Rosenheim: Dritte Bürgermeisterin gibt Amt ab und entspannt im Ruderboot

Grüne Oase:Dr. Beate Burkl verbringt die neu gewonnene Zeit unter anderem sehr gerne in ihrem Garten. Heise

Dr. Beate Burkl (Freie Wähler/UP) ist nicht mehr Dritte Bürgermeisterin in Rosenheim. Sie hat jetzt Zeit für Anderes.

von Anna Heise

Rosenheim – Dr. Beate Burkl (73) will kürzertreten, hat deshalb nicht mehr für das Amt der Dritten Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim kandidiert. Sie bleibt aber als Stadträtin der Freien Wähler/UP in der Kommunalpolitik tätig. Besonders das Mitgestalten an der Zukunft ihrer Heimatstadt ist der gebürtigen Rosenheimerin schon lange ein Anliegen.

Wunsch erfüllt bei der Landesgartenschau

Wenn es Beate Burkl zu viel wird, packt sie ihre Sachen, fährt zum Simssee, steigt in ihr Ruderboot und fischt. Hier schmiedet sie Pläne für die Zukunft, erinnert sich an die vergangenen Jahre. Ein herausragendes Ereignis war für sie die Landesgartenschau. Sie arbeitete damals als selbstständige Apothekerin, leitete die Hochland-Apotheke an der Prinzregentenstraße und engagierte sich als Pressesprecherin der Apotheker in Stadt und Landkreis Rosenheim. Bei den Rosenheimer Apothekern habe es schon lange den Wunsch nach einem Apothekergarten im Riedergarten gegeben, sagt sie. Mit der Landesgartenschau ging dieser Wunsch in Erfüllung, auch dank ihres

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Als weitere wichtige Höhepunkte nennt sie die Planungen zum Bahnhofsgelände Nord, die Fusion der Kliniken zum RoMed-Klinikverbund, die Panorama Schwaig, den Baubeginn der Westtangente, die Entwicklung des Lokschuppens und der Technischen Hochschule sowie die intensiven Kontakte zu den Partnerstädten Lazise, Ichikawa und Briancon. Bekannt ist sie zudem als Initiatorin der Fairtrade-Bewegung in Rosenheim. Bis heute ist sie Vorsitzende des 2017 gegründeten Fördervereins „Fairtrade-Stadt Rosenheim“ gegründet.

Über ihren Entschluss, nicht mehr zu kandidieren, sagt sie, es sei „eine bewusste Entscheidung“ gewesen. Eine Entscheidung, die sie „nicht bereue“. Auch und vielleicht gerade weil es ja eigentlich kein richtiger Abschied ist. Denn sie bleibt Stadträtin und Mitglied der Fraktion der Freien Wähler/UP. Was bleibt, ist auch ihre Motivation fürs politische Amt. Sie will Dinge verändern, Dinge anschieben – und ist deshalb nicht nur in der Politik aktiv, sondern unterstützt durch Mitgliedschaften und Vorstandsämter auch zahlreiche Fördervereine

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Und: Noch heute steht sie in der Apotheke ihrer Tochter, greift ihr unter die Arme. „Ich hänge sehr an meinem Beruf“, sagt sie. Einen Beruf, den sie schon als kleines Mädchen ausüben wollte. Auch weil sie aus einem Apothekerhaushalt komme. Nach dem frühen Tod des Vaters, 1980, übernahm sie die Hochland-Apotheke an der Prinzregentenstraße, die sie bis 2011 führte. Und eben diese Apotheke ist der Grund dafür gewesen, dass sie sich letztendlich parallel für einen Weg in die Politik entschieden hat.

„Ich habe mich damals über den langsamen Fortschritt einer Baumaßnahme an der Prinzregentenstraße und die damit verbundenen Beeinträchtigungen der anliegenden Geschäfte geärgert“, sagt sie. Daraufhin habe sie beschlossen, für den Stadtrat zu kandidieren. 2002 wurde sie erstmals gewählt

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Es seien spannende, interessante, aber auch fordernde Jahre gewesen. Familie, Apotheke, Stadträtin, später noch Dritte Bürgermeisterin, das alles sei nicht immer ganz einfach, unter einen Hut zu bringen gewesen, sagt sie. Da sei oft wenig Zeit für Privatleben und Hobbys geblieben. Das soll sich jetzt ändern.

Simsee bleibt einer der schönsten Orte

Sie will Zeit mit ihrem Mann Gerhard verbringen, mit ihren Kindern und Enkelkindern. Sie will sich ihrem Garten widmen, ebenso dem Wald, den sie und ihr Mann bewirtschaften. Ein gemeinsames Hobby ist Reisen.

Und obwohl Beate Burkl schon beinahe die ganze Welt gesehen hat, bleibt der Simssee für sie „einer der schönsten Orte“. Dort, wo sie ihr Ruderboot zum Fischen liegen hat. Es gibt, so sagt sie, für sie nichts Entspannenderes als auf den See hinaus zu rudern, das Spiel der Wolken zu beobachten, die Stille und die immer wechselnden Stimmungen zu genießen und mit viel Glück auch mal „einen schönen Hecht zu fangen“.

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