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Für eine schnelle Integration

„Wir tun, was wir können“: Rosenheim richtet drei „Willkommensklassen“ für Ukrainer ein

Viele der Kinder, die – wie hier an der Freien Waldorfschule in Rosenheim – in sogenannten Willkommensgruppen untergekommen sind, müssen die traumatischen Kriegs- und Fluchterlebnisse erst noch verarbeiten.
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Viele der Kinder, die – wie hier an der Freien Waldorfschule in Rosenheim – in sogenannten Willkommensgruppen untergekommen sind, müssen die traumatischen Kriegs- und Fluchterlebnisse erst noch verarbeiten.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Damit die aus der Ukraine geflüchteten Kinder und Jugendlichen schnell integriert werden, hat Bayern Willkommensgruppen eingerichtet. Auch in Rosenheim gibt es für junge Ukrainer die Möglichkeit, Deutsch zu lernen und das Schulsystem kennenzulernen. Und den Krieg wenigstens ein bisschen auszublenden.

Rosenheim – An den Wänden hängen Bilder, auf den Tischen stehen kleine Geschenke und an die Tafel hat jemand mit Kreide das Wort „Willkommen“ auf Ukrainisch geschrieben: In der Freien Waldorfschule in Rosenheim hat am Donnerstag zum ersten Mal Unterricht für sechs Kinder aus der Ukraine stattgefunden. „In den vergangenen zwei Wochen haben wir alle Vorbereitungen getroffen“, sagt Christine Peklo, Mitglied der pädagogischen Geschäftsführung. So musste beispielsweise ein Klassenzimmer leer geräumt werden, das anschließend von Eltern und Lehrern dekoriert wurde.

Für Vorschläge offen

Von Anfang an seien Peklo und ihre Kollegen für den Vorschlag offen gewesen, Kinder aus der Ukraine aufzunehmen. Nach und nach seien die ersten Anfragen von Familien bei der Schulverwaltung eingegangen, darunter auch die einer Lehrerin, die aus der Ukraine geflohen ist und angeboten hat, an der Waldorfschule Deutsch zu unterrichten. „Das hat sich ganz wunderbar ergeben“, sagt Christine Peklo. Während die Lehrerin den Kindern Deutsch beibringt, lernen sie in den anderen Fächern das Schulsystem der Waldorfschule kennen. Es wird Musik gemacht, Körbe geflochten und gemalt. Zwischendrin gibt es Mathe- und Englischunterricht. „An der Waldorfschule haben wir viele Fächer, in denen man sich auch ohne Sprache verstehen kann“, sagt Christine Peklo. Dennoch sei es eine Herausforderung, den Schulalltag der sechs Kinder – deren Alter von der zweiten bis zur neunten Klasse reicht – zu gestalten. Aus diesem Grund könne man in der Waldorfschule auch maximal 15 Schüler aufnehmen.

Ein weiteres Willkommens-Angebot für Jugendliche aus der Ukraine ab 17 Jahren gibt es an der Berufsschule I. „Bis jetzt haben wir lediglich drei Meldungen aus Gemeinden“, sagt Schulleiterin Bärbel Marx. Sie stehe im Moment noch vor vielen offenen Fragen. So sei weder klar, was die Jugendlichen brauchen könnten, noch ob der Bedarf tatsächlich da ist. In den kommenden Tagen werden die Anfragen gesammelt.

Bei zehn Interessierten wird die Willkommensgruppe ins Leben gerufen. „Ich glaube, dass die Über-17-Jährigen im Moment etwas anderes im Kopf haben als Schule“, sagt Marx. Zumal viele Jugendliche nach wie vor Online-Unterricht aus ihrer Heimat erhalten würden. Sollte die Nachfrage in den kommenden Tagen beziehungsweise Wochen tatsächlich wachsen, sieht sich Rektorin Bärbel Marx gut vorbereitet. So gebe es an ihrer Schule beispielsweise eine Kollegin, die Ukrainisch spricht, die erste persönliche Gespräche führen und Fragen vor Ort, telefonisch oder per Email, beantworten kann. „Dieses Angebot starten wir zeitnah. Alles andere wird sich ergeben. Aber wir tun, was wir können“, sagt sie.

Auf der Suche nach Lehrkräften

Diese Einstellung hat man auch an der Mittelschule Luitpoldpark an der Wittelsbacherstraße. Seit Montag gibt es hier eine „Willkommensgruppe“. Im Moment nehmen zehn Jugendliche aus der Ukraine – zwischen elf und 16 Jahren – das Angebot wahr. Einige nehmen bereits am normalen Deutschunterricht teil, andere lernen die ersten deutschen Sätze während der Treffen der „Willkommensgruppen“. Diese finden von der ersten bis zur vierten Stunde statt. Nach dem Deutschlernen geht es für die Kinder zum Kicken auf den Sportplatz oder zum Malen in den Kunstunterricht. „Es ist wichtig, Alternativen zu schaffen“, sagt Schulleiter Michael Holzner. So dürfe man nicht vergessen, dass viele der Kinder traumatisiert und mit ihren Gedanken oft noch in der Ukraine sind.

Ziel für die Zukunft sei es jetzt, ukrainische Kräfte zu rekrutieren – unter anderem aufgrund der nach wie vor bestehenden Sprachbarriere. Aber auch, um das Personal an der Mittelschule zu entlasten, die zur Zeit weitere 20 Unterrichtsstunden abdecken müssen.

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