Rosenheim: Das ist die neue Radverkehrsbeauftragte der Stadt

Die neue Radverkehrsbeauftragte der Stadt Rosenheim: Eva-Maria Mayr will sich unter anderem dafür einsetzen, dass der Fahrradverkehr in der Stadt künftig eine höhere Priorität hat.
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Die neue Radverkehrsbeauftragte der Stadt Rosenheim: Eva-Maria Mayr will sich unter anderem dafür einsetzen, dass der Fahrradverkehr in der Stadt künftig eine höhere Priorität hat.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Rosenheim - Eva-Maria Mayr ist die neue Radverkehrsbeauftragte der Stadt. Die eheamlige Grundschulleiterin will sich dafür einsetzen, dass der Fahrradverkehr zukünftig eine höhere Priorität erhält. Ein Gespräch über ihre Ziele, Schulwegsicherheit und warum sie nicht von allen die Wunschkandidatin ist.

Warum haben Sie sich auf die Stelle beworben?

Eva-Maria Mayr: „Ich habe 43 Jahre als Lehrerin gearbeitet und habe nach der Pensionierung nach einer neuen Aufgabe gesucht. Außerdem begeistere ich mich sehr für das Radfahren. Während meiner Tätigkeit als Leiterin der Grundschule Schloßberg habe ich bereits an einem Konzept zur Schulwegsicherheit mitgearbeitet. Außerdem war ich ein Bindeglied zwischen den Eltern und Institutionen wie Kindergärten, Seniorenheimen, Kirchen, Gemeinden und Ämtern. Ich denke, das wird mir auch bei meiner Tätigkeit als Radverkehrsbeauftragte helfen.“

Was ist ihre Funktion als Radverkehrsbeauftragte?

Mayr: „Ich soll die zentrale Anlaufstelle für alle Themen rund ums Fahrradfahren sein. Ich stehe im ständigen Austausch mit Vertretern der Stadt, der Polizei, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), dem Tiefbauamt und Mitgliedern des Radentscheids. Außerdem vertrete ich in Zukunft die neusten Ergebnisse des Fahrradbeirats im Verkehrsausschuss. Es ist eine sehr komplexe Aufgabe.“

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Mayr: „Ich kann viele Dinge nur aus der Sicht des Radfahrers betrachten. Auch viele Gesetze sind mir noch neu. Aber ich arbeite mich gerne ein. Trotzdem ist der Druck sehr groß. Die Bürger haben jetzt Erwartungen an mich, es ist eine Funktion, die auch etwas bewirken soll.“

Fühlen Sie sich dieser Aufgabe gewachsen?

Mayr: „Immer mehr, obwohl ich kurzzeitig schon meine Zweifel hatte und direkt am Anfang sogar meine Bewerbung wieder zurückgezogen hatte.“

Warum haben Sie Ihre Bewerbung zurückgezogen?

Mayr: „Kurzzeitig hatte ich den Eindruck, dass es um eine wettbewerbsartige Darstellung meiner Person und um detaillierte Kenntnisse im baulichen Bereich geht. Als der Schwerpunkt wieder auf der Aufgabe lag, eine zentrale Anlaufstelle für die Anliegen der radfahrenden Bürger aller Altersklassen zu sein, mitzuhelfen die Ziele des Radentscheids voranzubringen und dabei mit verschiedenen Ämtern der Stadt zusammenzuarbeiten, konnte ich mich für das Ehrenamt wieder begeistern.“

Können Sie trotzdem nachvollziehen, dass einige Leute skeptisch sind, ob Sie die richtige Wahl für das Amt sind?

Mayr: „Wenn man ein Ehrenamt übernimmt und man wird gleichgesetzt mit Menschen, die in diesem Bereich berufliche Kenntnisse vorweisen können, ist es immer schwierig. Aber diese Experten gibt es ja bereits. Ich glaube, meine Aufgabe ist das Zusammenführen der Bürgerinteressen und das Voranbringen der baulichen Vorhaben, die mit dem Radentscheid zu tun haben.“

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Sie sind jetzt seit knapp zwei Wochen im Amt. Haben Sie schon erste Ziele?

Mayr: „Ich will die Bürger mit viel Öffentlichkeitsarbeit und Projekten für das Radfahren begeistern. Aber mir ist auch klar, dass wir für das Radfahren nur Werbung machen können, wenn für die Sicherheit der Radfahrer gesorgt ist. Je besser die Wege sind, je augenscheinlicher die Verkehrsanlagen und Markierungen sind, umso mehr können wir die Bürger zum Radfahren motivieren. Deshalb sollen die Ziele des Radentscheides möglichst vielfältig und in machbarer Zeit umgesetzt werden. Im Moment sind viele Radwege in der Stadt einfach unbefriedigend. Auch an dem Radverhalten der Leute muss sich einiges verändern. Es kann beispielsweise nicht sein, dass so viele Schüler ohne Licht unterwegs sind.“

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Also gibt es wenig Positives?

Mayr: „Das würde ich so nicht sagen. Es ist schon einiges passiert. Zum Beispiel wurden in der Sitzung des Fahrradbeirats in dieser Woche die Umsetzung einiger Ziele des Radbegehrens in Angriff genommen. Die angespannte finanzielle Lage des städtischen Haushalts macht das allerdings nicht leichter. Wichtig ist, dass der Fokus der Stadt mittlerweile auf dem Radfahren liegt.“

Wie werden Sie diese Erfolge in Zukunft kommunizieren? In den sozialen Medien waren Sie bis jetzt wenig aktiv. Und nicht alle Leute nehmen an den Verkehrsausschüssen teil.

Mayr: „Ich will in Zukunft eigene Sprechstunden einführen. Außerdem kann man sich auf der Homepage der Stadt informieren.“

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