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Spendenaufruf der Organisation Navis

Für die Menschen in den Bunkern: Warum ein Rosenheimer alte Verbandskoffer benötigt

Hans Kerschbaumer aus Rosenheim will mit der Hilfsorganisation Navis die Menschen in der Ukraine mit Verbandskoffern versorgen und benötigt hierfür Spenden.
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Hans Kerschbaumer aus Rosenheim will mit der Hilfsorganisation Navis die Menschen in der Ukraine mit Verbandskoffern versorgen und benötigt hierfür Spenden.
  • VonJulian Baumeister
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Über 100 Tage dauert der Krieg in der Ukraine mittlerweile schon. Mit der Zeit werden auch die Verbandsmaterialen knapp. Das auch weiterhin für Nachschub an Tupfer, Mulden und Co. gesorgt ist, will ein Rosenheimer mit einer Hilfsorganisation für Katastrophenfälle sorgen. Deshalb hofft er auch auf Spenden aus der Bevölkerung, damit den Menschen in gefährlichen Lagen geholfen werden kann.

Rosenheim – Die Fahrten in die Ukraine empfindet Hans Kerschbaumer immer wieder als gefährlich. Und das, obwohl er bereits dreimal mitten ins Kriegsgebiet gereist ist und darüber hinaus in verschiedenen Katastrophengebieten wie dem Ahrtal oder in Mosambik humanitäre Hilfe geleistet hat.

Der Rosenheimer ist Mitglied in der Hilfsorganisation Navis, die sich 2004 aus den Reihen der Flughafenfeuerwehr München gebildet hat, um die vom Tsunami in Südostasien betroffenen Menschen mit Hilfsgütern zu versorgen. Inzwischen leistet die ehrenamtliche Organisation bei Katastrophen im In- und Ausland Hilfe.

Kinderkrankenhaus als Ziel

Am 10. Juni will Kerschbaumer mit der Organisation wieder in die Ukraine aufbrechen. Diesmal im Gepäck: Verbandskoffer. Die Bitte zur Lieferung der Verbandsmaterialen kam von den Menschen vor Ort bei einer der früheren Fahrten, erzählt Kerschbaumer. Das Ziel der Fahrt ist, wie bei den Lieferungen zuvor, die ukrainische Stadt Lemberg im Westen des Landes.

Das große Problem ist laut Kerschbaumer dort, dass viele Binnenflüchtlinge nach Lemberg gekommen sind. Zudem wurde vor Kurzem ein Arzneimittellager einer Spezialklinik durch einen Raketenangriff zerstört, was die medizinische Versorgung zusätzlich erschwere. „Da besteht ein enormer Bedarf an medizinischen Produkten, insbesondere beim Verbandsmaterial“, sagt Kerschbaumer.

Deshalb wird auch zuerst eine Kinderklinik in Lemberg angefahren. „Die Bedingungen in dem Krankenhaus sind ein bisschen wie vor 100 Jahren“, stellt Kerschbaumer fest, „das macht die Sache nicht leichter.“ Auch die ukrainische Zivilbevölkerung würde dringend Verbandsmaterialen benötigten. Bei jedem Luftalarm müssten die Menschen mehr oder weniger pro Kopf einen Verbandskoffer in die Bunker mitnehmen, um sich im Notfall selbst versorgen zu können. „Da kann man sich vorstellen, wie viele Koffer gebraucht werden“, sagt Kerschbaumer. Aus diesem Grund bittet er darum, dass weitere Verbandskoffer gespendet werden. „Es ist egal, ob die abgelaufen oder nicht mehr vollständig sind“, unterstreicht Kerschbaumer. Am besten würden sich die Koffer eignen, die sich auch in jedem Auto befinden.

Mehrere Abgabestellen

Abgegeben werden können die Verbandsmaterial in der Geschäftsstelle der Malteser in der Rathausstraße 25. „Wer seinen alten Verbandskoffer mitbringt, bekommt für kleines Geld gleich einen neuen für sein Auto mit“, sagt Kerschbaumer. Somit wären die Spenden im doppelten Sinn für den guten Zweck. Kerschbaumer freue sich aber auch über jeden gespendeten Koffer, der bei ihm im Navis-Büro in der Nikolaistraße 6a abgegeben wird. „Wir müssen uns breit aufstellen, sonst werden wir dem Bedarf nicht gerecht“, sagt er.

Angst vor den Fahrten ins Kriegsgebiet hätte er übrigens nicht. „Unser Ablauf hat sich bewährt. Wir sind immer sicher rein und wieder rausgekommen“, sagt Kerschbaumer. Und: die Spenden seien jedes mal direkt vor Ort angekommen.

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