Rosenheim: Einblick in die Arbeit der Privaten Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer

Die neue Schulleiterin Gabriele Leihkamm
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Die neue Schulleiterin Gabriele Leihkamm

Rosenheim - Seit knapp einem Jahr ist Gabriele Leihkamm die neue Schulleiterin der Privaten Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer in Rosenheim. Das OVB sprach mit der Lehrerin aus Leidenschaft über Unterricht in Zeiten von Corona, über die diesjährige Abschlussprüfung und die Philosophie der Schule.

OVB: Frau Leihkamm, gleich im ersten Jahr als Schulleiterin wurden Sie mit der Corona-Krise konfrontiert. Wie ist die Situation momentan an ihrer Schule?

Gabriele Leihkamm: Die Corona-Krise hat uns alle unvorbereitet getroffen und vor große organisatorische Aufgaben gestellt. Letztendlich ist sie aber auch eine große Chance zur Weiterentwicklung der Schule. Innerhalb von einer Woche musste der Unterricht in ein „digitales Klassenzimmer“ überführt werden. Mittlerweile sind alle unsere Klassen in der Online-Plattform „Teams“ angemeldet und nehmen mit viel Elan am Videounterricht teil.

Wie funktioniert das mit den Abschlussklassen?

Leihkamm: „Die Abschlussklassen sind an drei Tagen pro Woche in allen Abschlussprüfungsfächern in der Schule und werden von den Lehrkräften gezielt auf die Prüfung vorbereitet.“

Welche Schüler besuchen eigentlich die Wirtschaftsschule?

Leihkamm: „Es gehört zu unserer Philosophie, dass wir grundsätzlich alle Schüler willkommen heißen. Wir haben Schüler aus verschiedenen Schultypen. Und wir haben Schüler aus verschiedenen Kulturen. Die Vergangenheit unserer Schüler ist sehr vielseitig. Wir sehen das als große Chance für die Kinder, ganz nebenbei voneinander zu lernen. Das klappt sehr gut. Alle verbindet natürlich das Interesse an wirtschaftlichen Lerninhalten.“

Was sind die Voraussetzungen für einen Übertritt?

Leihkamm: „Die Schüler können nach der fünften Klasse aus allen Schultypen an unsere staatlich anerkannte Wirtschaftsschule kommen und den mittleren Bildungsabschluss erreichen. Fast alle Schüler haben am Ende einen Abschluss in der Tasche.“

Worauf wird an der Wirtschaftsschule Kalscheuer besonderer Wert gelegt?

Leihkamm: „Eine wertschätzende, familiäre und offene Atmosphäre ist uns sehr wichtig, aber ebenso ein gutes Lehrer-Schüler-Verhältnis. Zudem haben wir kleine Klassen. Die Lehrer vermitteln nicht nur fachliches Wissen, sondern fördern auch soziale Fähigkeiten und Lebenskompetenzen wie Selbstvertrauen und Teamfähigkeit. Das gehört bei uns sozusagen zum Lehrplan mit dazu.“

Für welche Schüler eignet sich die Wirtschaftsschule besonders?

Leihkamm: „Besonders für Schüler, die eine kaufmännische Grundausbildung anstreben, was heutzutage in fast allen Berufen erwünscht ist. Wir haben kleinere Klassen als die meisten staatlichen Schulen und können gezielter auf einzelne Schüler eingehen. Dadurch fällt das Lernen vielen Kindern leichter.“

Werden die Schüler auch außerhalb des Unterrichts gefördert?

Leihkamm: „Bei uns gibt es für alle täglich bis 15.30 Uhr ein Tagesheim mit Hausaufgabenbetreuung und Vertiefung des Unterrichtsstoffes. Zusätzlich können Wahlkurse wie Selbstverteidigung oder Technisches Zeichen belegt werden. Es gibt auch Kunstprojekte, die nachmittags angeboten werden. Gerne wird auch die von der Schule subventionierte, kostengünstige Mittagsverpflegung angenommen, die von einem benachbarten italienischen Restaurant ins unserer schuleigenen Kantine angeboten wird.“

Interview: Georg Füchtner

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