Sind genug Lebensmittelläden da?

Rosenheim: Grüne und ÖDP sorgen sich um die Nahversorgung in den Stadtteilen

Die Situation in Happing: Der Betreiber des Nahverkaufs hatte in einem Gespräch mit der Stadt mitgeteilt, dass sie mit der wirtschaftlichen Lage trotz der Corona-Krise zufrieden sind.
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Die Situation in Happing: Der Betreiber des Nahverkaufs hatte in einem Gespräch mit der Stadt mitgeteilt, dass sie mit der wirtschaftlichen Lage trotz der Corona-Krise zufrieden sind.
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Wer in der Innenstadt lebt, hat es zum Einkaufen in der Regel nicht weit. Doch wie ist die Situation in den Stadtteilen? Und wie groß sind die existenziellen Probleme der Betreiber? Antworten darauf hat es in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus gegeben.

Von Anna Heise

Rosenheim – Seinen Humor hat Oberbürgermeister Andreas März (CSU) auch durch die Corona-Krise nicht verloren. „In unserer Stadt ist noch niemand verdurstet oder verhungert“, sagte er. Fügte hinzu, dass Rosenheim weit von einer Unterversorgung entfernt sei. Trotz allem sei es aber die Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, dass die Bürger „ausreichend und bequem versorgt werden“.

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Und genau hier sehen sowohl die Grünen als auch die ÖDP Nachholbedarf. „Im Norden haben wir ein Versorgungsproblem“, sagte Stadtrat Horst Halser (ÖDP). Er sprach von überfüllten Supermärkten und langen Fußwegen.

Nur ein Bäcker in der Kastenau

Ähnlich ist die Situation in der Erlenau und in der Kastenau. Während es in der Kastenau gerade einmal einen Bäcker gibt, hat in der Erlenau erst im September der Edeka-Markt geschlossen. Eine Nachricht, die vor allem bei den älteren Bürgern für Bestürzung gesorgt hat. Damals Anlass genug für Grüne und ÖDP, einen Antrag an Oberbürgermeister März zu stellen. Sie forderten die Verwaltung auf, eine Liste von allen kleinen Lebensmittelnahversorgern in den verschiedenen Stadtteilen zu erstellen. Außerdem sollte mit den jeweiligen Geschäftsführern gesprochen werden, um über eventuelle existenzielle Probleme zu beraten und diese präventiv im Vorfeld zu erkennen.

Positives Ergebnis nach Befragung

Die Verwaltung hat daraufhin Betreiber in Happing, in der Küpferlingstraße sowie der Innenstadt befragt. Mit einem durchaus positiven Ergebnis, wie Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl im Ausschuss mitteilte. „Die Unternehmen sind mit der wirtschaftlichen Lage zufrieden.“

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Fast alle Umsätze seien in der Zeit der Pandemie gestiegen. Schwierig sei es jedoch Mitarbeiter zu finden, vor allem 450-Euro-Kräfte. Unter anderem, weil sich viele nicht dem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen wollten. Auch die Aggressivität der Kunden habe in den vergangenen Monaten zugenommen. So hätten die Mitarbeiter laut Bugl berichtet, dass sie teils „aufs Übelste beschimpft werden“, wenn sie die Kunden an die Hygiene-Regeln erinnern.

Angebot eines kostenlosen Lieferservices

Davon abgesehen scheint das Positive allerdings zu überwiegen. Eine Nachricht, über die sich auch Peter Rutz, der Fraktionsvorsitzende der Grünen freute. „Es ist schön, zu sehen, dass wir gut dastehen.“ Zustimmung gab es von Stadträtin und Dritte Bürgermeisterin Gabriele Leicht (SPD).

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Sie schlug vor, die Corona-Krise zu nutzen, um die vorhandenen Angebote zu überdenken. So sei beispielsweise der Edeka-Markt in der Erlenau so beliebt gewesen, weil der selbstständige Kaufmann Marco Maruhn einen Lieferservice angeboten hat. „Da kann man auch verschmerzen, wenn der Fußweg zum nächsten Supermarkt mehr als zwei Kilometer ist“, sagt Leicht.

Auch Horst Halser sprach sich für einen Lieferservice aus. So komme beispielsweise jeden Donnerstag eine Händlerin aus München in den Rosenheimer Norden und verkaufe dort frisches Gemüse. Eine Lösung, die er auch an anderen Standpunkten in der Stadt begrüßen würde. Stadträtin Maria Bichler (CSU) regte hier an, vor allem auf regionale Produkte zu setzen und diese besser zu vermarkten.

Es ist ein Weg, den die Stadt bereits in der ersten Phase der Corona-Pandemie eingeschlagen hat. So hat die Verwaltung gemeinsam mit dem City-Management und dem Landratsamt die Onlineplattform „ThinkLocal Now“ ins Leben gerufen. Einzelhändler, Restaurants und Dienstleistungsanbieter können hier ihre Angebote digital präsentieren. Die Plattform soll auch im Zuge der jetzigen corona-bedingten Beschränkungen fortgeführt werden, so die Verwaltung.

Ein ausführlicher Bericht über die Kastenau folgt.

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