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Bayerns Verkehrsminister Bernreiter: Kein Terminal für Region Rosenheim

„Rollende Landstraße“

Bayerns Verkehrsminister Bernreiter: Kein Terminal für Region Rosenheim

Im Landkreis Rosenheim wird es kein Terminal der „Rollenden Landstraße“ geben. In einem Brief an …
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Eröffnung der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

Gegen steigende Kosten: Rosenheimer Stadtwerke nehmen Energieversorgung selbst in die Hand

Oberbürgermeister Andreas März (zweiter von links) drückt zusammen mit Dr. Götz Brühl, Geschäftsführer der Stadtwerke, den grünen Startknopf.
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Oberbürgermeister Andreas März (zweiter von links) drückt zusammen mit Dr. Götz Brühl, Geschäftsführer der Stadtwerke, den grünen Startknopf.
  • VonThomas Stöppler
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Die Stadtwerke Rosenheim haben ein neues Kraftwerk – eines, das auch auf Gas setzt. Warum das trotz Klimawandel, steigender Energiepreise und dem Ukrainekrieg richtig ist, zeigt der etwas genauere Blick.

Rosenheim – „Jetzt passiert natürlich erst einmal nichts“, sagt Dr. Götz Brühl lachend, nachdem er zusammen mit Oberbürgermeister Andreas März und den verantwortlichen Ingenieuren den grünen Knopf gedrückt hat. Etwa 30 Sekunden rührt sich nichts, jedenfalls nichts, was man außerhalb des grünen Stahlkolosses in der geöffneten Halle wahrnehmen könnte.

Aber nach 30 Sekunden hört man etwas, ein Brummen vielleicht so laut wie ein Rasenmäher. Fünf Minuten später klingt das dann mehr nach Flugzeugturbine, aber dann schließen Mitarbeiter der Stadtwerke Rosenheim die Türen und draußen bleibt nur noch ein sanftes Rauschen zu hören.

30 Millionen Euro teure Anlage

Rund 30 Millionen Euro hat das neue Kraftwerk der Stadtwerke Rosenheim gekostet, das vergangenen Freitag feierlich in Betrieb genommen wurde. Einen Großteil zahlt der Bund beziehungsweise das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Denn es gibt große Fördersummen für das Projekt. Ohne diese Summen, erklärte Oberbürgermeister März, wäre es nicht zu stemmen gewesen.

Mit Wärmepumpe und Elektrokessel

Die Förderung gibt es unter anderem, weil es ein „iKWK“ Kraftwerk ist. Die Abkürzung steht für „innovative Kraft-Wärme-Kopplung“. Zwar ist ein Teil des Kraftwerks – und zwar in puncto Leistung der größte Teil – schlicht ein Gasmotor, aber dabei ist auch eine Wärmepumpe und ein Elektrokessel. Der Gasmotor schafft 4,5 MW, die Wärmepumpe 1,5 MW und der Elektrokessel 1,8 MW. Der Clou an der Kombination ist zum einen, dass sowohl Storm als auch Wärme erzeugt werden.

Pumpe läuft mit Wasser aus Mühlbach

Die Wärmepumpe, die so erklärt Stadtwerke-Chef Brühl, funktioniere wie ein Kühlschrank nur andersherum. Im Gegensatz allerdings zu heimischen Wärmepumpen läuft die der Stadtwerke mit Wasser aus dem angrenzenden Mühlbach. Das Wasser wird beim Durchlauf heruntergekühlt und so wird ihm die thermische Energie entzogen.

Das nun kalte Wasser fließt wieder in den Mühlbach und die Wärme wird direkt ins Fernwärmenetz eingespeist. Der Standort des Kraftwerks in der Oberaustraße und der Wärmepumpe in der Schönfeldstraße sind nicht ohne Grund so gewählt. Zum einen, so Brühl, sei die Nähe zum Mühlbach wichtig gewesen und zum anderen die Nähe zum Heizkraftwerk der Stadt.

Lob für große Markt- und Sachkenntnis

Nicht ohne Grund lobte Oberbürgermeister März die große Markt- und Sachkenntnis der Experten der Stadtwerke, die das Kraftwerk, das bundesweit eines der ersten „iKWK“-Kraftwerke ist, geplant haben. Zwei weitere Anlagen sollen in den nächsten Jahren folgen.

Mit allen Drei spare man, so die Berechnungen der Stadtwerke, über 16.5000 Tonnen CO2 im Jahr. Und nur mit dieser einen Anlage spare man soviel CO2 wie alle Photovoltaikanlagen in Rosenheim, erklärt Brühl.

Das laute Brummen des Gasmotors lässt sich hinter geschlossenen Türen kaum noch vernehmen.

Die Technologie zeigt auch noch andere Stärken: Zum Beispiel gibt es keine Ablaufzeit. Viele auch moderne Kraftwerke wie etwa Windräder müssen nach einigen Jahrzehnten runderneuert werden. Laut Brühl bieten der Gasmotor, die Wärmepumpe und er Heizkessel die Möglichkeit permanent daran zu arbeiten und bestehende Technologie zu verbessern. „Das bewegt sich im 0,0 Prozentbereich, aber das summiert sich natürlich,“ erklärt er.

Krieg treibt Preise in die Höhe

Zugegeben der Gasmotor wirkt denkbar anachronistisch. Gas ist zwar umweltfreundlicher als Kohle oder Öl, aber auch keine saubere Energie. Dazu kommt natürlich der Krieg in der Ukraine, der die Preise in die Höhe treibt und nicht zuletzt bleibt die Drohkulisse da, dass Russland den Gasexport stoppt.

Das konnten die Planer freilich nicht absehen, den Klimawandel allerdings schon. Und das haben sie auch: Der Gasmotor ist bereits jetzt fähig statt Erd- oder Biogas auch Wasserstoff zu nutzen. Bisher zwar nur einen kleinen Anteil, aber sobald genug Wasserstoff zur Verfügung stehe, „sei man sofort bereit, den Motor umzurüsten“, erklärt Brühl. Daran wird fleißig gearbeitet und geforscht, schließlich wäre Wasserstoff eine saubere Energiequelle.

Unterstützung für Solarstrom

Aber bereits jetzt hilft die Anlage als solche zum Sparen von CO2 und der Heizkessel unterstützt die erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne. Denn er dient dazu, Energie in Form von Wärme zu speichern, wenn besonders viel da ist und sie in energieärmeren Zeiten, also etwa nachts, wenn die Photovoltaikanlagen nur sehr wenig Strom generieren.

Für die Stabilisierung der Strompreise

Die hohe Investitionssumme, sagt Brühl, diene der Stabilisierung der Strompreise. „Die Rohstoffpreise sind explodiert, wie wir es noch nie gesehen haben,“ hält er fest. Die neue Anlage spare eben Rohstoffe ein. Außerdem seien die Stadtwerke ja ein städtisches Unternehmen. Gewinne, die Brühl durchaus erwartet, kämen also wieder dem Bürger zu gute.