. Also es war eine sehr offene Veranstaltung. Und weil sie auch so niederschwellig war, war es auch sehr problemlos.“

Wie geht es den Menschen dabei, über ein solches Tabuthema mit fremden Menschen zu sprechen?

Graf: „Also die Menschen, die zu dem Death Café kommen, die interessieren sich ja für dieses Thema und tun sich dann nicht so schwer darüber zu reden. Sie kommen ja auch genau deshalb zu uns. Und unsere Idee ist einfach, dass man den Tod ein bisschen mehr ins Leben holt.“

Also sprechen die Menschen ausschließlich über ihre Trauer oder Ängste vor dem Tod?

Graf: „Es ist kein Trauercafé. Es ist einfach eine Plattform, auf der man sich über verschiedene Themen unterhalten kann. Wir geben auch kein Thema vor. Sondern das ergibt sich dann aus den Gesprächen, die dann kommen. Es kommen aber auch viele, die einen Todesfall in der Familie hatten oder ein Nahtoderlebnis. Für sie haben wir dann natürlich gleich die professionelle Unterstützung.“

Von Müller: „Weil ich ja auch Trauerbegleiterin bin. Das Death Café ist aber keine Trauerbegleitung oder Sterbebegleitung in dem Sinne. Es soll uns aber trotzdem die Furcht nehmen, das Thema überhaupt zuzulassen oder anzusprechen. Das ist schwer, wenn das Umfeld dafür einfach nicht empfänglich ist. Das sehen wir ja auch, dass das Thema in Familien oftmals nicht zugelassen und ausgegrenzt wird. Und ich sag immer, wenn man auf einer Feier ist, dann kann man mit dem Thema ja wohl nicht auch noch daher kommen, weil das ja dann absolut den Rahmen sprengen würde. Und deswegen ist es, glaube ich ganz gut, wenn man auf neutralem Boden mit Menschen, die man so vielleicht noch nicht kennt, dieses Thema besprechen kann.“

Welche Zielgruppe spricht das Projekt überwiegend an? Habt ihr nur Teilnehmer, die selbst schon älter sind und Angst vor dem Tod haben?

Von Müller: „Unsere jüngste Teilnehmerin das letzte Mal war zwölf oder dreizehn. Da hat eine Mutter ihre Tochter mitgenommen um auch da ein bisschen Offenheit mitzubringen. Das erlebe ich viel, dass das Thema von Kindern sehr stark fern gehalten wird um sie zu schützen aber es gehört nun mal zu unserem Leben dazu.“

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