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Endlich gleiche Rahmenbedingungen

Rosenheimer Einzelhändler freuen sich über Wegfall der 2G-Regel für alle Geschäfte

2G ist erst einmal passé: Seit einer Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs dürfen alle Einzelhandelsgeschäfte auch jene Kunden begrüßen, die zwar nicht geimpft oder genesen, aber getestet sind. 
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2G ist erst einmal passé: Seit einer Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs dürfen alle Einzelhandelsgeschäfte auch jene Kunden begrüßen, die zwar nicht geimpft oder genesen, aber getestet sind. 
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Am Mittwoch hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die 2G-Regel für den Einzelhandel vorerst außer Kraft gesetzt. Die Erleichterung ist betroffenen Rosenheimer Einzelhändlern anzumerken. Auch, weil endlich Grauzonen wegfallen.

Rosenheim – Die Inhaberin eines Beleuchtungsgeschäfts hatte gegen die aktuelle Regelung in Bayern geklagt. Der Beschluss hat auch Wirkung auf alle anderen betroffenen Einzelhändler, denn die Staatsregierung setzte die Regel nach der Gerichtsentscheidung komplett aus. Für die Geschäfte bedeutet das vor allem: weniger Aufwand.

Weniger Personalaufwand

Verhalten optimistisch gibt sich die Geschäftsführerin des Rosenheimer City-Managements, Sabrina Obermoser. „Natürlich freuen sich die betroffenen Betriebsinhaber über die Entscheidung, weil bei ihnen nun ein gewisser personeller Aufwand wegfällt“, sagt Obermoser. Gemeint ist das extern bestellte Personal für Kontrollen der 2G-Regel, welches vorwiegend die großen Ketten vorhielten, um den Geimpft- oder Genesenenstatus der Kunden zu kontrollieren. Die City-Management-Chefin sieht dennoch die Gefahr, dass es im Freistaat zu neuen Beschränkungen für den Einzelhandel kommen könnte, auch wenn die Staatsregierung im vorauseilendem Gehorsam 2G im Einzelhandel vorerst gestrichen hat.

Optimistischer gibt sich hingegen Andreas Bensegger. Der Vorsitzende des Rosenheimer Regionalausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) glaubt nicht, dass es zu einer erneuten Auflage der 2G-Regel für den Einzelhandel jenseits der Geschäfte des täglichen Bedarfs kommt. Auch nicht, weil alle Klagen gegen die Unschärfen der Regelung bislang erfolgreich gewesen seien. „Ich glaube daher nicht, dass es zu einer erneuten vergleichbaren Einschränkung für den Handel kommen wird“, sagt Bensegger. Er betont jedoch im gleichen Atemzug, dass dies seine private Einschätzung sei, nicht die der IHK, die sich in dieser Sache noch bedeckt halte.

Zweifelsfälle sorgten für Unsicherheit

Bensegger freut sich vorwiegend darüber, dass viele Unsicherheiten wegfallen, vor allem bei den Kunden. Er spricht von „gleichen Rahmenbedingungen“ für die Einzelhändler. Denn Unsicherheit, aber auch Unmut in der Zunft hatten immer wieder für Zweifelsfälle gesorgt. Für Grauzonen, bei denen die Frage offen blieb, ob das Geschäft zu jenem Kreis gehört, der Artikel des alltäglichen Bedarfs anbietet oder nicht.

Doch auch Verbrauchern sei oft nicht klar gewesen, ob in einzelnen Geschäften 2G gilt oder nicht. Mitunter, berichtet Bensegger, hätten Kunden schon in vorauseilendem Gehorsam gehandelt und ihren Geimpft- oder Genesennachweis dort vorgezeigt, wo es eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Hier berichtet Bensegger von den Erfahrungen aus seiner gleichnamigen Paperterie am Max-Josefs-Platz. Jenseits dessen habe die 2G-Regel bei den Händlern so oder so dafür gesorgt, dass die Kundenfrequenz deutlich zurückgegangen sei, was er ebenso auf die Unsicherheit zurückführt, die mit der Regel einhergegangen sei.

Wirkt wie ein Durcheinander

Dies musste auch Annerose Arnold feststellen, die an der Salinstraße den Laden „Tischlein deck dich“ betreibt. Sie hat bemerkt, dass die jeweils aktuellen Corona-Regeln an den meisten ihrer Kunden eher vorbeiziehen. „Viele haben das Schauen satt“, berichtet sie. Nur die wenigsten betrieben den Aufwand und recherchierten die aktuellen Auflagen. Viele hätten stattdessen auf einen Besuch in ihrem Laden verzichtet.

Und Arnold kann dies auch nachvollziehen: „Es wirkt schon wie ein Durcheinander“, kommentiert sie die Dynamik, welche sich bei den Corona-Beschränkungen für den Einzelhandel entwickelt hat. Auch den Wegfall von 2G hätten wohl die wenigsten mitbekommen. Es werde einfach zu wenig publik gemacht, klagt sie. Dennoch ist ihr auch Erleichterung anzumerken. Denn mit dem Wegfall der Eingangskontrollen nach Impf- und Genesenennachweis kann sie sich mit ihren Mitarbeitern inzwischen wieder aufs Kerngeschäft konzentrieren: auf die Beratung ihrer Kunden.

Verdutzte und genervte Kunden

„Wir waren stark gebeutet mit der 2G-Regel“, sagt die Inhaberin von „Dörfler – Leder und mehr“, Stephanie Jeschke. Ihre Mitarbeiter in der Rosenheimer Filiale am Max-Josefs-Platz seien mitunter sehr belastet gewesen. Das auch, weil sie gefühlt das einzige Geschäft in der Umgebung gewesen seien, in dem noch die 2G-Regel Anwendung fand. Das habe sich auch bei den Kunden bemerkbar gemacht, die genervt, aber zumindest verdutzt gewesen seien, wenn sie plötzlich wieder ihren Impfpass zücken mussten. „Als diese Woche 2G wieder gekippt wurde, waren wir sehr erleichtert“, sagt Jescke. Nichtsdestotrotz brauche es wohl noch eine Zeit, bis die Neuigkeit bei den Kunden ankomme. Derzeit renne man ihrer Filiale in Rosenheim zumindest noch nicht die Bude ein.

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