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Besuch im AWO-Mehrgenerationenhaus

Das ABC des Ankommens: Wie Sprachkurse Ukrainern beim Neustart in Rosenheim helfen sollen

Freuen sich über die Möglichkeit, Deutsch zu lernen: Die Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine mit (von links) Alexandra Mayer-Karle, Hedwig Zermen, Christian Hlatky und Tina Matousek.
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Freuen sich über die Möglichkeit, Deutsch zu lernen: Die Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine mit (von links) Alexandra Mayer-Karle, Hedwig Zermen, Christian Hlatky und Tina Matousek.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Seit einigen Wochen bieten das AWO-Mehrgenerationenhaus, die Volkshochschule und die Rosenheimer Bürgerstiftung einen Feriensprachkurs für geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine an. Schon jetzt übersteigt die Nachfrage die Kapazitäten. Doch eine Lösung ist in Sicht.

Rosenheim – Eigentlich hat sich Hedwig Zermen ihre sechs Wochen Ferien anders vorgestellt. Statt Urlaub und Entspannung, steht sie jetzt zweimal in der Woche im zweiten Stock des AWO-Mehrgenerationenhauses an der Ebersberger Straße und bringt ukrainischen Kindern und Jugendlichen Deutsch bei.

Sie verteilt Arbeitsblätter, hilft bei Hausaufgaben und tauscht sich aus.

Aus Siebenbürgen nach Deutschland

Seit mehr als 35 Jahren arbeitet die gebürtige Siebenbürgerin als Sprachlehrerin, seit 2005 gibt sie Integrationskurse. „Ich weiß, wie schlimm es ist, in ein neues Land zu kommen und nichts zu verstehen“, sagt sie. Vielleicht ist es einer der Gründe, warum sie sofort zugestimmt hat, als vonseiten der Volkshochschule die Anfrage kam, ob sie sich vorstellen könne, geflüchtete Kindern und Jugendliche zu unterrichten.

Sie selbst hat zwar Russischkenntnisse, spricht während des Kurses aber nur Deutsch. „Das Niveau im Kurs ist ganz unterschiedlich“, sagt Zermen. Es gebe 16-Jährige, die sich bereits gut auf Deutsch unterhalten könnten und Kinder, die selbst auf Ukrainisch noch nicht lesen und schreiben können. All das unter einen Hut zu bringen, ist laut Hedwig Zermen nicht immer einfach.

Jede Woche neue Teilnehmer

Sie steht in dem Raum, den die AWO bereitgestellt hat und wirft einen letzten prüfenden Blick auf den Bildschirm ihres Computers. In zehn Minuten beginnt der Kurs, doch ein Großteil der Teilnehmer ist bereits da. Einige schauen auf ihr Handy, andere unterhalten sich oder kramen in ihren Rucksäcken nach Stift und Block. „Jede Woche kommen neue Teilnehmer hinzu“, sagt Zermen. Im Moment seien es 15, eigentlich zu viele für eine Unterrichtsstunde.

Wie ein Lauffeuer verbreitet

„Die Nachricht, dass wir einen Feriensprachkurs Deutsch anbieten, hat sich unter den ukrainischen Müttern wie ein Lauffeuer verbreitet“, erinnert sich Alexandra Mayer-Karle. Sie ist die Vorsitzende des Elternbeirats des AWO-Hauses für Kinder Frühlingsstraße, arbeitet als Ärztin und ist maßgeblich daran beteiligt, dass es den Feriensprachkurs überhaupt gibt.

Unterricht nicht adäquat folgen

Seit Anfang Mai bietet das AWO-Haus von Montag- bis Mittwochnachmittag eine deutsch-ukrainische Spielgruppe an. Im Rahmen der Spielgruppe kam vonseiten der ukrainischen Mütter laut Mayer-Karle wiederholt die Frage nach Deutschkursen für die älteren Geschwisterkinder auf, da diese mittlerweile unterschiedliche Rosenheimer Schulen besuchen. „Viele konnten aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse dem Unterricht in den Schulen nicht adäquat folgen“, sagt die Vorsitzende.

Bei Volkshochschule auf offene Ohren gestoßen

Weil sie jemand ist, der nach Lösungen sucht, erkundigt sie sich bei verschiedenen Anlaufstellen in Rosenheim, ob die Möglichkeit bestehe einen Deutschkurs anzubieten. Bei der Volkshochschule sei sie schließlich auf offene Ohren gestoßen. „Uns liegen die Kinder am Herzen, und wir unterstützen in Zusammenarbeit mit der Sparkassenstiftung schon seit mehr als zehn Jahren neu zugewanderte Kinder beim Spracherwerb“, heißt es vonseiten der Volkshochschule.

Innerhalb kürzester Zeit sei so ein Kurskonzept für einen Feriensprachkurs für ukrainische Kinder und Jugendliche von sieben bis 16 Jahren entwickelt worden. Nachdem das Konzept stand, ergab sich die Frage nach einem Unterrichtsraum in den Ferien und einer Finanzierung des Projekts. „Die Kosten für einen normalen VHS-Kurs wären für viele Mütter unerschwinglich gewesen“, sagt Mayer-Karle.

Finanzierung übernimmt Bürgerstiftung

Wieder ist sie es, die sich der Sache annimmt. Zwei Telefonate später ist sowohl die Raum- als auch die Finanzierungsfrage geklärt. Um Letzteres kümmert sich die Bürgerstiftung: „Die Kinder wollen unbedingt Deutsch lernen, sogar in den Ferien. Das wollen wir unbedingt unterstützen, sodass die Kinder einen guten Schulstart nach den Ferien haben. Wir finden das großartig“, sagt Geschäftsführer Christian Hlatky.

Soziale Komponente im Vordergrund

Nachdem auch die Raumfrage im AWO-Mehrgenerationenhaus an der Ebersberger Straße geklärt hat, startete der Kurs Anfang des Monats. „Neben der Vermittlung von deutschen Sprachkenntnissen bietet der Kurs aufgrund des Austausches auch eine soziale Komponente“, sagt Alexandra Mayer-Karle.

Kurs innerhalb kürzester Zeit ausgebucht

Weil der Kurs innerhalb kürzester Zeit ausgebucht gewesen sei, liefen in den vergangenen Tagen die Palnungen für ein zweites Angebot. Die Idee sei gewesen, die beiden Gruppen vom Alter her aufzuteilen.

Die Jüngeren werden von zwei Lehrern der Grund- und Mittelschule Fürstätt unterrichtet, die Älteren von Hedwig Zermen. Wie es ab Mitte September weitergehen soll, steht im Moment noch nicht fest – dann nämlich endet der Urlaub von Hedwig Zermen.

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