Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss

Führerschein gegen Bus-Ticket? Rosenheimer Politiker uneinig über Angebot für Senioren

Wer aus alters- oder gesundheitlichen Gründen seinen Führerschein abgibt, soll von der Stadt einen Ausgleich bekommen. Das jedenfalls fordern Grüne und ÖDP.
+
Wer aus alters- oder gesundheitlichen Gründen seinen Führerschein abgibt, soll von der Stadt einen Ausgleich bekommen. Das jedenfalls fordern Grüne und ÖDP.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
    schließen

Senioren, die freiwillig ihren Führerschein abgeben, fahren in einigen Städten Deutschlands kostenlos mit Bus und Bahn. Dieses Konzept wollten Grüne und ÖDP auch nach Rosenheim holen. Doch in der Verwaltung gibt es Vorbehalte - auch mit Blick auf den ÖPNV.

Rosenheim - Oberbürgermeister Andreas März (CSU) ist niemand, der mit seiner Meinung hinterm Berg hält. So auch in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. „Ich halte davon wenig“, sagte er, als erneut darüber diskutiert wurde, ob für Senioren ein Anreiz zur freiwilligen Führerscheinabgabe geschafft werden sollte.

Nicht an Lebensqualität verlieren

Diesen Vorschlag hatten die Rosenheimer Grünen und ÖDP-Stadtrat Horst Halser (ÖDP) bereits im März gemacht. Die Idee: Senioren, die bereit sind, ihren Fahrzeugführerschein alters- oder gesundheitsbedingt zurückzugeben, sollen für ein Jahr ein kostenloses ÖPNV-Ticket erhalten - damit sie auch weiterhin mobil sein können und nicht an Lebensqualität verlieren.

Im Mai einigten sich die Stadträte darauf, dass die Verwaltung Erfahrungsberichte aus anderen Kommunen einholt. „In den Städten Augsburg, Bayreuth, Ingolstadt, Kaufbeuren, Kempten, Landshut und Würzburg sowie im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wird dieser Service angeboten“, heißt es sechs Monate später aus dem Rathaus. Im Durchschnitt werden laut Verwaltung bei den befragten Kommunen zwischen 30 bis 100 Führerscheine zurückgegeben und gegen ein ÖPNV-Ticket eingetauscht.

Geringverdiener finanziell entlasten

Für Grünen-Stadtrat Franz Opperer Beweis genug, dass das Konzept durchaus funktionieren kann. Seiner Meinung nach würde das Angebot nicht nur dabei helfen, den ÖPNV zu bewerben, es würde auch Geringverdiener finanziell entlasten.

Doch wirklich überzeugen, konnte er die Verwaltung und einen Teil seiner Stadtratskollegen damit nicht. „Der ÖPNV ist noch nicht soweit, dass man zu jeder beliebigen Zeit dahin kommt, wo man will“, sagte Oberbürgermeister März. Zustimmung erhielt er von Robert Multrus, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/UP und Dr. Wolfgang Bergmüller (CSU). Auch für die beiden Männer ist der ÖPNV im Moment keine Alternative zum Auto.

Stärkung des ÖPNV

Anders äußerte sich Abuzar Erdogan, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Es ist ein guter Ansatz“, sagte er. So könnten Senioren selber entscheiden, ob sie ihren Führerschein abgeben wollen oder eben nicht. Wenn sie das Angebot annehmen, würde das in seinen Augen zu einer Stärkung des ÖPNV führen. Allerdings müssten noch einige offene Fragen geklärt werden - unter anderem die, ab welchem Alter man ein Senior sei.

Schwierige Haushaltsplanung

Offene Fragen gab es auch mit Blick auf das Finanzielle. So würde ein Jahresticket im Stadtbus im Moment 368 Euro kosten. Die Einführung eines kostenlosen ÖPNV-Tickets sei eine freiwillige Leistung der Stadt. „Die Finanzierung dieser freiwilligen Leistung ist insbesondere im Hinblick auf die schwierige Haushaltsplanung für 2023 nicht darstellbar“, heißt es aus dem Rathaus. Aus diesem Grund schlug die Verwaltung vor, die Entscheidung über den MVV-Beitritt abzuwarten, um die entstehenden Kosten besser abschätzen zu können.

„Für mich ist es unverständlich, dass wir den Vorschlag ablehnen, weil es zu teuer ist“, kritisierte Franz Opperer. Dennoch einigten sich die Stadträte mehrheitlich (8:3) darauf, die Entscheidung über den Antrag vorerst zurückzustellen.

Kommentare