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Ab November wird das Projekt umgesetzt

Hardware-Austausch bei der Rettungsleitstelle in Rosenheim - Laufen die Notrufe jetzt ins Leere?

Fünf Bildschirme pro Arbeitsplatz: In der Zentrale der Integrierten Leitstelle Rosenheim kommen alle Anrufe der Notrufnummer 112 aus den Landkreisen Rosenheim und Miesbach sowie der Stadt Rosenheim bei den Disponenten an. Jetzt bekommt die Leitstelle eine neue Hardware.
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Fünf Bildschirme pro Arbeitsplatz: In der Zentrale der Integrierten Leitstelle Rosenheim kommen alle Anrufe der Notrufnummer 112 aus den Landkreisen Rosenheim und Miesbach sowie der Stadt Rosenheim bei den Disponenten an. Jetzt bekommt die Leitstelle eine neue Hardware.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Wer in Not ist und die 112 wählt, landet in der Integrierten Leitstelle (ILS) – und bald in einem neuen Computersystem. Denn nach mehr als zehn Jahren Dauerbetrieb muss die Hardware ausgetauscht werden. Hat das Einfluss auf die rund 300 Notrufe, die täglich bei der ILS eingehen?

Rosenheim – Vor den Mitarbeitern der Integrierten Leitstelle liegen aufregende Monate. Unter anderem deshalb, weil gleich mehrere Veränderungen ins Haus stehen. „Die Hardware muss ausgetauscht werden, um die Betriebssicherheit bei der Entgegennahme aus den Notrufleitungen sowie bei der Alarmierung nicht zu gefährden“, teilte die Verwaltung während der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit, an der neben Stadtbrandrat Hans Meyrl auch Stefan Ertl, Leiter der ILS, teilnahm. Das sei auch eine Vorgabe des bayerischen Innenministeriums.

Umsetzung des Projekts startet ab November

Läuft alles nach Plan, startet die Umsetzung des Projekts ab November 2022. Der Abschluss der Maßnahme ist für das Frühjahr 2023 geplant. Sorgen, dass ihre Notrufe im Sand verlaufen, müssen sich die Bürger dennoch nicht machen. Laut Verwaltung steht die Integrierte Leitstelle weiterhin rund um die Uhr zur Verfügung.

„Da der Austausch in zwei ‚Bauabschnitten‘ durchgeführt wird, ist sichergestellt, dass alle Notrufe und die Einsatzbegleitung weiterhin wie gewohnt erfolgen können“, heißt es auf Nachfrage. Für mögliche Großschadensereignisse sei zudem ein Vertretungskonzept mit einer benachbarten ILS vorhanden.

Kosten liegen bei 4,5 Millionen Euro

Nach ersten Schätzungen liegen die Kosten für den Hardwareaustausch bei rund 4,5 Millionen Euro. „Der Großteil wird durch den Freistaat gefördert, der Rest wird im Zweckverband zwischen den Landkreisen Rosenheim, Miesbach und der Stadt Rosenheim aufgeteilt“, heißt es aus dem Rathaus.

IT-Team muss verstärkt werden

Auch personell sind einige Veränderungen notwendig. So werden im Zuge des Hardwareaustausches laut Stadt neue Hardwarekomponenten in die bestehende Technik integriert, welche einen übergangsweisen Parallelbetrieb notwendig machen bis die veraltete Technik zurückgebaut werden kann. Um dies zu gewährleisten, muss das IT-Team personell verstärkt werden, um bei eventuell auftauchenden Problemen sofort reagieren zu können.

Sechs weitere Mitarbeiter werden benötigt

Zudem braucht es im Amt für Brand- und Katastrophenschutz sechs weitere Mitarbeiter: eine Stelle für die Taktisch-Technische-Betriebsstelle (TTB), zwei Disponentenstellen sowie drei Einstiegsstellen für Disponenten. Die zusätzlichen Kräfte sollen nicht nur dabei helfen, den Austausch der Hardware zu begleiten, sondern sich auch um die Einführung des neuen Einsatzleitsystems kümmern, das jetzt bayernweit vereinheitlicht werden soll.

„Durch diese neue Bediensoftware für die Notrufabsage, Disposition und Alarmierung wird es notwendig, alle jetzigen Stammdaten neu im Einsatzleitsystem zu erfassen“, heißt es aus dem Rathaus. Heißt: Alle Straßen, Einsatzmittel und Gerätehäuser müssen neu dokumentiert werden. Hinzu kommt, dass auch ein neuer Alarmierungsplan komplett neu ausgearbeitet werden muss.

Übergang von analoger auf digitale Technik

Für das kommende Jahr ist die Einführung der digitalen Alarmierung für die ILS Rosenheim geplant. Um den Übergang von analoger auf digitale Technik so optimal wie möglich zu gestalten und die Alarmierung nicht zu gefährden, sei es notwendig, dass die Technisch-Taktischen Betriebsstellen der Kreisverwaltungsbehörden (TTB-KVB) eng mit der TTB-ILS zusammenarbeiten und die Prozesse abstimmen.

„Mit Einführung der digitalen Alarmierung werden mehr Möglichkeiten für eine fallorientierte Einsatzalarmierung geschaffen“, heißt es aus dem Rathaus. Das wiederum würde im Gegenzug aber einen Mehraufwand für die TTB-ILS in der Verwaltung sowie Stammdatenpflege bedeuten. Dafür braucht es zusätzliches Personal.

Stadträte setzen auf Gegenfinanzierung

Einstimmig haben sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses jetzt für die Schaffung von sieben – teils befristeten – Stellen beim Amt für Brand- und Katastrophenschutz. Allerdings nur dann, wenn eine Gegenfinanzierung gesichert ist – also die Stadt nicht alles aus eigener Tasche bezahlen muss.

Eine Erweiterung der Integrierten Leitstelle ist trotz der zusätzlichen Mitarbeiter übrigens nicht notwendig. „Es sind genügend Raumkapazitäten vorhanden“, teilt die Stadt mit.

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